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Steinmeyer-Orgel in der Michaeliskirche
Hamburg, St. Michaelis.JPG
Prospekt-Detail mit Zimbelstern
Zentralspieltisch
Orgelbauer: G. F. Steinmeyer (Oettingen) Opus 2000
Baujahr: 1960-62
Geschichte der Orgel: Für die alte Michaeliskirche baute Arp Schnitger 1731 eine große Orgel mit 52 Stimmen auf 3 Manualen. Nach dem Kirchenbrand erhält die neue Kirche 1762 ein neues Orgelwerk von Johann Gottfried Hildebrandt mit 60 Registern; Kirche und Orgel werden jedoch 1906 abermals durch ein Feuer vernichtet.

Die dritte Michaeliskirche erhält 1912 das seinerzeit „größte Orgelwerk der Welt“ nach den Plänen des frisch berufenen Michaelisorganisten Prof. Alfred Sittard mit 12.173 Pfeifen in 168 Registern auf 5 Manualen und Pedal einschl. Fernwerk mit „electropneumatischer Tractur nach System Walcker“. Die „Dr. W. M. von Godeffroy Fideikomiss Familienstiftung“ spendet das monumentale Werk, woran heute noch die Stiftertafel an der Emporenbrüstung erinnert. Obgleich Teile des monumentalen Werkes dank Auslagerung den schweren Kriegszerstörungen am Kirchengebäude entgehen, wird nach kontroverser Diskussion schließlich einem Orgelneubau der Vorzug gegeben, den Steinmeyer unter der Opus-Zahl 2000 im Jahr 1962 errichtet, wobei die Anzahl der Register nur noch etwa halb so groß ist.

Umbauten: 2010 wurde die Traktur durch die Firmen Späth und Klais erneuert (Ersatz der Drahtseil-Traktur), das Pfeifebwerk restauriert, im Pedal ein Subbaß hinzugefügt, sowie ein Zentralspieltisch eingerichtet, von dem aus die Steinmeyer-Orgel zusätzlich zu deren eigenem mechanischen Spielschrank elektrisch anspielbar ist.
Gehäuse: Der Prospekt ist dem der Walcker-Orgel von 1912 nachempfunden; dieser war eine freie Kopie des 1906 verbrannten barocken Gehäuses von J. G. Hildebrandt (1768-71).
Temperatur (Stimmung): gleichstufig
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch (Zentralspieltisch: elektrisch)
Registertraktur: elektrisch
Registeranzahl: 85 (6674 Pfeifen)
Manuale: 5 C-g3
Pedal: 1 C-g1
Spielhilfen, Koppeln: I/II, III/II, IV/II, V/II, III/I, IV/I, V/I, sub III/III (2009), super III/III (2009), IV/III, V/III, V/IV, I/P, II/P, III/P, IV/P, V/P; Setzeranlage im mech. Spieltisch (2009), Zimbelstern



Disposition

I Positiv II Hauptwerk III Schwellwerk IV Kronwerk V Brustwerk Pedal
Quintadena 16'

Prinzipal 8'

Spitzflöte 8'

Oktave 4'

Rohrflöte 4'

Nasat 22/3'

Oktave 2'

Flachflöte 2'

Mixtur 6-8f 11/3'

Cimbel 3f 1/6'

Fagott 16'

Trompete 8'

Vox humana 8'

Tremulant

Prinzipal 16'

Oktave 8'

Quinte 51/3'

Oktave 4'

Quinte 22/3'

Oktave 2'

Mixtur 6-8f 2'

Scharff 4f 2/3'

Cornett 5f 8' (ab f0)

Trompete 16'

Trompete 8'

Trompete 4'

Bordun 16'

Prinzipal 8'

Violflöte 8'

Schwebung 8' (ab c0)

Oktave 4'

Flute travers 4'

Quinte 22/3'

Oktave 2'

Terz 13/5'

Septime 11/7'

Mixtur 11/3'

Bombarde 16'

Trompete 8'

Hautbois 8'

Clairon 4'

Tremulant

Hohlflöte 8'

Spitzgamba 8'

Prinzipal 4'

Spitzflöte 4'

Nasat 22/3'

Oktave 2'

Gemshorn 2'

Oktave 1'

Terzian 2f 13/5'

Scharff 4f 1'

Regal 16'

Krummhorn 8'

Zinke 4'

Tremulant

Gedackt 8'

Quintadena 8'

Prinzipal 4'

Blockflöte 4'

Sesquialtera II 22/3'

Oktave 2'

Scharff 5-7f 1'

Cimbel 2f 1/3'

Dulzian 16'

Bärpfeife 8'

Schalmey 4'

Tremulant

Prinzipal 32'

Oktave 16'

Gemshorn 16'

Subbass 16' [1]

Oktave 8'

Gedackt 8'

Oktave 4'

Koppelflöte 4'

Nachthorn 2'

Bauernflöte 1'

Hintersatz 5f 4'

Rauschpfeife 3f 22/3'

Mixtur 6-8f 2'

Posaune 32'

Posaune 16'

Dulzian 16'

Trompete 8'

Trechterregal 8'

Trompete 4'

Vox humana 4'

Singend Kornett 2'


Anmerkungen

  1. nicht original; 2009 hinzugefügt

Walcker-Orgel 1912-1944

Orgelbeschreibung

Walcker Orgel 1912
Spieltisch 1912
Orgelbauer: E.F. Walcker & Cie. - op. 1700
Baujahr: 1912
Geschichte der Orgel: Bis zum Bau der Orgel der Jahrhunderthalle in Breslau durch Sauer stand im Hamburger Michel tatsächlich für einige Jahre die größte Orgel der Welt. Im Krieg wurden Teile ausgelagert, jedoch das Werk nicht wieder aufgebaut und 1962 durch die heutige Steinmeyer-Orgel op.2000 ersetzt.
Gehäuse: freier Nachbau von Gehäuse und Prospekt der Hildebrandt-Orgel von 1762
Windladen: Kegelladen
Spieltraktur: elektropneumatisch
Registertraktur: elektropneumatisch
Registeranzahl: 163 (12.173 Pfeifen)
Manuale: 5 C-c4[1]
Pedal: C-g1
Spielhilfen, Koppeln: 40 Normal-/Sub-/Superkoppeln, 84 Nebenzüge (darunter 4 fr. Komb., feste Komb. p-mf-f-ff-Tutti; Gruppenzüge für alle Flöten und Rohrwerke). Zur Bedienung dieser waren am Spieltisch 207 Registertasten, 828 Kombinationsstiftchen, 28 Tritte und 74 Druckknöpfe angebracht.



Disposition

I. Manual

Principalwerk

II. Manual

Hornwerk

III. Manual

Zungenschwellwerk

IV. Manual

Labialschwellwerk

V. Manual

Fernwerk

Pedal

(+ Pedal in III,IV,V)

Oktave 16'

Prinzipal 16' [2]

Großgedackt 16'

Oktave 8' [2]

Prinzipal 8'

Schweizerpfeife 8'

Gemshorn 8'

Dulcian 8'

Großgedackt 8'

Doppelflöte 8'

Konzertflöte 8'

Quinte 51/3'

Oktave 4'

Prinzipal 4'

Gemshorn 4'

Orchesterflöte 4'

Quintatön 4'

Quinte 22/3'

Oktave 2'

Kornett 4-5f

Großmixtur 7f

Cymbel 3f

Posaune 16'

Trompete 8'

Klarine 4'

Rohrgedackt 16'

Prästant 8' [2]

Metallprinzipal 8'

Gambe 8' HD

Bordun 8'

Nachthorn 8'

Hohlflöte 8'

Spitzflöte 8'

Rohrflöte 8'

Oktave 4' [2]

Prästant 4'

Viola 4' HD

Rohrflöte 4'

Spitzflöte 4'

Gemshornquinte 22/3'

Fugara 2'

Feldflöte 2'

Terz 13/5'

Septime 11/7'

Kornettmixtur 4-6f

Scharff 3-4f 2'

Bassethorn 16'

Flügelhorn 8'

Krummhorn 8'

Englisch Horn 4'

Glockenspiel I [3]

Gambe 16'

Lieblich Gedackt 16'

Schwellprinzipal 8'

Geigenprinzipal 8'

Gemshorn 8'

Aeoline 8'

Vox Coelestis 8'

Gedackt 8'

Quintatön 8'

Portunalflöte 8'

Oktave 4'

Fugara 4'

Liebesgeige 4'

Querflöte 4'

Oktave 2'

Rauschpfeife 22/3'+ 2'

Großkornett 2-7f

Mixtur 5f

Helikon 16' [4] HD

Tuba Mirabilis 8' [4]HD

Horn 8'

Oboe 8'

Hohe Trompete 4'[4] HD

Klarine 2'

Pedal im III.Man.

Rohrflöte 16'

Prinzipal 8'

Baßflöte 8'

Violine 4'

Bordun 16'

Nachthorn 16'

Synthematophon 8' HD

Prinzipal 8'

Viola 8'

Salicional 8'

Unda Maris 8'

Doppelgedackt 8'

Jubalflöte 8' HD

Deutsche Flöte 8'

Kleinprinzipal 4'

Oktavflöte 4'

Orchestergeige 4'

Kleingedackt 4'

Nasat 22/3'

Waldflöte 2'

Gemshornterz 13/5'

Sifflöte 1'

Kleinkornett 3-4f 4'

Mixtur 5f

Cymbel 4f

Sesquialter 51/3'+ 31/5'

Fagott 16'

Solotrompete 8'

Klarinette 8'

Vox Humana 8'

Soloklarine 4'

Glockenspiel II [5]

Schwebung

Pedal im IV. Man.

Geigenbaß 16'

Salicetbaß 16'

Subbaß II 16'

Geigenbaß I 8'

Gedackt 8'

Quinte 51/3'

Choralbaß 4'

Kornett 4f 16'

Horn 4'

Quintatön 16'

Prinzipal 8'

Fugara 8'

Echogambe 8'

Vox Angelica 8'

Gemshorn 8'

Bordun 8'

Hornflöte 8'

Oktave 4'

Gemshorn 4'

Quinte 22/3'

Bauernflöte 2'

Glockenton 4f

Mixtur 4f

Trompete 8'

Vox Humana 8'

Schalmei 4'

Schwebung [6]

Pedal im V. Man.

Kontraharmonikabaß 32'

Subbaß III 16'

Subbaß IV 16'

Geigenbaß II 8'

Posaune II 16'

Großprinzipalbaß 32' [7]

Großgedacktbaß 32'

Untersatz 32' [8]

Prinzipalbaß 16' [2]

Kontrabaß 16' HD

Gemshornbaß 16'

Subbaß I 16'

Gedacktbaß 16'

Flötenbaß 16'

Rohrquinte 102/3'

Oktave 8'

Cello 8'

Terz 62/5'

Oktave 4'

Terz 31/5'

Septime 22/7'

Oktave 2'

Salicet 2'

Flachflöte 2'

Mixtur 6f

Bombarde 32'

Baß Tuba 16' HD [9]

Posaune I 16'

Tuba 8' HD [9]

Trompete 8'

Klarine 4'


Anmerkungen

  1. IV. und V. Manual bis c5 ausgebaut
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 teilweise im Prospekt
  3. hoch; 49 Töne
  4. 4,0 4,1 4,2 Feldtrompeten (aufrecht stehend), 190 mm WS (8“)
  5. tief; 37 Töne
  6. auch für Fernwerk-Pedal
  7. im Prospekt. Das im Mittelturm befindliche Groß C wog 543 kg.
  8. kombiniert mit Großgedacktbaß
  9. 9,0 9,1 190 mm WS; keine Transmission


Bibliographie

Literatur: Markus Zimmermann: Musik im Michel - Die Orgeln der Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg (Regensburg, 2010)

Hans-Jürgen Wulf, Manuel Gera, Christoph Schoener: Die Orgeln der Hauptkirche St. Michaelis Hamburg (Hamburg, Hauptkirche St. Michaelis, 2010 - Broschüre)

Günter Seggermann: Die Orgeln der Hauptkirche St. Michaelis Hamburg (Großer Kunstführer Schnell&Steiner. München•Zürich 1987)

Seggermann: Orgeln in Hamburg (Hans-Christians-Verlag, Hamburg 1997) S. 149-51; siehe auf orgbase.nl

Weblinks: Beschreibung auf den Seiten der Michaeliskirche

..mit Bildern auf den Seiten der Firma Walcker

...auf den Seiten der Firma Späth

...auf den Seiten der Firma Klais

Beschreibung und Fotoserie auf orgbase.nl

Auf Wikipedia

Beschreibung und Fotos

Orgelbroschüre St. Michaelis

Abriss der Orgelgeschichte auf facebook

Historisches Tondokument: Alfred Sittard spielt Max Reger auf der Walcker-Orgel