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Esslingen (Neckar)/Oberesslingen, Martinskirche


Weigle-Orgel in Oberesslingen
Raumansicht
Prospektpfeifen
Spielanlage
Orgelbauer: Orgelbau Friedrich Weigle, Leinfelden-Echterdingen, op. 1007
Baujahr: 1958
Umbauten: technische und klangliche Überarbeitung durch Orgelbau Mühleisen 2004[1]
Gehäuse: ohne eigenes Gehäuse; die Orgel steht links in einem Polygon-Chor, wobei die Chorwandflächen so geneigt sind, dass sie den Klang möglichst direkt in den Raum reflektieren. Die Front ist mit einem Gitter verkleidet. Als einzige sichtbare Pfeifen bildet ein Teil des Singend Prästant 16' einen pfeilerartigen Eckturm zum Kirchenraum hin.
Stimmtonhöhe: a1 = 440 Hz
Temperatur (Stimmung): ungleichstufig
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch (Pedal elektropneumatisch)
Registeranzahl: 31
Manuale: 3, C–g3
Pedal: C–f1
Spielhilfen, Koppeln: Koppeln: II/I, III/I, I/P, II/P

2 freie Pedalkombinationen


Disposition seit 2004

I Hauptwerk II Schwellwerk III Brustwerk Pedalwerk
Quintadena 16'

Prinzipal 8'

Spillpfeife 8'

Oktave 4'

Quinte* 22/3' [2]

Sesquialter*

Oktave 2' [3]

Mixtur* 3f.

Schalmey 4'


Tremulant [4][5]

Harfpfeife* 8' [6]

Hölzern Flöte 8'

Weitprinzipal 4'

Spitzflöte 4'

Feldflöte 2'

Sifflöte 11/3'

Mixtur* 5f

Dulcian 16'

Helltrompete 8'


Tremulant [5]

Gedackt 8'

Rohrflöte 4'

Nasatquinte 22/3'

Kleinprinzipal 2'

Blockflöte 1'

Zimbel 3f

Musette 8'


Tremulant [5]

Sing. Prästant 16'

Subbaß 16'

Oktavbaß 8'

Pommer 8'

Choralbass* 4'

Hintersatz* 4f

Fagott 16'

Vox humana 2'


Tremulant [4][5]


Anmerkungen
  1. Dispositionsänderungen (*): HW: verminderte Choranzahl Mixtur (3f. statt 4-5f.), Sesquialter statt (bzw. durch Umarbeitung von) Paletta 2-3f.; SW: Harfpfeife als Schwebung, Mixtur 5f. statt Terzianscharff, Pedal: Choralbass (aus Hintersatz) statt Rohrpommer 4'
  2. Vorabzug Sesquialter (Halbzug)
  3. Vorabzug Mixtur (Halbzug)
  4. 4,0 4,1 Tremulant HW & Ped. derselbe/gekoppelt
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 als Fußpistons
  6. als Schwebung eingerichtet


Disposition 1958–2004[1]

I Hauptwerk II Schwellwerk III Brustwerk Pedalwerk
Quintadena 16'

Prinzipal 8'

Spillpfeife 8'

Oktave 4'

Paletta 2-3f 2' [2]

Mixtur 4-5f 2' [3]

Schalmey 4'


Tremulant [4][5]

Harfpfeife 8'

Hölzern Flöte 8'

Weitprinzipal 4'

Spitzflöte 4'

Waldflöte 2'

Sifflöte 11/3'

Terzianscharff 5f

Dulcian 16'

Helltrompete 8'


Tremulant [5]

Gedackt 8'

Rohrflöte 4'

Quinte 22/3'

Kleinprinzipal 2'

Blockflöte 1'

Zimbel 3f 1/2'

Musette 8'


Tremulant [5]

Sing. Prästant 16'

Subbaß 16'

Oktavbaß 8'

Pommer 8'

Rohrpommer 4'[6]

Hintersatz 5f

Fagott 16'

Vox humana 2'


Tremulant [4][5]


Anmerkungen
  1. nach Supper (1958)
  2. gemischtes Weitchorregister; C: 2'+1'; Vorabzug 2'
  3. mit Vorabzug Oktav 2'
  4. 4,0 4,1 Tremulant HW & Ped. derselbe/gekoppelt
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 als Fußpistons
  6. in den freien Kombinationen als "R.[ohr]Schelle" bezeichnet



Bibliographie

Anmerkungen: Die Disposition und Prospektgestaltung stammt von Walter Supper, der den Klangaufbau als „knapp disponierte 3manualige Orgel“ beschrieb.

Als klangliche Besonderheit enthielt die Orgel ursprünglich die gemischte Weitchor-Stimme Paletta, die (bei C beginnend als Oktavregister 2'+1') über den Tonumfang eine ständig wechselnde Zusammensetzung aufwies, wobei Quinte, Septime und None in unterschiedlichen 2-3fachen Kombinationen auftauchen. Dieses Register wurde bei der späteren Revision zu einem Sesquialter umgestaltet. Supper disponierte das Register auch in anderen Orgeln, so z.B. in der Tübinger Stiftskirche und in der Basilika in Ellwangen (beide mittlerweile umdisponiert), sowie der Ulmer Münsterorgel, wo es derzeit (2021) noch erhalten ist (im V. Manual).

Literatur: W. Supper (1958): Die knappdisponierte 3manualige Orgel greift um sich. Ars Organi 6(13), 236

S. Pitsch, S. Holmberg, J. Angster: Temperaturgradienten in einer Pfeifenorgel: Simulation und Messung. In: Fortschritte der Akustik. 36. Deutsche Jahrestagung für Akustik 2010, Bd. 1, S. 15–18, Deutsche Gesellschaft für Akustik, Berlin 2010

Weblinks: Website der Kirchengemeinde

Wikipedia