Reutlingen, Marienkirche: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 29. April 2022, 05:22 Uhr


Historischer Prospekt aus 1901
Marienkirche Reutlingen 05.JPG
Reutlingen Marienkirche Empore.jpg
Orgelbauer: Rieger-Orgelbau, Schwarzach
Baujahr: 1988
Geschichte der Orgel: Die Rieger-Orgel ersetzte die Weigle-Orgel bzw. die als Interimsinstrument verwendete kleine Orgel. Das französisch-symphonische Konzept ist zur Erbauungszeit nicht unumstritten, stellt sich später jedoch als richtungsweisend heraus und kann auch heute noch als zeitgemäß gelten. Das Interims-Instrument von 1967 wird heute als Chororgel verwendet.

Das Einweihungskonzert an der Rieger-Orgel spielte KMD Gerhard Rehm (Balingen).

Umbauten: 2020 Pläne für Sanierung und Erweiterung um ein IV. Manual (Solo)
Gehäuse: neugotisch; Weigle 1901
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch/elektrisch
Registeranzahl: 53
Manuale: 3, C-g3
Pedal: C-f'
Spielhilfen, Koppeln: II/I, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P; Setzeranlage mit 8x99 Kombinationen, Tutti, Sequenzer



Disposition

Hauptwerk (I) Positiv (II) Schwellwerk (III) Pedal
Prestant 16'

Principal 8'

Rohrgedackt 8'

Spitzflöte 8'

Octav 4'

Nachthorn 4'

Quinte 22/3'

Superoctave 2'

Mixtur Major IV-V 2'

Mixtur minor III-IV 1'

Cornet V 8'

Trompete 16'

Trompete 8'

Salicional 8'

Holzgedackt 8'

Quintade 8'

Prestant 4'

Rohrflöte 4'

Sesquialtera II 22/3'

Octav 2'

Blockflöte 2'

Larigot 11/3'

Scharff V 11/3'

Voix humaine 8'

Cromorne 8'

Tremulant

Bourdon 16'

Principal 8'

Holzflöte 8'

Gamba 8'

Voix céleste 8'

Octav 4'

Traversflöte 4'

Nazard 22/3'

Octavin 2'

Tierce 13/5'

Sifflet 1'

Plein Jeu VI 22/3'

Basson 16'

Trompette harm. 8'

Hautbois 8'

Clairon harm. 4'

Tremulant

Principal 16'

Subbaß 16'

Quinte 102/3'

Octav 8'

Gedackt 8'

Octav 4'

Rohrpfeife 4'

Hintersatz IV 22/3'

Kontrafagott 32'

Posaune 16'

Trompete 8'

Clarine 4'

Weigle-Orgel 1901-1967

Orgelbeschreibung

Marienkirche, Zeichnung um 1943
Orgelbauer: Weigle Orgelbau
Baujahr: 1901
Geschichte der Orgel: Den Auftrag für einen Neubau im damals beliebten Stil der Hochromantik mit orchestralen Klangfarben erhält Carl Gottlieb Weigle, während die bestehende Orgel verkleinert und 1900 in die Leonhardskirche versetzt wird. Auf der von ihm neu erfundenen Membranladentechnik baut er - wie auch wenige Jahre zuvor in der Stuttgarter Liederhalle - einige der von ihm patentierten Hochdruck-Register "mit außerordentlich präciser Ansprache und schöner Klangfarbe" auf 150 mm Winddruck ein, wobei jedem HD-Register angeblich "eine 6-8 fache Tonkraft" gegenüber den üblichen Registern zukommt, so daß man der Orgel mit ihren 58 Registern eine "Gesamt-Tonkraft von 120 gewöhnlichen Registern" zuschreibt. Johannes Graf, Orgelrevident und Organist am Ulmer Münster, bescheinigt "dem gesamten Werk vollen und majestätischen Klang", und dass die "Charakterstimmen von zauberischem Effekt sind".

Die bei der Kirchenrenovierung parallel zur neuen Orgel eingebaute elektrische Heizung schadet den Membranladen durch die trockene Luft jedoch so stark, daß das Werk in der Folge unbrauchbar und schließlich in den 1970er Jahren durch ein kleineres Instrument ersetzt wird (das nach dem Neubau der Rieger-Orgel als heutige Chororgel fortbesteht). Der Großteil der Pfeifen der Weigle-Orgel (mit heutzutage wieder gefragtem hochromatischen Klangbild) fällt einem Basar zugunsten des Neubaus zum Opfer, 16 Register können jedoch gerettet werden, von denen letztendlich neun für den Erweiterungsbau der Saalorgel in der Musikhochschule Trossingen verwendet werden.

Gehäuse: Das neugotische Gehäuse nach dem Entwurf von Architekt Heinrich Dolmetsch schuf der Stuttgarter Bildhauer Spindler.
Windladen: Membranladen
Spieltraktur: pneumatisch
Registertraktur: pneumatisch
Registeranzahl: 56 (58) [1]
Manuale: 3 C-g3
Pedal: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: gewöhnliche Koppeln II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P;

je 3 Pedal Sub- und Superoctavkopplungen[2]

je 3 Feste Kombinationen für jedes Manual und Pedal

Registerschweller, Echoschweller



Disposition

I. Manual II. Manual III. Manual[3] Pedalwerk
Principal 16'

Liebl. Gedeckt 16'[4]

Principal 8'

Flute octaviante 8'[4]

Seraphon-Gedeckt 8'

Viola di Gamba 8' [4]

Rohrflöte 8'

HD Stentorphon 8

HD Großgedeckt 8

Oktave 4'

Fugara 4'[4]

Hohlflöte 4'[4]

Quinte 22/3'

Octave 2'

Mixtur V 4'

Trompete 8'

Bourdon 16'

Salicional 16'

Principal 8'

Gemshorn 8'

Salicional 8'[5]

Liebl. Gedeckt 8 '[5]

Dolce 8'[4]

HD Solo Gambe 8'

Seraphonflöte 8'

Oktave 4'

Dulciana 4' [4]

Flauto amabile 4'

Spitzflöte 4'[4]

Piccolo 2'

Cornett IV-V 8'

Clarinette 8'

Quintatön 16'

Principalflöte 8'

Fugara 8'

Liebl. Gedeckt 8'

Wienerflöte 8'

Aeoline 8'

Viola 8'

Harmonika 8'[6]

Viola 4'[7]

Aeoline 4'[7]

Traversflöte 4'[7]

Harmonika 4'[4]

Rohrflöte 4'

Oboë 8'

HD Principalbaß 32'

HD Oktavbaß 16'[8]

HD Subbaß 16'

Principalbaß 16'

Bourdon 16'[9]

Harmonikabaß 16'

HD Stentorphon 8'[10]

Octavbaß 8'

Violoncello 8'

Bourdonbaß 8'[11]

Posaune 16'

Anmerkungen

  1. darunter mehrfach Extensionsreihen
  2. "nach der von Herrn Musikdirektor Schönhardt, Reutlingen, erfundenen Construction"
  3. Echowerk im Schwellkasten
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 4,8 1997 für den Erweiterungsbau der Saalorgel der Musikhochschule Trossingen wiedeverwendetes Register
  5. 5,0 5,1 Extension aus 16'
  6. schwebend
  7. 7,0 7,1 7,2 Extension aus 8'
  8. Extension aus HD Principalbaß 32'
  9. Transmission aus II. Manual
  10. vermutl. Extension aus HD Oktavbass 16'
  11. vermutl. Transmission aus II. Manual



Bibliographie

Literatur: Angaben Orgel 1901: Werbeblatt Fa. Weigle, ca. 1920
Weblinks: Webseite der Marienorgel

Wikipedia-Eintrag

Beschreibung Chororgel

Beschreibung der Erbauerfirma

Andacht zum Ostersonntag