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|ERBAUER = | |ERBAUER =Oberlinger Orgelbau (Windesheim) | ||
|BAUJAHR = | |BAUJAHR =1975 | ||
|UMBAU = | |UMBAU = | ||
|GEHÄUSE = | |GEHÄUSE =Bernhard Dreymann (Mainz) 1837 | ||
|GESCHICHTE = | |GESCHICHTE = | ||
Am 26. Mai 1831 reichte der Mainzer Orgelbauer Bernhard Dreymann einen | |||
Kostenvoranschlag ein. (Disposition unten) | |||
Obwohl am 10. September 1831 ein Vertrag abgeschlossen wurde, in dem zusätzlich | |||
festgelegt wurde, dass der Spieltisch mittig an die Orgelfront kommen sollte, wurde die | |||
Orgel zunächst einmal nicht gebaut. | |||
Am 10.01.1837 lieferte Kantor Rinck auf Anfrage zwei Dispositionsentwürfe, einen mit | |||
einem Manual und einen mit zwei Manualen, zudem empfahl er Gottlieb Dietz aus | |||
Zwingenberg für den Bau. | |||
Schon im Frühjahr reichte Dietz zwei Überschläge für einen Orgelneubau ein, wies | |||
allerdings ebenfalls darauf hin, dass er durch einen Orgelbau in Oenbach am Main erst | |||
nach Pfingsten mit dem Bau beginnen könne. | |||
Am 09.03.1837 fiel die Entscheidung Dietz mit dem Neubau zu beauftragen, und am | |||
02.04. wurde der Vertrag geschlossen, welchem der einmanualige Dispositionsentwurf | |||
von Kantor Rinck zugrunde lag. | |||
Dieser Neubau kam allerdings ebenfalls nicht zustande, da Dietz den Liefertermin der | |||
Orgel in Oenbach am Main nicht einhalten konnte. Aus diesem Grund wurde der | |||
Vertrag mit Dietz aufgelöst und am 23.08.1837 mit Dreymann ein neuer Vertrag | |||
ausgehandelt. Am 24 August 1838 erfolgte die Revision durch Kantor Rinck, eine | |||
Disposition der letztendlich gebauten Orgel ist aus der Zeit der Erbauung nicht | |||
überliefert. | |||
1863 wurde ein neunjähriger Wartungsvertrag mit Rothermel abgeschlossen. | |||
1917/18 mussten die Prospektpfeifen sowie die Pfeifen eines Registers zusammen mit | |||
den Kirchenglocken abgeliefert werden. | |||
Am 24.02.1926 wurde ein Wartungsvertrag mit Heinrich Bechstein aus Groß-Umstadt | |||
abgeschlossen. Zwei Jahre später wurde durch Bechstein ein elektrisches Orgelgebläse | |||
geliefert. Weitere zwei Jahre später rüstete Bechstein die zuvor abgelieferten | |||
Orgelpfeifen nach. | |||
Da während des Krieges keine Reparaturen an der Kirche unternommen werden | |||
konnten, sind größere Schäden entstanden, unter anderem auch am Dach. Dadurch | |||
konnte Regenwasser ins Kircheninnere und somit auch in die Orgel gelangen. Als Folge | |||
hat die Orgel schwere Schäden davongetragen. | |||
1948 wurde ein Wartungsvertag mit Johann Appel aus Groß-Umstadt abgeschlossen. | |||
Ein Jahr später konnte das benötigte Baumaterial beschat werden, um die | |||
Dachschäden an der Kirche zu reparieren. Im Anschluss wurde auch die Orgel überholt, | |||
auch wenn ein Teil der Register nicht mehr nutzbar war und ausgetauscht werden | |||
musste. Die Renovierung kostete etwa 600,00 DM und wurde durch Appel durchgeführt. | |||
1952 wurde im Rahmen einer Innenraumrenovierung die Orgel elektrifiziert und auf der | |||
Empore nach hinten gerückt, um mehr Platz für den Chor zu schaen, der Spieltisch | |||
wurde freistehend auf der Epistelseite positioniert. Ausführender Orgelbauer für diese | |||
Änderungen war Appel. | |||
1972-75 wurde der Innenraum erneut renoviert. Im Rahmen dieser Renovierung wurde | |||
die Firma Gebrüder Oberlinger aus Windesheim mit der Erweiterung der Orgel | |||
beauftragt. Das Gehäuse wurde hierbei wieder in seine Ursprungsposition | |||
zurückversetzt, der Spieltisch wurde an seiner alten Position am Gehäuse neu gebaut. | |||
Bei den neuen Registern wurden andere Dreymann Dispositionen als Vorbild verwendet, | |||
sowie die Mensur und Bauweise dem bestehenden Pfeifenwerk angepasst, um einen | |||
homogenen Orgelklang zu erzielen. | |||
Bei einer späteren Kircheninnenraumrenovierung wurde das Orgelgehäuse farblich | |||
neugestaltet. | |||
Da im Laufe der Zeit durch viele kleinere Reparaturen und Austausche im Pfeifenwerk | |||
durch verschiedene Orgelbauer durchgeführt wurden, ist der Anteil originaler Dreymann | |||
Register immer weiter zurückgegangen. Weil zudem keine Aufzeichnungen von Details | |||
dieser Reparaturen vorhanden sind, lässt sich nur noch bei wenigen Registern ihre | |||
Dreymann-Herkunft bestätigen. | |||
Ein erhaltenes Dreymann Register, welches einer besonderen Erwähnung bedarf, ist die | |||
Posaune 16’ im Pedal. Sie ist ein aufschlagendes Zungenregister, bei welchem die | |||
Becherlängen normalerweise auf halber Länge oder voller Länge festgelegt ist. | |||
Eigentümlicherweise ist die Becherlänge in Eppertshausen eine Terzlänge, diese | |||
bauliche Besonderheit hat die negative Eigenschaft, dass die Stimmung nur sehr | |||
schlecht gehalten wird. Es ist davon auszugehen, dass dies der Grund ist, dass | |||
Dreymann in späteren Orgeln von dieser Bauart absah. | |||
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|ANMERKUNGEN =Andere Quellen: | |ANMERKUNGEN =Andere Quellen: Eigensichtungen 2022-2025 | ||
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|LITERATUR =Chronik der Pfarrgemeinde St. Sebastian Eppertshausen - Wilhelm Körner 1988 | |LITERATUR = | ||
Chronik der Pfarrgemeinde St. Sebastian Eppertshausen - Wilhelm Körner 1988 | |||
Die Orgelbauwerkstatt Dreymann in Mainz - Achim Seip ISBN: 3-921 848-21-0 | |||
veröffentlicht 1993, Herausgeber: Orgelbau-Fachverlag Rensch | |||
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