Zum Inhalt springen

Karlsruhe, Kleine Kirche: Unterschied zwischen den Versionen

keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 93: Zeile 93:
|GEHÄUSE        =  
|GEHÄUSE        =  
|GESCHICHTE      = Die Disposition der Steinmeyer-Orgel entwarf [https://nordhausen-wiki.de/wiki/Martin_G%C3%BCnther_F%C3%B6rstemann Günther Martin Förstemann] in Zusammenarbeit mit Hans Steinmeyer.
|GESCHICHTE      = Die Disposition der Steinmeyer-Orgel entwarf [https://nordhausen-wiki.de/wiki/Martin_G%C3%BCnther_F%C3%B6rstemann Günther Martin Förstemann] in Zusammenarbeit mit Hans Steinmeyer.
In einem Zeitungsartikel der ''Badischen Neuesten Nachrichten'' vom 21. März 1950 - also kurz nach der Einweihung - findet sich eine Rezension eines Konzertes von Förstemann, wobei der Rezensent mitteilt: "''In diesem verhältnismäßigkleinen Werk gelang es, die Forderungen der „Orgelbewegung“ und den technischen Fortschritt sinnvoll miteinanderzu verbinden, eine geglückte Synthese von Gemeinde- und Kammerorgel zu schaffen, und dies nicht etwa durch Registerhäufung, sondern vielmehr in einer reichen Orgelerfahrung nutzenden Beschränkung auf zwanzig Stimmen. Die natürlichen Obertonverstärker der klassischen Instrumente kommen in dieser Orgel wieder zu ihrem Recht und verleihen ihr vorherrschend barocken, farbenreichen Charakter. Allerdings empfindet man die Quinttönigkeit im Pedalbaß (Subbaß 16‘) in dieser Disposition als eine nicht gerade glückliche Lösung, denn bei so kleiner Registerzahl wäre ein grundtöniger Baß wohl vorzuziehen. Das Tutti, das, silbrigglitzernd, keinerlei unangenehme Schärfe aufweist, füllt mit seinem edlen Klang den Kirchenraum tragend aus. Martin Günther Förstemann, der in seinem Konzert am Sonntagabend zunächst in einer eigenen Partita über einen Passionschoral eine mit ganz großen Vorbildern vergleichbaren, kompositorisch makellosen und klanglich höchstdifferenzierten Improvisationskunst unter Beweis stellte, ließ anschließend die besondere Eignung der Orgel für die Werke alter Meister, Bachs vor allem, erkennen. Erstaunlich, welcher Nuancierungen das Instrument sich fähig erweist, vom schlichten Choralvorspiel angefangen bis zum Monumentalbau der Passacaglia und Fuge c-moll von Bach. Nicht nur die Registrierung bewirkt Förstemanns Spiel-Gestaltung. Vielleicht ist es mehr noch der Anschlag, der musikalisch vorbestimmte Einsatz des Portato, Leggiero, Staccato, der belebt und formt. Denn auch auf der Pause, in dem von Spannung und Nachklang erfüllten Raum zwischen zwei Klängen,liegt großes musikalisches Gewicht. Das hörend zu erfahren bedarf es freilich eines Künstlers wie Martin Günther Förstemann, in dem der Geist und die Überlieferung höchster Orgelkunst lebendig fortwirken."''
In einem Zeitungsartikel der ''Badischen Neuesten Nachrichten'' vom 21. März 1950 - also kurz nach der Einweihung - findet sich eine Rezension eines Konzertes von Förstemann, wobei der Rezensent mitteilt: "''In diesem verhältnismäßig kleinen Werk gelang es, die Forderungen der „Orgelbewegung“ und den technischen Fortschritt sinnvoll miteinander zu verbinden, eine geglückte Synthese von Gemeinde- und Kammerorgel zu schaffen, und dies nicht etwa durch Registerhäufung, sondern vielmehr in einer reichen Orgelerfahrung nutzenden Beschränkung auf zwanzig Stimmen. Die natürlichen Obertonverstärker der klassischen Instrumente kommen in dieser Orgel wieder zu ihrem Recht und verleihen ihr vorherrschend barocken, farbenreichen Charakter. Allerdings empfindet man die Quinttönigkeit im Pedalbaß (Subbaß 16‘) in dieser Disposition als eine nicht gerade glückliche Lösung, denn bei so kleiner Registerzahl wäre ein grundtöniger Baß wohl vorzuziehen. Das Tutti, das, silbrigglitzernd, keinerlei unangenehme Schärfe aufweist, füllt mit seinem edlen Klang den Kirchenraum tragend aus. Martin Günther Förstemann, der in seinem Konzert am Sonntagabend zunächst in einer eigenen Partita über einen Passionschoral seine mit ganz großen Vorbildern vergleichbare, kompositorisch makellose und klanglich höchstdifferenzierte Improvisationskunst unter Beweis stellte, ließ anschließend die besondere Eignung der Orgel für die Werke alter Meister, Bachs vor allem, erkennen. Erstaunlich, welcher Nuancierungen das Instrument sich fähig erweist, vom schlichten Choralvorspiel angefangen bis zum Monumentalbau der Passacaglia und Fuge c-moll von Bach. Nicht nur die Registrierung bewirkt Förstemanns Spiel-Gestaltung. Vielleicht ist es mehr noch der Anschlag, der musikalisch vorbestimmte Einsatz des Portato, Leggiero, Staccato, der belebt und formt. Denn auch auf der Pause, in dem von Spannung und Nachklang erfüllten Raum zwischen zwei Klängen, liegt großes musikalisches Gewicht. Das hörend zu erfahren bedarf es freilich eines Künstlers wie Martin Günther Förstemann, in dem der Geist und die Überlieferung höchster Orgelkunst lebendig fortwirken."''


2016 wurde die Steinmeyer-Orgel aufgrund des bevorstehenden Neubaus der Lenter-Orgel abgetragen und in die ''Paróquia Nossa Senhora do Rosário de Fátima'' nach Campos/Brasilien übertragen; die Weihe fand Ende Oktober 2019 statt.
2016 wurde die Steinmeyer-Orgel aufgrund des bevorstehenden Neubaus der Lenter-Orgel abgetragen und in die ''Paróquia Nossa Senhora do Rosário de Fátima'' nach Campos/Brasilien übertragen; die Weihe fand Ende Oktober 2019 statt.
Bürokraten, proofreader
14.295

Bearbeitungen