Freital/Hainsberg, Hoffnungskirche: Unterschied zwischen den Versionen

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1900 wurde in Hainsberg der Grundstein für eine neue Kirche gelegt. Mit dem Bau der Kirche wurde Architekt Paul Reuter aus Dresden betraut. Am 11. November 1901 konnte das Bauwerk geweiht werden. Das Gebäude gilt als letzter großer Sakralbau des Plauenschen Grundes. Otto Gußmann von der Kunstakademie Dresden übernahm die Ausmalung der Kirche und setzte gleichzeitig eine neue Raumgestaltung durch.
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1900 wurde in Hainsberg der Grundstein für eine neue Kirche gelegt. Den Bauauftrag für die Kirche erhielt der Architekt Paul Reuter aus Dresden. Am 11. November 1901 konnte die Kirche geweiht werden. Das Gebäude gilt als letzter großer Sakralbau des Plauenschen Grundes. Otto Gußmann von der Kunstakademie Dresden übernahm die Ausmalung der Kirche und setzte gleichzeitig eine neue Raumgestaltung durch.
 
Kommerzienrat Römer und seine Frau Ida Römer, geborene Bienert, stifteten eine pneumatische Orgel zum Gedenken an ihre früh verstorbenen Söhne. Das Instrument erbaute die Orgelbaufirma Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil) aus Dresden. Das Eichenholzgehäuse der Orgel wurde dem Jugendstil in der Kirche angepasst.
 
Kommerzienrat Römer und seine Frau Ida Römer, geborene Bienert, stifteten eine pneumatische Orgel zum Gedenken an ihre früh verstorbenen Söhne. Das Instrument erbaute die Orgelbaufirma Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil) aus Dresden. Das Eichenholzgehäuse der Orgel wurde dem Jugendstil in der Kirche angepasst.
 
    
 
    
 
1917 erfolgte die Abgabe der originalen Prospektpfeifen aus Zinn. Diese wurden später durch Zinkpfeifen ersetzt.
 
1917 erfolgte die Abgabe der originalen Prospektpfeifen aus Zinn. Diese wurden später durch Zinkpfeifen ersetzt.
 
   
 
   
1935 wurde die Orgel gereinigt und gegen Holzwurmbefall behandelt. Außerdem erfolgte eine Rückversetzung des Orgelgehäuses um 70cm, was die Zugänglichkeit der Orgel bis heute erschwert. Das I. Manual konnte durch das Register Blockflöte 4‘ auf einer Zusatzwindlade erweitert werden.
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1935 wurde die Orgel durch die Orgelbaufirma Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil), Dresden, gereinigt und gegen Holzwurmbefall behandelt. Außerdem erfolgte eine Rückversetzung des Orgelgehäuses um 70cm, was die Zugänglichkeit der Orgel bis heute erschwert. Das I. Manual konnte durch das Register Blockflöte 4‘ auf einer Zusatzwindlade erweitert werden.
  
 
In den Jahren 1981-82 erfolgte ein Umbau und Umdisponierung der Orgel durch Johannes Schubert. Der Crescendo Apparat und das Schwellergehäuse für das II. Manual wurden entfernt und der Spieltisch umgebaut. Der Klang der Orgel wurde durch Änderung einiger Register aufgehellt.  
 
In den Jahren 1981-82 erfolgte ein Umbau und Umdisponierung der Orgel durch Johannes Schubert. Der Crescendo Apparat und das Schwellergehäuse für das II. Manual wurden entfernt und der Spieltisch umgebaut. Der Klang der Orgel wurde durch Änderung einiger Register aufgehellt.  
Zur Holzwurmbekämpfung verwendete Johannes Schubert ungewöhnlich große Mengen Hylotox. Alle Holzpfeifen, die Stellage und das Orgelgehäuse weisen extreme kristalline Ausblühungen von Hylotox auf.  
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Zur Holzwurmbekämpfung verwendete Johannes Schubert ungewöhnlich große Mengen Hylotox, ein Mittel welches zur Holzwurmbekämpfung zu DDR-Zeiten angewandt wurde. Die Rückstände des giftigen Holzschutzmittels sind nach Jahrzehnten noch riech- und sichtbar. Inzwischen wurde die Anwendung dieses Mittels verboten. Eine Sanierung der Orgel ist für 2022-2023 vorgesehen.  
  
 
Den Namen „Hoffnungskirche“ erhielt die Kirche 1990 aufgrund der vielen biblischen Hoffnungsbilder.
 
Den Namen „Hoffnungskirche“ erhielt die Kirche 1990 aufgrund der vielen biblischen Hoffnungsbilder.
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|MANUALE        = 2, C-g³  
 
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Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd.2, Sachsen und Umgebung, Pape-Verlag Berlin, 2012. S. 171.
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Oehme, Fritz: Handbuch über ältere, neuere und neueste Orgelwerke im Königreich Sachsen, Leipzig, Edition Peters, Reprints, 1978, Supplement. S.128, S.25-26 Nr.34.
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Gebrüder Jehmlich, Königl. Sächs. Hoforgelbauer-N, Dresden 1910. S.52 Bild, S.53 Gutachten, S.106 Disposition.
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[https://jehmlich-orgelbau.de/ Webseite, Jehmlich-Orgelbau]
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Aktuelle Version vom 20. April 2023, 16:21 Uhr


Freital/Hainsberg, Hoffnungskirche, Jehmlich-Orgel 2022.
Freital/Hainsberg, Hoffnungskirche, Jehmlich-Orgel, Empore seitlich 2022.
Freital/Hainsberg, Hoffnungskirche, Jehmlich-Orgel, Registertableau 2022.
Freital/Hainsberg, Hoffnungskirche, Jehmlich-Orgel von 1901, Katalog Jehmlich 1910.
Orgelbauer: Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil), op.169
Baujahr: 1901
Geschichte der Orgel: 1900 wurde in Hainsberg der Grundstein für eine neue Kirche gelegt. Den Bauauftrag für die Kirche erhielt der Architekt Paul Reuter aus Dresden. Am 11. November 1901 konnte die Kirche geweiht werden. Das Gebäude gilt als letzter großer Sakralbau des Plauenschen Grundes. Otto Gußmann von der Kunstakademie Dresden übernahm die Ausmalung der Kirche und setzte gleichzeitig eine neue Raumgestaltung durch.

Kommerzienrat Römer und seine Frau Ida Römer, geborene Bienert, stifteten eine pneumatische Orgel zum Gedenken an ihre früh verstorbenen Söhne. Das Instrument erbaute die Orgelbaufirma Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil) aus Dresden. Das Eichenholzgehäuse der Orgel wurde dem Jugendstil in der Kirche angepasst.

1917 erfolgte die Abgabe der originalen Prospektpfeifen aus Zinn. Diese wurden später durch Zinkpfeifen ersetzt.

1935 wurde die Orgel durch die Orgelbaufirma Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil), Dresden, gereinigt und gegen Holzwurmbefall behandelt. Außerdem erfolgte eine Rückversetzung des Orgelgehäuses um 70cm, was die Zugänglichkeit der Orgel bis heute erschwert. Das I. Manual konnte durch das Register Blockflöte 4‘ auf einer Zusatzwindlade erweitert werden.

In den Jahren 1981-82 erfolgte ein Umbau und Umdisponierung der Orgel durch Johannes Schubert. Der Crescendo Apparat und das Schwellergehäuse für das II. Manual wurden entfernt und der Spieltisch umgebaut. Der Klang der Orgel wurde durch Änderung einiger Register aufgehellt. Zur Holzwurmbekämpfung verwendete Johannes Schubert ungewöhnlich große Mengen Hylotox, ein Mittel welches zur Holzwurmbekämpfung zu DDR-Zeiten angewandt wurde. Die Rückstände des giftigen Holzschutzmittels sind nach Jahrzehnten noch riech- und sichtbar. Inzwischen wurde die Anwendung dieses Mittels verboten. Eine Sanierung der Orgel ist für 2022-2023 vorgesehen.

Den Namen „Hoffnungskirche“ erhielt die Kirche 1990 aufgrund der vielen biblischen Hoffnungsbilder.

Windladen: Kegelladen
Spieltraktur: pneumatisch
Registertraktur: pneumatisch
Registeranzahl: 32
Manuale: 2, C-g³
Pedal: 1, C-f1
Spielhilfen, Koppeln: Manualkoppel II-I

Pedalkoppel I

Pedalkoppel II

Oktavkoppel

Piano

Mezzoforte

Forte

Fortissimo

Crescendo

Freie Vorbereitung

Tremulant II



Disposition nach Jehmlich

I.MANUAL, HAUPTWERK II.MANUAL, SCHWELLWERK PEDAL
Bordun 16'

Prinzipal 8'

Gambe 8'

Concertflöte 8'

Rohrflöte 8'

Dolce 8'

Oktave 4'

Flöte 4'

Quinte 2 2/3'

Octave 2'

Terz 1 3/5'

Mixtur 5f. 2'

Zimbel 5f. 1'

Trompete 8'

Geigenprinzipal 8'

Violine 8'

Gedackt 8'

Quintatön 8'

Salicet 4'

Rohrflöte 4'

Piccolo 2'

Terz ab c° 1 3/5'

Quinte 1 1/3'

Oktave 1'

Mixtur 3fach 1 1/3'

Oboe 8'

Tremulant

Violonbass 16'

Subbass 16'

Octavbass 8'

Cellobass 8'

Oktavbass 4'

Posaune 16'



Bibliographie

Literatur: Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen, Orgeldatenbank ORKASA

Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH

Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd.2, Sachsen und Umgebung, Pape-Verlag Berlin, 2012. S. 171.

Oehme, Fritz: Handbuch über ältere, neuere und neueste Orgelwerke im Königreich Sachsen, Leipzig, Edition Peters, Reprints, 1978, Supplement. S.128, S.25-26 Nr.34.

Gebrüder Jehmlich, Königl. Sächs. Hoforgelbauer-N, Dresden 1910. S.52 Bild, S.53 Gutachten, S.106 Disposition.

Weblinks: Wikipedia, Freital/Hainsberg, Hoffnungskirche

Kirche-Freital/Hainsberg, Hoffnungkirche

Webseite, Jehmlich-Orgelbau

Wikipedia, Jehmlich Orgelbau

Wikipedia, Liste der Orgeln im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge