Erlau/Schweikershain, Dorfkirche: Unterschied zwischen den Versionen

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1955 versetzte die Firma Hermann Eule, Bautzen, die Orgel von der seitlichen Chorempore auf die Westempore. Die Aeoline wurde entfernt und die Zimbel rekonstruiert. (Hermann Eule).
 
1955 versetzte die Firma Hermann Eule, Bautzen, die Orgel von der seitlichen Chorempore auf die Westempore. Die Aeoline wurde entfernt und die Zimbel rekonstruiert. (Hermann Eule).
  
1986-1990 Umfangreiche Instandsetzung durch Hermann Eule Orgelbau, Bautzen. Die Orgel bekam eine ungleichstufige Temperatur.
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1986-1990 Umfangreiche Instandsetzung durch VEB Eule Orgelbau, Bautzen. Die Orgel bekam eine ungleichstufige Temperatur.
  
  
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Archivalien aus der Bauzeit sind nicht vorhanden. Die Orgel stammt aufgrund von charakteristischen Merkmalen aus der Werkstatt von Gottfried Silbermanns und hatte ursprünglich nur 5 Register. Laut Ulrich Dähnert kam die Orgel 1759 als Geschenk von Georg Reinhard von Wallwitz nach Schweikershain. Laut Orgelkartei der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens ebenso seit 1759 in Schweikershain. Zuvor stand sie als Interimsorgel in der kathol. Hof- und Probsteikirche, Dresden. In einem Verzeichnis von Johann Gottfried Fischer wurde die Orgel erstmals 1800 erwähnt, allerdings fälschlich mit 2 Manualen und Pedal.
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1721 erhielt Schweikershain einen Kirchenneubau. Am 2. März 1721 fand die feierliche Einweihung statt. „1726 wurde ein neuer Chor erbaut, vermutlich derjenige, welcher noch jetzt als Orgelchor dient“. Ausführliche Mitteilungen über diesen Kirchenbau bietet die kleine Schrift: „Aus alten Papieren“. „1759 wurde hier eine kleine Silbermannsche Orgel mit fünf klingenden Stimmen aufgestellt, welche der damalige Patron, Georg Reinhard von Wallwitz, aus Dresden hatte kommen lassen, wo sie früher als Interimsorgel in der katholischen Hofkirche gedient haben soll“. (Laut Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Leisnig, Sp.770ff.)
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In einem Verzeichnis von Johann Gottfried Fischer wurde die Orgel erstmals 1800 erwähnt, allerdings fälschlich mit 2 Manualen und Pedal.
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Laut Frank-Harald Greß (2007) soll die Orgel bereits vor 1734 entstanden sein und hat nicht in Dresden gestanden, weil in der Dresdner Kirchenmusik in dieser Zeit tiefe Kammertonstimmung gebräuchlich war.
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Wallwitz, Georg Reinhard Graf von (*1726 Schweikershain, +1807 Dresden). Kursächsischer Minister.
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Flade, Ernst: Gottfried Silbermann. Leipzig, VEB Deutsche Musikaliendruckerei, S.149 (Schwaikershain).
 
Flade, Ernst: Gottfried Silbermann. Leipzig, VEB Deutsche Musikaliendruckerei, S.149 (Schwaikershain).
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Greß, Frank-Harald: Dokumentation der Silbermann-Orgel von Schweikershain, SLUB Dresden, Manuskript
  
 
Greß, Frank-Harald: Die Orgeln Gottfried Silbermanns, Dresden, Michael Sandstein Verlag 2001, S.99 (Schwaikershain).
 
Greß, Frank-Harald: Die Orgeln Gottfried Silbermanns, Dresden, Michael Sandstein Verlag 2001, S.99 (Schwaikershain).
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Müller, Werner: Gottfried Silbermann, Persönlichkeit und Werk. Eine Dokumentation. Leipzig, VEB Deutscher Verlag für Musik 1982, 1. Auflage, S.363 (Schwaikershain).
 
Müller, Werner: Gottfried Silbermann, Persönlichkeit und Werk. Eine Dokumentation. Leipzig, VEB Deutscher Verlag für Musik 1982, 1. Auflage, S.363 (Schwaikershain).
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[https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/12087/393/0/ SLUB Dresden, digital: Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Leisnig, Die Parochie Schweikershain, Die Kirche Sp.770ff., Leipzig: Strauch, 1900]
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Rost, Walter: Aus alten Papieren: urkundliche Mitteilungen über eine Stiftung im Kloster Waldheim für das Seelenheil derer von Kauffungen und über Kirchen u. Pfarrbau zu Schweikershain. [ca.1899]
 
        
 
        
 
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Aktuelle Version vom 18. März 2021, 09:54 Uhr


Schweikershein,Dorfkirche,Silbermann-Orgel
Schweikershein,Dorfkirche, Registerzüge C-Seite,Silbermann-Orgel
Schweikershein,Dorfkirche,Registerzüge Cis-Seite,Silbermann-Orgel
Schweikershain, Dorfkirche
Orgelbauer: Gottfried Silbermann
Baujahr: vermutlich vor 1734
Geschichte der Orgel: 1721 erhielt Schweikershain einen Kirchenneubau. Am 2. März 1721 fand die feierliche Einweihung statt. „1726 wurde ein neuer Chor erbaut, vermutlich derjenige, welcher noch jetzt als Orgelchor dient“. Ausführliche Mitteilungen über diesen Kirchenbau bietet die kleine Schrift: „Aus alten Papieren“. „1759 wurde hier eine kleine Silbermannsche Orgel mit fünf klingenden Stimmen aufgestellt, welche der damalige Patron, Georg Reinhard von Wallwitz, aus Dresden hatte kommen lassen, wo sie früher als Interimsorgel in der katholischen Hofkirche gedient haben soll“. (Laut Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Leisnig, Sp.770ff.)

In einem Verzeichnis von Johann Gottfried Fischer wurde die Orgel erstmals 1800 erwähnt, allerdings fälschlich mit 2 Manualen und Pedal.

Laut Frank-Harald Greß (2007) soll die Orgel bereits vor 1734 entstanden sein und hat nicht in Dresden gestanden, weil in der Dresdner Kirchenmusik in dieser Zeit tiefe Kammertonstimmung gebräuchlich war.

Umbauten: 1876 Reparaturen durch Guido Hermann Schäf aus Grünhainichen.

1923 setzte Alfred Schmeisser statt der beschädigten Zimbel eine Aeoline 8‘ ein und reinigte die Orgel.

1955 versetzte die Firma Hermann Eule, Bautzen, die Orgel von der seitlichen Chorempore auf die Westempore. Die Aeoline wurde entfernt und die Zimbel rekonstruiert. (Hermann Eule).

1986-1990 Umfangreiche Instandsetzung durch VEB Eule Orgelbau, Bautzen. Die Orgel bekam eine ungleichstufige Temperatur.

Gehäuse: Restaurator Volker Wiesmann legte 1989 die ursprüngliche Gehäusefassung frei.
Stimmtonhöhe: Chorton, gegenwärtig a1: 460,4 Hz
Temperatur (Stimmung): Ursprüngliche Temperatur nicht nachweisbar, seit 1989 ungleichstufige Temperatur.
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Registeranzahl: 6
Manuale: 1
Pedal: 1
Spielhilfen, Koppeln: TREMVLANT

unbeschriftet: Pedalkoppel





Disposition

MANUAL C, D – d3 PEDAL C, D – c1
(außer Gedackt und Cimbel mit

gesonderten Zügen für Baß und Diskant,

Schleifenteilung bei c1/cis1)


GEDACKT 8 Fuss

PRINCIPAL 4 Fuss

OCTAVA 2 Fuss

QVINTA 1 1/2 Fuss

CIMBEL 2 fach

SUBBASS 16 Fuss



Bibliographie

Anmerkungen: Wallwitz, Georg Reinhard Graf von (*1726 Schweikershain, +1807 Dresden). Kursächsischer Minister.
Literatur: Auswahl

Dähnert, Ulrich: Historische Orgeln in Sachsen. Ein Orgelinventar. Leipzig, VEB Deutscher Verlag für Musik,1980, S.252 (Schwaikershain).

Dähnert, Ulrich: Die Orgeln Gottfried Silbermanns in Mitteldeutschland, Leipzig: Koehler & Amelang, Leipzig, S.214 (Schwaikershain).

Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen, Orgeldatenbank ORKASA

Fischer, Johann Gottfried, Verzeichnis der Orgeln, welche Gottfried Silbermann erbauet. In: Freyberger Gemeinnützige Nachrichten, 1800, Nr. 13, 27. März, S.130, lfd. Nr.25 SLUB, Digitale Sammlungen, S.130

Flade, Ernst: Gottfried Silbermann. Leipzig, VEB Deutsche Musikaliendruckerei, S.149 (Schwaikershain).

Greß, Frank-Harald: Dokumentation der Silbermann-Orgel von Schweikershain, SLUB Dresden, Manuskript

Greß, Frank-Harald: Die Orgeln Gottfried Silbermanns, Dresden, Michael Sandstein Verlag 2001, S.99 (Schwaikershain).

Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd.2, Sachsen und Umgebung, Pape-Verlag Berlin, 2012, S.370.

Müller, Werner: Gottfried Silbermann, Persönlichkeit und Werk. Eine Dokumentation. Leipzig, VEB Deutscher Verlag für Musik 1982, 1. Auflage, S.363 (Schwaikershain).

SLUB Dresden, digital: Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Leisnig, Die Parochie Schweikershain, Die Kirche Sp.770ff., Leipzig: Strauch, 1900

Rost, Walter: Aus alten Papieren: urkundliche Mitteilungen über eine Stiftung im Kloster Waldheim für das Seelenheil derer von Kauffungen und über Kirchen u. Pfarrbau zu Schweikershain. [ca.1899]

Discographie: Auswahl

Die Orgeln von Gottfried Silbermann Volume 2. Felix Friedrich an den Silbermann Orgeln in Bad Lausick, Rötha, Schweikershain und Glauchau, CD. Querstand 2005.

Weblinks: Auswahl

Wikpedia, Schwaikershain, Dorfkirche

Webseite, Silbermann-Gesellschaft, Schwaikershain, Dorfkirche

Schweikershain, Evang.-Luth. Kirche, Silbermann-Orgel