Bree/Triamant Bree, Klooster van Gerkenberg (Hauptorgel)

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Bree- Kloster van Gerkenberg- Prospekt 2021before restauration.jpg
Orgel im Raum vor der Renovierung des Raumes
Spieltisch vor der Restauration.
Orgelbauer: Jos Stevens, Duffel (B)
Baujahr: 1924-1926 / 2023
Geschichte der Orgel: 1925-26 Neubau der Orgel mit pneumatischen Kegelladen durch Jos Stevens (Duffel). Es handelt sich dabei um ein Werk mit freistehender Spielanlage mit Blickrichtung zum Altar mit 17 Registern auf zwei Manualen und Pedal hinter einem zweigeteilten neugotischen Gehäuse. Das heutige Orgelwerk entstand 10 Jahre nach Fertigstellung der Kirche. Diese Orgel ist ein Geschenk der Stadt an die Erzpater des Klosters. Der Vertragsschluss fand am 17. September 1924 statt.

09. Mai 1929 Erweiterungsbestrebungen der Orgel um 2 Register


Plein Jeu III ( GO )

Cor d'Euphoniae 8' (REC)

diese Arbeiten werden allerdings nie ausgeführt.


Um 1948 Ersatz der ursprünglichen Zinn-Blei-Prospektpfeifen durch Zink-Imitate. Im gleichen Zeitraum ersetzte man die Diskantlage von Salicional 8, Viola di Gambe 8, Flute Harmonique 8 und Montre 8, durch Zinkpfeifen, bei denen die Zinknachbauten auf die ursprünglichen Zinn/Blei-Füße gelötet wurden. Einbau von blinden Prospektpfeifen an den Innenseiten des Gehäuses.


gegen 1951. Ersatz der abgeknickten Becher (C - fis') der Trompete und von zwei Bechern der kompletten Basslage der Oboe 8' durch minderwertige Zinkbecher sowie Verlegung der ersten Oktave des Subbasses (C-H) in das linke Orgelgehäuse, sowie auch das Aufrücken des Registers Octavebasse 8 auf einen 4'.

'Auf 1981 sind die letzten Instandhaltungsmaßnahmen mit Austausch der Membranen und Überarbeitung der pneumatischen Relaissteuerungen zu datieren.

2001. Letzter Gottesdienst bei der Entwidmung der Kirche, wobei die Orgel ebenfalls spielt. Ein bisher noch unbekannter Orgelbauer (wenn überhaupt) ersetze die Membranen der (??). Dennoch wird sie 3x im Jahr zu kleinen Veranstaltungen gespielt. Leider gibt es keine Aufnahmen oder Fotos im Internet zu finden, weswegen der Autor hofft, bald eine Aufnahme zu finden.

2013. Das letzte mal spielt die Orgel öffentlich während einer Veranstaltung

Auf Bitte des Autors veröffentlichte die Inhabergesellschaft des Klosters einen Beitrag, woraufhin sich viele Menschen mit Fotos und Videos an den Autor wandten. Auf einem der Videos ist zu verzeichnen, dass die Orgel 2017 noch mit 4 Registern spielbar, aber dennoch stark windstößig war.

2020. Bauarbeiter sowie Inhaber lasern das gesamte Sandsteingewölbe ab, dort passiert den neuen Inhabern ein fataler Fehler: Die Orgel wird NICHT eingehaust, wodurch der ganze Sandstaub sich in der Orgel absetzt und den Weg durch die Pfeifen und Windkanäle in die Windladen und deren Membranen findet. Die Orgel ist seitdem nicht spielbar.

2022-2023 Jonah Halfmann führt die Restaurierung und Rückführung der Orgel in den Zustand von 1926 durch, wobei er die Bestrebungen von 1929 sowie eine Erweiterung um 10 Register (Nachbau von Registern aus anderen Orgeln der Erbauerfirma) nach Rücksprache mit mehreren Verantwortlichen ebenfalls umsetzt. Die Originalsubstanz bleibt dabei unberührt. Das Plein Jeu findet seinen Platz im ehemaligen Stimmgang, welches mithilfe von Tonmagneten (unter der Windlade) und Hallschienen unter dem Manual des Grand Orgues gesteuert wird. Gleiches gilt für die anderen Register welche ebenfalls mit Tonmagneten und Hallschienen gesteuert werden, um die Originalsubstanz zu erhalten. Die Registeransteuerung dieser neuen Register erfolgt über zusätzliche Registerwippen (Nachbauten der Originalen).

Stand 2024 Das Pfeifenwerk, Windladen und Bälge im Rechten Orgelgehäuse (Grand Orgue, Pedal) sind von Wurm befreit und restauriert. Die linke Seite (Récit Expressif) ist noch unrestauriert. Die Arbeiten können leider derzeit nicht fortgeführt werden, aufgrund eines Insolvenzverfahrens gegen die Inhaberfirma. Die Erweiterung der Register in der Orgel sowie auch die technischen Neuerungen sind am Spieltisch und in der Orgel bereits ausgeführt.


Die Stevens-Orgel in Bree zeigt sich heute an einigen Stellen kaum noch, aber in großen Teilen noch im typischen Stil ihrer Erbauerwerkstatt. Mit ihren zwei Manualen und Pedal ist sie zwar relativ klein für den Kirchraum, aber das Hauptwerk basiert trotz der wenigen Register auf 16′, mit reichen, teilweise leicht überblasenden Grundstimmen und Streichern, welche im zweiten Manual nochmals weiter aufgefächert und durch einen 4′ sowie eine tragende Flute Harmonique 8' und zwei (heute 6) Rohrwerke/n erweitert werden. Das Pedal übernimmt eine Stützfunktion mit den zwei aus Holz gebauten Registern (siehe Disposition), welche auch die Rückwand der Orgel bilden. Das Fehlen der Mixtur sowie des 2' im Hauptwerk war allerdings zu bedauern, die diese die Orgel um einiges vielfältiger gemacht hätte. Die Gravität und Kraft kommt aus den reichen Grundstimmen, ergänzt durch den Bourdon 16' aus dem GO sowie die Doublette 2’, auch wenn diese sehr leise gehalten ist. Leider ist das Werk derzeit nicht spielbar (Restauration läuft), gleichwohl sich einige Heuler hören und einige Tasten betätigen lassen. Der Zustand des Instrumentes war, im Gegensatz zu dem der Kirche, als bedenklich zu bezeichnen. 16 Fehlende Pfeifen des Bourdon 16’ (Diskant) waren durch Jonah Halfmann festzustellen.

Umbauten: Restaurierung: Jonah Halfmann

2022-2024

Gehäuse: neugotisch, in zwei Teilen links und rechts des Emporenfensters sowie beiderseits ein Turm mit klingenden Prospektpfeifen in einem neugotischen spitzbögigen Flachfeld.
Stimmtonhöhe: a1 = 434 Hz bei 19 °C
Temperatur (Stimmung): gleichstufig
Windladen: Kegelladen
Spieltraktur: pneumatisch (Abstrom/Zustrom)
Registertraktur: pneumatisch (Zustrom), Erweiterungen Elektrisch
Registeranzahl: 28
Manuale: 2, C-g3
Pedal: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: Koppeln: Octave Grave. II-I, Octaves Aig. II-I, Copula (II-I), I - Pedal (Tirasse GO), II - P (Tirasse Recit) Volles Werk (Kollektivdrücker unterm Grand Orgue Manual)



Disposition

I Grand Orgue II Recit expressif Pedale
Bourdon 16 (H/Sn)

Montre 8' (Zn/Sn)

Bourdon harmonique 8' (Sn)

Quinté 5' (4‘- 8‘)

Salicional 8' (H/Zn/Sn)

Preastant 4' (Sn)

Quantane 3'

Doublette 2'

Plein Jeu III

Flûte Harmonique 8' (H/Sn)

Viola de Gambe 8' (Zn/Sn)

Flûte Soprano 8' (H)

Voix Celeste 8' (Sn)

Melophone 4' (Zn/Sn)


ANCHES FREI ZUWEISBAR

Quinte 2 2/3' (Sn)

Doublette 2' (Sn)

Cor Francias 16' (Sn/DS)

Trompette Harmonique 8' (Sn)

Basson ét Hautbois 8' (Zn/Sn)

Cor Anglais 8' (Sn/DS)

Tuba Profunda 8' (Sn)

Clarionet 8' (Sn/DS)

Tremolo

Grand Bourdon 32' (H)¹

Sousbasse 16‘ (H)

Bourdon Doux 16' (H/Sn)

Octavébassé 8‘ (H)

Bassé 8‘ (H/Sn)

Openfluit 4‘ (Zn/Sn)


Setzeranlage mit 3 Accounts, 99 Kombinatsbanken pro Account (A-H, 1-8x99)

Appel d‘ Anches Recit, Appel d‘ Anches Grand Orgue (Anches Register in der Disposition Fett)

Material: (H) Holz - (Zn) Zink - (Sn) Zinn , DS = Durchschlagend nach A. Skinner mit Windpedal

Anmerkung

Pedal

Grand Bourdon 32': 12 Pfeifen (C-H, 32') darauffolgend Subbass 16'

Bourdon Doux 16': Windabschwächung vom Subbass 16'

Grand Orgue

Quinté 5': Montre 8' + Praestant 4' C zum G Transponiert. C-G³ repetierend aus C-G²

Quantane 3' (C²- G³ Auszug aus der 1' Reihe des Plein Jeu's (Einzeltonlade)

Récit Expressif

Der Abteil: Anches, ist auf jedes Werk zuweisbar und lässt sich für eine gute Verwendung auch auf dem Récit Manual abstellen um z.B. Voix Coeleste + Viola di Gamba mit Begleitung der Oboe spielbar zu machen.

Tuba Profunda 8': Aus einer ehemaligen E.M. Skinner-Orgel aus New York.

Schwelltritt: mechanisch angesteuert für Recit Expressif, 2 Felder mit gesamt, 17 Jalousien. Das Tremolo für Schwellwerk ist als Ventiltremulant gebaut, wird für einen besseren Effekt eine Feder (siehe Wippfedertremulant) bekommen.

Anzahl der 16': 4

Anches: 12

Winddruck: 120 mmWS (Spielwind)- 95 mmWS (Arbeitswind)



Bibliographie

Anmerkungen: Es ist erstaunlich, dass man in solch einem riesigen Kirchenraum eine derart kleine Orgel findet, doch füllte sie einst den Kirchenraum dank der Zungenregister und der diversen Koppeln. Die Orgel ist weitestgehend stumm und aufgrund der undichten Bälge und der seit den 50-80er Jahren nicht mehr gewarteten Pneumatik kaum mehr spielbar (siehe oben). Das Leder der Pneumatik ist hart und bröselig geworden, rund die Hälfte der Membranen bei leichter Windzufuhr durch den altersschwachen, aber dennoch funktionsfähigen Motor geplatzt, und der Blasebalg weist an den Falten diverse Undichtigkeiten auf; in den Ecken ist er dennoch dicht.
Quellen/Sichtungen: Eigene Sichtung während der Restaurierung der Orgel.
Weblinks: Wikipedia (nl), Google-übersetzt

Eintrag auf orgbase.nl (diese Webseite hat allerdings falsche Angaben)

Foto der Orgel (Memento 02/2020)

Foto der Orgel mit Kirchaum nach der Renovierung (noch unspielbare Orgel und restaurierter Kirchraum)