Niederstetten, Jakobskirche

Aus Organ index


Datei:Niederstetten, St. Jakob, Orgel.jpg
Link-/Bornefeld-Orgel der ev. Jakobskirche Niederstetten
Alternativer Name: St. Jakobus der Ältere
Orgelbauer: Gebrüder Link, Giengen an der Brenz
Konzept und Disposition: Helmut Bornefeld, Heidenheim (Brenz)
Baujahr: 1963, op.861 (Einweihung am 23.9.1963)
Geschichte der Orgel: 1742 Neubau durch Georg Martin Gessinger

1931 Teilbau durch Gebr. Link (I/7, op.733) auf pneumatischen Kegelladen. Der geplante Endausbau auf 2 Manuale und 20 Register wird aber nie realisiert.

1938 Erste Korrespondenz mit Helmut Bornefeld über mögliche Erweiterungen

1945 Die Hälfte der Stadt Niederstetten wird durch amerikanische Angriffe zerstört, die Kirche und auch die Link-Orgel überdauern jedoch den Krieg

1960-62 Pläne zur Erweiterung des bestehenden Teilbaus von 1931, die aber nicht realisiert werden.

1963 Neubau durch Gebr. Link nach Plänen von Helmut Bornefeld.

Gehäuse: Barocker Prospekt von Gessinger mit Inschrift "…dieses Orgelwerk ist erbauet worden 1742“
Restaurierung 1963: Willy Eckert
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Registeranzahl: 19
Manuale: 2, C-g3
Pedal: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P (Zug/Tritt)
Zimbelstern (nachträglich)




Disposition

I Hauptwerk II Oberwerk Pedal

Quintade 16'

Prinzipal 8'

Rohrpommer 8'

Oktave 4'

Rohrquintade 4'

Blockflöte 2'

Ital. Quarte 2f. 11/3' + 1'

Mixtur 4-6f. 11/3'


Tremulant

Gedackt 8'

Rohrflöte 4'

Rohrnasat 22/3'

Prinzipal 2'

Terznone 2f. 13/5' + 8/9'

Scharfzimbel 3f. 1/2'


Tremulant

Untersatz 16'

Holzprinzipal 8'

Baßzink 3f.
51/3' + 31/5' + 22/3'

Hohlflöte 4'

Rauschpfeife 2f. 2' + 11/3'


Tremulant



Gessinger-Orgel 1742-1931

Orgelbeschreibung

Orgelbauer: Georg Martin Gessinger (Rothenburg o.d.T.)
Baujahr: 1742
Geschichte der Orgel: Die Disposition des Opus 3 von Georg Martin Gessinger konnte noch nicht aufgefunden werden. Möglicherweise handelt es sich um ein ähnliches oder identisches Klangbild zu dem etwa 10 Jahre später in Binzwangen errichteten Intruments. Als Orientierung ist unten die Disposition des Werkes angegeben, das gleiche Registerzahl besaß und fast unverändert erhalten ist.
Stimmtonhöhe: wahrscheinlich um 455 Hz (Binzwangen)
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Registeranzahl: 11
Manuale: 1 C-c3
Pedal: C-d1
Spielhilfen, Koppeln: Pedalkoppel





Vergleichsdisposition (Binzwangen)

Manual Pedal

Gedackt 8’

Holzflöte 8’

Principal 4’

Viol 4’

Klein Gedackt 4’

Quintade 4’

Quinte 3’

Octave 2’

Mixtur 3f 1’

Subbaß 16’

Octave 8’



Bibliographie

Anmerkungen: Das heutige Instrument steht als eine von 30 Bornefeld-Orgeln unter Denkmalschutz (Liste, PDF).

Aus dem Faltblatt zur Einweihung (nach Schwab/Lübke):
Man findet nur selten einen Raum von so ausgezeichneter Hörsamkeit für alle Belange von Sprache und Musik.
Der Anlage der spätbarocken Orgelempore liegt der ebenso einfache wie richtige Gedanke zugrunde, daß eine im Angesicht der Gemeinde stehende Orgel weitaus wirksamer ist, wie wenn sie sich im Rücken des Hörers befindet. Überdies bedeutet diese (im Hohenlohischen sehr häufige) Zusammenordnung von Altar und Orgel auch optisch einen Hinweis auf die Würde, die der Orgel und der Kirchenmusik im evangelischen Gottesdienst zukommt. Es lag also keinerlei Anlaß vor, im Zug der jetzt abgeschlossenen Raumrenovierung an der Stellung der Orgel grundsätzlich etwas zu ändern.
Die Orgel selber wurde in Niederstetten ganz neu aufgebaut, da das alte Werk verloren war.

(Helmut Bornefeld)

Literatur: Schwab/Lübke: Bornefeld-Orgeln. Merseburger 1987

Völkl: Orgeln in Württemberg. Hänssler 1986

H. Bornefeld: Die neue Orgel in der erneuerten Kirche zu Niederstetten. 1963

Christoph Naacke (Hrsg.): 150 Jahre Orgelbau Link (Angaben zu den Vorgängerinstrumenten)

Weblinks: Website der Kirchengemeinde

Wikipedia

Eintrag auf orgbase.nl

Bild Prospektdetail