Erfurt/Windischholzhausen, St. Michaelis

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Standort

Orgellandkarte

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Adresse: Erfurt-Windischholzhausen
Gebäude: evangelische Kirche St. Michaelis

Orgelbeschreibung

Prospekt
Orgelbauer: Unbekannt, vermutlich Orgelbauer Salfelder (Stadtilm)[1] und Carl Lürholff (Klettbach)
Baujahr: Unbekannt, höchstwahrscheinlich 1820[2]
Geschichte der Orgel: Aus der „Festschrift anlässlich der Wiedereinweihung der Orgel am 27. August 1995“:

Zur Geschichte: Über die Entstehung und Geschichte der Orgel gibt es kaum Unterlagen. Die Orgel muss vor 1828 (höchstwahrscheinlich im Jahre 1820)[3] gebaut worden sein, da aus diesem Jahr eine Inschrift im Inneren der Orgel gefunden wurde. Die Erbauer der Orgel sind wahrscheinlich ein Herr Salfelder aus Stadtilm und Carl Lürholff aus Klettbach. Dies sind alle bekannten historischen Fakten!

Am 24.11.1986 beschloss der Gemeindekirchenrat (GKR) die Generalüberholung der Orgel. 5000 Mark waren zur Finanzierung in der Kirchengemeinde gesammelt worden. Diese Summe wurde durch die Währungsunion 1990 halbiert. Durch den Ruhestand von Pfr. Weißelberg und die darauf folgende lange Vakanz kam das Vorhaben zum Stillstand. Trotz der großen finanziellen Belastung bekräftigte am 15.01.1992 der GKR seinen Beschluss zur Restaurierung der Orgel unter dem neuen Pfarrer, Herrn Edom.

Das Vorhaben rückte in greifbare Nähe, als der Pfarrer der Berliner Nathanael-Gemeinde, Herr Ruff, bei einem hiesigen Gottesdienstbesuch im Herbst 1992 von den Plänen erfährt. In seiner Gemeinde war bereits der Förderverein „Pfeifenorgel für das Gemeindehaus Nathanael-Gemeinde“ gegründet worden. Dieser Verein hatte sich zum Ziel gesetzt, einer ostdeutschen Kirchengemeinde bei ihrer Orgelrestaurierung finanzielle Hilfe zu leisten. Diese Gemeinde schien jetzt gefunden zu sein. Am 18.08.1993 beschließen die Berliner 50.000 DM für die Restauration der Windischholzhäuser Orgel zu spenden. Daneben sollten für die denkmalwerte Büßlebener Stertzingorgel 20.000 DM gespendet werden. Deren Spielbarmachung sollte im September 1995 erfolgen.

Nach Einholung von vier Angeboten und nach Beratung mit dem GKR, mit der damaligen Kirchenmusikern Frau Dill sowie Herrn Orgelrevisor Schulze und dem damaligen Orgelsachverständigen des Landes Thüringen Herrn Dr. Haupt wurde die Orgelbaufirma Karl-Heinz Schönefeld aus Stadtilm am 19.04.1994 mit der Restaurierung beauftragt. Diese Firma kann auf eine über 200-jährige Tradition verweisen. Die heute noch genutzten Werkstätten enstanden im Jahre 1870. Von 1967 bis 2003 war Karl-Heinz Schönefeld Inhaber der Firm (seit 2003 sein Sohn Dirk Schönefeld). Unter seiner Leitung enstanden 82 neue Orgeln. Weiterhin wurden vor allem im Thüringer Raum eine Vielzahl alter Orgeln restauriert.

Im Herbst 1994 erfolgte der Ausbau der Orgel und der Transport in die Schönefeldschen Werkstätten. Der Wiedereinbau durch die Orgelbauer begann im Mai 1995. Fertigstellung war schließlich im August 95. Im Rahmen des Sommerfestes der Kirchengemeinde Windischholzhausen erfolgte am 27.08.1995 die festliche Wiedereinweihung der Orgel.

Zur Restaurierung 1994/95: Die gesamte Windanlage mit Orgelmotor, Blasebalg und Windkanälen musste erneuert werden. Die Windladen wurden restauriert. Eine komplett neue Pedaltastatur wurde nach altem Vorbild hergestellt. Die Manualtastatur wurde aufgearbeitet. Die Spieltraktur wurde zum großen Teil erneuert, dabei wurden vor allem die Mechanikdrähte aus Messing neu eingesetzt. Sämtliche Pfeifen wurden gereinigt, aufgearbeitet und fehlende Pfeifen durch Neue in alter Mensur ersetzt. Das Register Quintatön wurde entfernt, da an dieser Stelle ursprünglich eine Posaune 16‘ stand, die nun wieder ersetzt wurde. Weiterhin wurde ein früher vorhandener Tremulant ergänzt.

Umbauten: 1828: Reparaturen und Umbau durch August Martin (Dachwig) - Inschrift im Inneren der Orgel

1994 - 1995: Restaurierung und Spielbarmachung durch Orgelbauer Karl-Heinz Schönefeld (Stadtilm)

Windladen: Schleiflade
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Registeranzahl: 19
Manuale: 2
Spielhilfen, Koppeln: Manualkoppel, Pedalkoppel, Tremulant, 2 Züge Vakat



Disposition

Hauptwerk Oberwerk Pedal
Principal 8'

Gedeckt 8'

Hohlflöte 8'

Oktave 4'

Flöte 4'

Oktave 2'

Quinte 2 2/3'

Mixtur 3f. 1'

Flöte traverse 8'

Bordun 8'

Principal 4'

Gedeckt 4'

Flöte dolce 4'

Gemshorn 2'

Scharf 1'

Subbass 16'

Violon 16'

Oktavbass 8'

Posaune 16'



Bibliographie

Literatur: Festschrift anläßlich der Wiedereinweihung der Orgel in der St. Michaeliskirche zu Windischholzhausen, 27. August 1995
Weblinks: Das Kirchspiel Büßleben-Windischholzhausen in Bild und Wort