Stuttgart, Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle

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Weigle/Bornefeld-Orgel der Liederhalle Stuttgart
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Orgel im "geschlossenen" (Normal-)Zustand
Orgelbauer: Friedrich Weigle Orgelbau, Echterdingen, op. 1010
Baujahr: 1956
Geschichte der Orgel: Die Disposition entwarfen KMD Helmut Bornefeld, Heidenheim/Brenz und Prof. Anton Nowakowski, Stuttgart. Die Mensuren berechnete KMD Helmut Bornefeld, Heidenheim/Brenz. Die Intonation wurde unter Anweisung von KMD Helmut Bornefeld, Heidenheim/Brenz, durchgeführt.


Die Orgel im Großen Saal der neuen Liederhalle Stuttgart - Orgelfaltblatt, Verfasser vermutlich Helmut Bornefeld, mit freundlicher Genehmigung


Bei der Planung der Orgel für den großen Saal der Liederhalle Stuttgart ging man davon aus, daß dieser repräsentative Raum zweifellos eine Orgel braucht, daß sich dieses Instrument aber den Erfordernissen anzupassen habe, die sich aus der Bestimmung des Saales als Mehrzwecke-Raum ergeben. Die Orgel durfte also nicht beherrschend aufgestellt werden, sondern wurde auf der rechten Bühnenseite hinter einer Jalousiewand untergebracht, um sie bei Nichtbenützung ganz aus dem Blickfeld nehmen zu können. (Diese Anordnung hat zugleich den Vorteil, daß der Orgelraum unter konstanten Lufttemperatur- und Feuchtigkeitsverhältnissen gehalten werden kann, was für die Funktionssicherheit der Orgel von großer Bedeutung ist.)

Auch beim Klangaufbau, der sog. Disposition, wurde vorausgesetzt, daß das Instrument allen Anforderungen gewachsen sein müsse, die an die Orgel als Solo- und Begleitinstrument in der Literatur von einst und jetzt gestellt werden. Es galt also, eine Disposition zu finden, die bei der gegebenen Größe des Raums diesen Aufgaben mit dem für die Orgel verfügbaren Platz und Geld entsprach. Von den verschiedenen Ladensystemen wurde dasjenige der Schleifenwindlade gewählt, da es anerkannterweise die höchste Tonqualität der klingenden Pfeife gewährleistet. Wenn damit betr. des Ladensystems auf eine uralte Tradition des Orgelbaus zurückgegriffen wurde, so hat man sich bei der Traktur - d. h. der Verbindung von der Taste zum Tonventil - für die moderne elektrische und nicht für die historische mechanische Ausführung entschieden. Wohl wäre die mechanische Traktur spieltechnisch vorzuziehen, aber sie erfordert einen feststehenden Spieltisch in möglichster Nähe zum Orgelwerk. Der moderne elektrische Spieltisch ist demgegenüber verschieb- und versenkbar und war damit bei der Mehrzweckeverwendung des Saales und der Orgel das Gegebene.

Es ist ein jahrhundertealter Grundgedanke der Orgel, die Pfeifenreihen in Gruppen, den sog. „Werken“ zu ordnen, um die Stimmen je nach den musikalischen Erfordernissen gegeneinander ausspielen oder miteinander vereinigen zu können. Die Liederhallenorgel hat folgende Werke:
das erste Manual ist Hauptwerk (HW) mit einer Pleno- und einer Sololade;
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das zweite Manual ist Seitenwerk (SW) mit einer Unter- und einer Oberlade;
das dritte Manual ist Oberwerk (OW) in einem Schwellkasten über den kleineren Pedal- und Hauptwerkspfeifen;
das Pedal hat eine (aufgeteilte) Haupt- und eine Sololade.

Unsere Abbildung veranschaulicht die Anlage des ganzen Orgelwerkes mit Laden, Windkanälen und Regulatoren.

Die Laden des Hauptwerks, des Seitenwerks und des Pedals können getrennt eingestellt werden, so daß die Orgel bei nur 3 Manualen praktisch über 5 Manual- und 2 Pedalwerke verfügt. Die Disposition hat im einzelnen folgende Gestalt:
[siehe Disposition]

Im Vergleich zum klassischen Orgelbau liegt dieser Disposition etwa folgende Absicht zugrunde: Das Pedal hat hier wie dort die Aufgabe, das ganze Orgelwerk zu unterbauen. Da die meisten Pedale jedoch nicht genügend fundamentieren, wurde hier auf den Ausbau der tiefen Teiltöne zum 32' (102/3', 62/5', 51/3') besonderer Wert gelegt. Auf der Sololade des Pedals ist alles zusammengefaßt, was für höhere c. f.-Führungen erforderlich ist.

Das Hauptwerk hat ein reiches Prinzipal- und Zungenpleno, während der Weitchor auf wenige, aber charakteristische Stimmen beschränkt ist. Beim Seitenwerk entspricht die Unterlade etwa dem klassischen „Rückpositiv“, während die Oberlade eine Art „Brustwerk“ darstellt. Beide Laden zusammen enthalten einen kompletten Prinzipalchor. Der besondere Farbenreichtum ergibt sich daraus, daß – da auf einem Manual stehend – die Grundregister jeder Lade mit den Obertönen auch des anderen Werkes gemischt werden können.

Im Oberwerk, dem mehr „expressiven“ Teil der Orgel, ist der Prinzipalchor etwas dünner als auf den andern Werken, hingegen ist der Weitchor bis zum 8/9' lückenlos durchgebaut. Neben seinen c.f.- und Begleitmöglichkeiten hat dieses Werk vor allem die Aufgabe, Hintergrund und Rahmen für die Soli der andern Werke zu schaffen. Die Gesamtzahl von 6021 Pfeifen ist bei dieser Orgel im Verhältnis zur Registerzahl ziemlich hoch, was vor allem von den reichbesetzten gemischten Stimmen herrührt. Bei der für diesen Raum relativ kleinen Orgel war das der einzige Weg, dem Werk die erforderliche Plenokraft zu geben.

Die Mixturchöre des Pedals sind ohne Repetition gebaut. Die Mixtur I des HW (26) ist auf 16' bezogen und repetiert auf c3 in den 16'. Die Mixtur II (27) gehört zum 8' und erreicht auf c3 den 51/3'. Die Oktavzimbel (37) mündet nach siebenmaliger Repetition auf f3 in 4' 4' 2'.

Die Grobmixtur des SW (48) enthält Terz- und Septimenchöre und repetiert auf d3 in den 102/3', der Scharf derselben Lade (51) steht bei c3 auf 51/3' 4' 22/3' 2'. Die Quintzimbel (65) erreicht auf e2 nach siebenmaliger Repetition 4' 22/3' 2'. Die Mixtur des OW (79) ähnelt der Mixtur II des HW, ist aber weiter mensuriert. Sie repetiert auf cis3 in den 8'. Die Schreipfeife (82) umfaßt in der Diskantlage 11/3' 11/7', 8/9' in weiter Bauweise. Das Nonenkornett (83) ist eine Zusammenfassung der Register 70, 75, 77, 78, 81 und 82.

Der Spieltisch der Orgel hat drei Manuale mit dem Umfang C–c4 und ein Pedal mit dem Umfang C-f1. Die Wippen der Register und die Tästchen der 4 freien Kombinationen sind alle mit der linken Hand greifbar. Auf der rechten Seite befinden sich Schwellanzeiger, Walzenanzeiger, Lichtfenster, die Koppeln zu den freien Kombinationen (in Wechselwirkung mit Pistons), Zungenabsteller, Voltmeter, Gebläse- und Beleuchtungsschalter. Mit dieser Anordnung ist erreicht, daß das optische Bild des Spieltischs in jedem Fall dem jeweiligen Klangbild konsequent entspricht. Unter dem ersten Manual sind außer den Drückern für die freien Kombinationen und die zwei freien Pedalkombinationen noch 10 Gruppenzüge für verschiedene Plenostufen angebracht, Auch die Normalkoppeln und die Pedalkombinationen stehen als Pistons in Wechselwirkung mit den entsprechenden Wippen und Drückern. Der Grundgedanke für die Anlage des Spieltischs war, in möglichst übersichtlicher und einfacher Anordnung ein Höchstmaß an Auswertbarkeit des Klangmaterials zu erzielen.

Das Wesen dieser Orgel läßt sich wohl am besten mit dem Wort „Konzentration“ umschreiben: es wurde alles Überflüssige und Entbehrliche weggelassen, um dem Gebauten mit den verfügbaren Mitteln in Material, Konstruktion und Klang die bestmögliche Qualität geben zu können. Der alle Beteiligten beseelende Wunsch war der, ein Werk zu schaffen, das des hohen Zweckes würdig sein möge, den es an so repräsentativer Stelle für das Musikleben Stuttgarts zu erfüllen hat.


Bauherr: Stadt Stuttgart / Städt. Hochbauamt
Architekten: Abel und Gutbrod, Stuttgart

Stimmtonhöhe: a1= 440 Hz
Temperatur (Stimmung): gleichstufig
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: elektrisch
Registertraktur: elektrisch
Registeranzahl: 67 Register, 1 Gruppenzug
Manuale: 3 Manuale, Tonumfang: C-c4
Pedal: Tonumfang: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: 6 Normalkoppeln

4 freie Kombinationen, 2 freie Pedalkombinationen, Autom. Pedal[1]

10 Gruppenzüge für Plenostufen:
A: Pedalpleno 32', B: Vorpleno 8', C: Pleno 8', D: Pleno 8' mit Koppeln, E: Pleno 16', F: Pleno 16' mit Koppeln, G: Zungenpleno 16', H: Zungenpleno 16' mit Koppeln, I: Gesamtpleno, K: Volles Werk

16 Zungeneinzelabsteller, Zungen ab, General Zungen ab

Crescendo-Walze, Walze ab, 16'-Manual + 32'-Pedal auf Walze

Ladenabschaltungen siehe Dispositionstabelle



Disposition laut Spieltisch

I Hauptwerk II Seitenwerk III Oberwerk (SW) Pedalwerk
P Prinzipal 16'

P Oktave 8'

S Rohrflöte 8'

P Oktave 4'

S Nachthorn 4'

P Italienisch Prinzipal 2'

S Großsesquialter 2f 51/3' + 31/5'

S Rauschpfeife 2f 4' + 22/3'

P Mixtur 1 4-6f 22/3'

P Mixtur 2 3-5f 11/3'

S Oktavzimbel 3f 1/2'

S Trompete 16'

S Trompete 8'

S Trompete 4'


Tremulant Sololade


Plenolade ab

Sololade ab


P=Plenolade

S=Sololade

O Holzflöte 8'

U Stillgedackt 8'

U Quintade 8'

U Prinzipal 4'

O Weitgedackt 4'

U Rohrquintade 4'

O Rohrnasat 22/3'

O Prinzipal 2'

U Koppelflöte 2'

O Schweizerquinte 11/3'

O Blockflöte 1'

U Tertian 2f 11/3' + 4/5'

U Siebenquart 2f 11/7' + 16/19'

U Grobmixtur 5-8f 2'

U Scharf 4f 1'

O Quintzimbel 3f 1/3'

U Sordun 16'

U Trompete 8'

O Trichterregal 8'

O Schalmei 4'


U Celesta 4'


Tremulant Seitenwerk


Unterlade ab

Oberlade ab


U=Unterlade

O=Oberlade

Gedacktpommer 16'

Prinzipal 8'

Gemshorn 8'

N Grobgedackt 8'

Salizional 8'

Schwebung 8'

Italienisch Prinzipal 4'

N Rohrflöte 4'

Hohlflöte 2'

Nonenkornett 8' [2]

N Sesquialter 2f 22/3' + 13/5'

N Quarte 2f 11/3' + 1'

Mixtur 4-6f 1'

N Schreipfeife 3f 1' [3]

Musette 16'

Feldtrompete 8'

Oboe 8'

N Vox humana 8'


Tremulant


N=im Nonenkornett enthalten

H Prinzipal 32'

H Holzprinzipal 16'

H Untersatz 16'

H Oktavbass 8'

H Gedacktbass 8'

S Waldflöte 4'

H Baßzink 2f 102/3' + 62/5'

H Hintersatz 4f 51/3'

S Choralbass 3f 4'

S Glöckleinton 2f 2' + 1'

H Posaune 16'

H Dulzian 16'

S Kopftrompete 8'

S Clairon 4'

S Kornett 2'


Tremulant Sololade


Hauptlade ab

Sololade ab


H=Hauptlade

S=Sololade


Anmerkungen
  1. schaltet HR zu I, PK1 zu II, PK2 zu III
  2. Dieses Register ist in Musik und Kirche als Gruppenzug bezeichnet, wobei nicht erläutert ist, welche Register hier zusammen gezogen werden. Dank der freundlichen Hinweise von Johannes Maria Strauss (Kirchenmusiker in Meerbusch) konnte die Zusammensetzung des Nonenkornetts ermittelt werden.
  3. enthält im Diskant Septime und None




Bibliographie

Anmerkungen: Die Jalousien werden von Hand mit einer Kurbel geöffnet.
Discographie: Meisterwerke der Orgelmusik: Bach, Buxtehude, Reger. Martin Günther Förstemann. Philips 838 700 AY, LP, discogs.com

Max Reger - Orgelwerke. Martin Günther Förstemann. Philips 838 705 AY, LP, discogs.com

Literatur: Orgelbau Friedrich Weigle (Hrsg.): Die Orgel im Großen Saal der Neuen Liederhalle Stuttgart

Musik und Kirche 1/1957, S. 63

Weblinks: Website der Liederhalle

Wikipedia-Eintrag

Eintrag auf orgbase.nl

Sian Brehler: Die Neue Liederhalle Stuttgart - Daten und Fakten zur Baugeschichte. Dissertation, Universität Karlsruhe 2006

Zeitungsartikel mit Erwähnung der Orgel: Nur einmal im Jahr sprudelt’s im Beethovensaal



Die Orgel der 1944 zerstörten alten Liederhalle, die an derselben Stelle stand

Orgelbeschreibung

Die Alte Liederhalle 1864
Orgelbauer: Friedrich Weigle, Echterdingen
Baujahr: 1893
Geschichte der Orgel: 20 Jahre nach der Einweihung der Liederhalle wurde die große Konzertorgel des in Echterdingen firmierenden Orgelbaubetriebes Carl Gottlieb Weigle im Saal eingebaut. Der Sohn des Firmenbegründers, Friedrich Weigle, sorgte für die Erstellung des 54 Register umfassenden Werks.

Weigle baute die zu dieser Zeit sehr modernen und von ihm patentierten Hochdruck-Register "mit außerordentlich präciser Ansprache und schöner Klangfarbe" auf 150-200 mm Winddruck ein, wobei den 3 HD-Zungenregistern eine "Tonkraft von 30 gewöhnlichen Registern" und den HD-Labialregistern "eine Tonkraft von 35 gewöhnlichen Registern" zugeschrieben wurden, wobei jedes HD Register "eine 6-8 fache Tonkraft" gegenüber den üblichen Registern erreichen würde. So rechnete man sich einschl. der (Sub-)Oktavkoppeln und Hochdruckregister eine "Gesamt-Tonkraft von 140 Registern" aus [2]. Geplant war auch ein Fernwerk (als IV. Manual), das jedoch nicht gebaut wurde.

Windladen: Membranladen
Spieltraktur: pneumatisch
Registertraktur: pneumatisch
Registeranzahl: 54 Register
Manuale: 3 C-g3
Pedal: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: Koppeln II/I, III/I, III/II, Ober I, Unter I, I/P, II/P, III/P, Totalkopplung

Feste Kombinationen: Pedal p. mf. f. ff.[1] - I. Man. p. mf. f. ff. T.[2] - II. Man. p. mf. f. ff. - III. Man. p. mf. f. ff. - außerdem für alle Manuale u. Pedal u. Kopplungen zugleich: p. mf. f. ff. T.

Flötenchor, Principalchor, Geigenchor, Trompetenchor.

Freie Kombinationen: 8 absolut freie Combinationen.

Handregister ab.

Electrischer Gebläseantrieb. Jalousieschweller für III. Manual. Vorbereiteter Jalousieschweller IV. Manual.



Disposition

I. Manual II. Manual[3] III. Manual Pedalwerk
Principal 16'

Lieblichgedeckt 16'

H. D. Stentorphon 8'

Principal 8'

H. D. Großgedeckt 8'

Bourdon 8'

Flûte octaviante 8'

Gemshorn 8'

Viola di Gamba 8'

Octave 4'

Rohrflöte 4'

Fugara 4'

Quint 2 2/3'

Octave 2'

Mixtur IV-VI 4'

H. D. Tuba mirabilis 8'

Bourdon 16'

Geigenprincipal 8'

Gedeckt 8'

Salicional 8'

H. D. Solo-Gambe 8'

H. D. Solo-Flöte 8'

Wienerflöte 8'

Geigenprincipal 4'

Konzertflöte 4'

Piccolo 2'

Kornett IV-V 8'

Klarinette 8'

Salicional 16'

Principalflöte 8'

Lieblichgedeckt 8'

Fugara 8'

Viola 8'

Aeoline 8'

Dolce 8'

Voix céleste 8'

Violine 4'

Traversflöte 4'

Progr. Harmon. III 4'

H. D. Cor anglais 8'

Oboë 8'

Principalbaß 32'

Principalbaß 16'

Violonbaß 16'

Harmonikabaß 16'

H. D. Subbaß 16'

Gedecktbaß 16'

Octavbaß 8'

Flötenbaß 8'

Violoncello 8'

H. D. Baßtuba 16'

Trompete 8'

Bassethorn 8'

Clairon 4'

Anmerkungen

  1. ff: ohne Zungenregister
  2. Tutti: mit Zungenregister und Totalkopplung
  3. Geplant waren auch 2 weitere Register, Doublette 2fach 2', sowie Trompette harmonique 8'.


Bibliographie

Anmerkungen: Die alte Liederhalle wurde in den Jahren 1863–1864 auf Initiative des bereits 1824 gegründeten Stuttgarter Liederkranzes als Gesellschaftshaus erbaut. Die Einweihung des Einzelbauwerks erfolgte am 11. Dezember 1864, es wurde zehn Jahre später um den ob seiner Akustik vielgerühmten Großen Saal erweitert. Zuletzt umfasste die Liederhalle 14 Säle. Die Pläne für den Bau gingen auf den Architekten Christian Friedrich von Leins zurück, der zuvor allein in Stuttgart die Villa Berg (Sommersitz des württembergischen Kronprinzen Karl und seiner Gattin), den Königsbau, der als höfisches Festsaalsgebäude diente, und später die evangelische Johanneskirche am/im Feuersee (Stadtteil Stuttgart-West) aus der Taufe gehoben hatte. Der 1320 Quadratmeter messende Große Saal wurde als „Fachwerk-Massivhaus mit Galerien“ konzipiert. Bis zu 2500 Menschen konnten sich darin aufhalten. Nach dem Jahrzehntwechsel wurde der Eingangsbereich im Jugendstil modernisiert. In den Kriegsjahren 1943–1944 wurde die Halle (und damit wohl auch die Orgel) so erheblich zerstört, dass danach lediglich noch zwei Säle funktionsfähig waren. Ab 1946 fand dann keine Nutzung mehr statt.[3]
Literatur: [1] Emile Rupp, Entwicklungsgeschichte des Orgelbaus, S. 179

[2] Werbeblatt der Fa. Weigle, ca. 1930

[3] Wikipedia-Eintrag der Liederhalle Stuttgart

Weblinks: Zeitungsartikel zur Liederhalle

Foto der kriegszerstörten Liederhalle

Foto des Großen Konzertsaals der alten Liederhalle