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Prospekt am 12.07.2019
Große Kirche mit Orgelempore
Hauptgehäuse mit Spielanlage
Spielanlage
Orgelbauer: Marten de Mare, unter Verwendung eines im 16. Jahrhundert (zwischen 1570 und 1590) von Andreas de Mare für das Kloster Thedinga erbauten Instruments
Baujahr: 1608/1609
Geschichte der Orgel: Die folgende Darstellung der Arbeiten folgt den aktuellen Veröffentlichungen auf der Website über die Orgel, abgerufen am 20.07.2019 und dem Artikel in der Wikipedia, abgerufen am 20.07.2019:

1685 und 1733–1734 sind Reparaturen belegt

nach 1750 "grand restauration" durch Dirk Lohmann

1763-1766 tiefgreifender Umbau durch Albertus Antonius Hinsz

1787 Transfer der Orgel in die neue Kirche durch Johann Friedrich Wenthin

1800 bis 1810 Hinrich Just Müller Reparaturen und Jahrespflegen, 1811 durch Wilhelm Eilert Schmid und 1821 durch Herman Eberhard Freytag

1845 bis 1850 umfassender Erweiterungsbau durch Wilhelm Caspar Höffgen nach dessen Tod 1849 durch Brond de Grave Winter und dessen Neffen Johann Visser vollendet

1888 wurden durch die Werkstatt Gebrüder Rohlfing weitere histor. Register dem Zeitgeschmack entsprechend ersetzt

1900 Arbeiten an der Tastatur durch Johann Diepenbrock

1917 Abgabe zinnhaltiger Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken

1924 wurden ähnliche Arbeiten wie 1888 durch Friedrich Klassmeier durchgeführt, dabei auch die Prospektpfeifen durch solche aus Zink erneuert

1953 bis 1955 linkes und rechtes Positiv nach Paul Ott (37/III/P)

1963 bis 1971 Konsolidierung des Zustandes durch Ahrend & Brunzema, zunächst HW und Pedal, 1971 die beiden Rückpositive

2014 bis 2015 Restaurierung durch Hendrik Ahrend, 1. Bauabschnitt: Erneuerung der Traktur, Rekonstruktion der Spielanlage, Vorbereitung des leeren Oberwerks zur Aufnahme eines neuen Werkes, Sanierung des Gehäuses

2014 bis 2018 Restaurierung durch Hendrik Ahrend, 2. Bauabschnitt: Restaurierung des historischen Pfeifenwerkes, Neuanfertigung aller Prospektpfeifen, Neuanfertigung der Pfeifen der beiden Rückpositive bis auf die drei Zungenstimmen, Erstellung eines Oberwerks mit 11 Registern, Rekonstruktion der Windanlage mit vier Keilbälgen

Stimmtonhöhe: a'=440 Hz bei 16° C
Temperatur (Stimmung): wohltemperierte Stimmung nach der Snitger & Freytag-Orgel in Bellingwolde (1797)
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Registeranzahl: 48 Register
Manuale: 3 Manuale für 4 Teilwerke, C-f3
Pedal: C-f¹
Spielhilfen, Koppeln: Tremulant aufs ganze Werk

Normalkoppeln: RPl an HW (I/II), RPr an III, RPr an RPl (III/I)[1], OW/RPr an HW (III/II)[2], RPl an Ped (I/Ped), HW an Ped (II/Ped)[3], OW/RPr an Ped (III/Ped)[4]

Ventil OW



Disposition seit 2018 nach der Restaurierung durch Hendrik Ahrend[5] nach der Beschriftung am Spieltisch[6]

I Rückpositiv links II Hauptwerk III Rückpositiv rechts III Oberwerk Pedal
Hohlfloit 8′ (HA)

Principal 4′ (HA)

Blockfloit 4′ (HA)

Octrav 2′ (HA)

Quinta 11/2′ (HA)

Scharff III (HA)

Sordun 16′ (A&B)

Crumhorn 8′ (A&B)

Quintadena 16′ MA/HA

Principal 8′ HA

Rohrfloit 8′ MA/MM/HA

Octav 4′ MA/MM/Hi/HA

Hohlfloit 4′ HA/MA

Quinta 3′ (Hö/HA)

Octav 2′ (MA/Hi/HA)

Sesquialtera II (HA)

Mixtur IV–VI (HA)

Cimbel III (HA)

Trommet 16′ (A&B)

Trommet 8′ (MA/Hi/W)

Gedact 8′ (HA)

Hohlfloit 4′ (HA)

Nasat 3′ (HA)

Principal 2′ (HA)

Octav 1' (HA)

Tertian II (HA)

Cimbel II (HA)

Regal 8′ (A&B)

Principal 8′ (HA)

Gedact 8′ (Hi)

Flaut travers 8′ (HA)

Quintadena 8′ (HA)

Octav 4′ (HA)

Floit 4′ (Hö/HA)

Quintfloit 3′ (HA)

Waldfloit 2′ (Hi/HA)

Tertia 13/5′ (HA)

Scharff III (HA)

Dulcian 8′ (HA)

Principal 16′ (HA)

Subbass 16′ (Hö/HA)

Octavbass 8′ (HA)

Octavbass 4′ (Hö/HA)

Nachthorn 2′ (HA)

Mixtur IV (HA)

Posaun 16′ (A&B)

Trommet 8′ (A&B)

Cornett 2′ (A&B)


Anmerkungen
  1. Wenn die Koppel RPr an III nicht eingeschaltet ist, koppelt diese Koppel die beiden Rückpositive an I, auf III kann dann das OW alleine gespielt werden.
  2. Je nachdem, ob die Koppel RPr an III oder das Ventil OW gezogen werden, wird das eingeschaltete Werk an das HW gekoppelt. Sind beide eingeschaltet, werden RPr und OW an HW gekoppelt.
  3. Die Koppeln II/Ped und III/Ped lösen sich gegenseitig aus, können also nur alternativ eingesetzt werden. Ein gleichzeitiges Ziehen ist nicht möglich.
  4. Je nachdem, ob die Koppel RPr an III oder das Ventil OW gezogen werden, wird das eingeschaltete Werk an das Ped gekoppelt. Sind beide eingeschaltet, werden RPr und OW an Ped gekoppelt.
  5. Die Restaurierung wurde in zwei Bauabschnitten 2014/15 und 2016-2018 durchgeführt. Die Orgel blieb während dieser Arbeiten in Teilen spielbar.
  6. Aufzeichnung am 12.07.2019



Disposition von 1971 bis 2014 nach der Konsolidierung durch Ahrend & Brunzema[1]

I Rückpositiv links II Hauptwerk III Rückpositiv rechts Pedal
Gedackt 8′ (Hi)

Praestant 4′ (Ott)

Blockflöte 4′ (Ott)

Waldflöte 2′ (Hi)

Quinte 11/3′ (Ott)

Scharff IV–V (Ott)

Dulcian 8′ (A&B)

Sordun 16′ (A&B)

Tremulant

Praestant 8′ MA/MM/Ott

Quintadena 16′ MA/Ott

Rohrflöte 8′ MA/MM

Oktave 4′ MA/MM/Hi/A&B

Quinte 22/3′ (Hö)

Spitzflöte 4′ (Ott)

Oktave 2′ (MA/Hi/Ott)

Sesquialtera II (Ro/Ott)

Mixtur V–VI (Ott)

Terzzimbel III (Ott)

Trompete 16′ (A&B)

Trompete 8′ (MA/Hi/W)

Gedackt 8′ (Ott)

Rohrflöte 4′ (Hi)

Rohrnasat 22/3′ (Ott)

Praestant 2′ (Ott)

Tertian II (Ott)

Quintcimbel III (Ott)

Oktave 1′ (Ott)

Regal 8′ (A&B)

Tremulant

Offenbass 16′ (Ott)

Subbass 16′ (Hö)

Oktave 8′ (Ott)

Oktave 4′ (Hö)

Nachthorn 2′ (Ma)

Mixtur III–IV (Kl/Ott)

Posaune 16′ (A&B)

Trompete 8′ (A&B)

Kornett 2′ (A&B)


Anmerkungen
  1. Die Konsolidierung wurde in den Jahren 1963-1971 ausgeführt.



Bibliographie

Anmerkungen: Eigene Aufzeichnung durch den User jrbecker am 12. Juli 2019
   MA = vermutlich Andreas de Mare (Kloster Thedinga, wahrscheinlich zwischen 1570 und 1590)
   MM = Marten de Mare unter Verwendung älterer Stimmen aus dem Kloster Thedinga (1608/1609)
   Hi = Albertus Anthonius Hinsz (1763/1766)
   W = Johann Friedrich Wenthin (1785/1787)
   Hö = Wilhelm Höffgen, Brond de Grave-Winter (1845–1850)
   Ro = Rohlfing (1888)
   Kl = Klassmeier (1924)
   Ott = Paul Ott (1953–1955)
   A&B = Ahrend & Brunzema (1963–1971)
   HA = Hendrik Ahrend (2014/15 und 2016-2018)
Literatur: Jürgen Ahrend, Winfried Dahlke: Dokumentation der Orgel der Evangelisch-Reformierten Großen Kirche zu Leer, m. DVD (Detailfotos), Verlag Florian Noetzel 2011, ISBN 9783795909277, 88 EUR
Weblinks: Seite der Kirchengemeinde,Orgel, 'Orgelmagazin 2018', PDF,

Wikipedia-Eintrag


Exploring the Hinsz-Ahrend Organ in Leer, Germany, Bálint Karosi: