Kategorie:Schorn, Franz-Joseph

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Der Kuchenheimer Orgelbauer Franz-Joseph Schorn (1834 bis 1905) von Volker Prinz (Quelle, mit freundl. Genehmigung)


Franz-Joseph Schorn wurde am 06. Januar 1834 in Kuchenheim geboren. Er war der erste von insgesamt vier Söhnen der Eheleute Hermann-Joseph Schorn und Katharina Schorn, geborene Palm. Zu erwähnen ist noch, daß Schorns Großeltern mütterlicherseits die Urgroßeltern von Altbundeskanzler Dr. Konrad Adenauer waren. In den Kuchenheimer Kirchenbüchern ist der Name von Franz-Joseph Adeneuer (Adenauer) aus Bonn als Pate Schorns verzeichnet.

Herrmann-Joseph Schorn war Schreiner und er beeinflusste somit den handwerklichen Werdegang seines Sohnes Franz-Joseph. Man vermutet, dass Franz-Joseph Schorn das Schreinerhandwerk von seinem Vater erlernte. Erste Kontakte zum Orgelbau bekam er 1856 im nahegelegenen Euskirchen. Dort baute Orgelbauer Johann Müller aus Viersen (Schüler des Kölner Orgelbauers Engelbert Maaß 1781 – 1850) die barocke Orgel der Pfarrkirche St. Martin um. Schorn bewarb sich bei Müller und war dort von 1856 bis 1866 als Geselle tätig. Hier bekam Schorn zum ersten Mal Kontakt zum Orgelbau. Anschließend folgte ein Jahr als erster Geselle bei dem berühmten Orgelbauer Franz-Wilhelm Sonreck (1822 -1900) in Köln.

Schorn wird erst 1867 wieder aktenkundig, als er der Kirchengemeinde Grosbous (Luxembourg) ein Angebot zur Aufstellung und Überarbeitung einer alten Orgel aus Hosingen (Luxembourg) unterbreitet. Aus dem Pfarrarchiv geht hervor, dass Schorn als Mitarbeiter der Orgelbauwerkstatt Sonreck aus Köln in Hosingen mit dem Aufbau einer neuen Orgel betraut war. Nach den Kostenvoranschlägen von Grosbous zu urteilen, kamen die Arbeiten an der Orgel fast einem Neubau gleich. 1868 wurde diese Orgel für 300 Franken nach Grosbous verkauft und dort durch Schorn nach umfangreicher Reparatur als erste selbständige Arbeit aufgestellt. Diese Orgel muss wohl sein Probe- und Meisterstück gewesen sein, das leider 1960 zugunsten einer neuen Orgel weichen musste. Mit dieser Orgel begann Schorns Lebenswerk von insgesamt 21 (22) Werken neben einigen Reparaturen, die er zwischendurch erledigen musste.

Franz-Joseph Schorn stand durch seine Lehrmeister Müller und Sonreck in der großen rheinischen Orgelbautradition, die sich bis zur berühmten Familie König zurückverfolgen lässt. Schorn bleibt dieser rheinischen Tradition ein Leben lang treu, wenngleich seine letzten Orgeln gewisse Konzessionen an den Zeitgeschmack erkennen lassen. Nach seinem Gesellenjahr bei Sonreck kehrte Schorn nach Kuchenheim zurück, um dort selbst eine kleine Werkstatt zu führen. Die Werkstatt ist heute nicht mehr erhalten, sie befand sich in der früheren Neustraße, der heutigen Kuchenheimer Straße 13. Sie wird als ein größeres Wohnzimmer beschrieben.

Die Werkzeuge Schorns sind bis auf einen Langhobel (für Holzpfeifen) nicht mehr erhalten. Er führte seine Werkstatt alleine. Nur bei umfangreicheren Arbeiten halfen ihm sein Bruder Johann Schorn aus Kuchenheim und sein Vetter Christian Schorn aus Stotzheim. Aus diesem Grund könnte man zur Annahme kommen, dass Schorn die Orgelteile (vor allem Metallpfeifen, aber auch Mechanikteile) von Zulieferfirmen bezogen haben muss. Um gegenüber „moderneren“ Konkurrenten bestehen zu können, musste Schorn sehr „preiswert“ anbieten. Aber heute, nach über 100 Jahren, stellt sich heraus, dass sich die überragende handwerkliche und klangliche Qualität von der Masse der Orgelbauer seiner Zeit abhebt. Die Schorn-Orgel haben sich nun als dauerhafter erwiesen als so manche „moderne“ pneumatische Orgel. Schorn baute seine letzte Orgel 1901 (in der Liste steht 1904) für die Pfarrkirche Hl. Kreuz in Kreuzweingarten (das geht aus dem Pfarrarchiv hervor). Die Kuchenheimer nannten Schorn auch „et Flöötehännesje“. Er starb am 29. September 1905 „ledig“ und nach sittlichem Lebenswandel in Kuchenheim.


Literatur:

H. Dembski, Leben und Werk des Orgelbauers Franz Joseph Schorn, Examensarbeit, Ms., Düsseldorf 1994

Kurt-Ludwig Forg, Der Orgelbauer Franz-Joseph Schorn, in: Cuchenheim Bd. 1, Euskirchen 1984, S. 30–34

W. Büser und F.-J. Vogt, Der Orgelbauer Franz Joseph Schorn, in: Acta Organologica 15, 1981

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