Kamenz, St. Maria Magdalena (nicht erhalten)
Adresse: Dr. Bernhard-Wensch-Weg, Kamenz, Sachsen, 01917
Gebäude: Sankt Maria Magdalena, Römisch-Katholische-Kirche
| Orgelbauer: | Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil), Dresden, op.115 |
| Baujahr: | 1895 |
| Geschichte der Orgel: | Die Orgel der Gebrüder Jehmlich wurde 1895 auf der damals hölzernen Empore errichtet.
In den 1930iger Jahren wurde das Instrument generalüberholt. 1941 waren laut Gutachten von Joseph Wagner alle Membranen verhärtet, teils schadhaft und winddurchlässig. Die Funktion des Gebläsemotors war mangelhaft Der Holzwurm saß nicht nur im Fußboden. Er hat bereits alle Teile des Prospektes befallen. Es waren bereits Wurmlöcher in einzelnen Holzpfeifen. Das Pfeifenmaterial der Metallpfeifen konnte wieder verwendet werden. Der Spieltisch war veraltet. Die Pedalklaviatur ist ausgetreten. Vor ca. 2 Jahren war die Orgel erst gereinigt worden, trotzdem hat sich reichlich Schmutz angesammelt. In Friedenszeiten müsste eine neue Orgel gebaut werden. Die Anlage des Innenwerkes ließ vermuten, dass die Orgel 1895 nicht ganz neu erstanden war, vermutlich aufgefrischt. 1943 erfolgte eine Prüfung der überholten Orgel in Anwesenheit von Otto Jehmlich und Joseph Wagner. Der neue Gleichstrommotor läuft ruhig und gibt dem alten Gebläse hinreichend stabilen Wind. Alle im Kostenvoranschlag vorgesehenen Überholungsarbeiten waren von der Firma Jehmlich ausgeführt worden. Leider ist die alte romantische Gambe 8‘ geblieben, ein Gedacktpommer 4‘, wie ihn Joseph Wagner vorgeschlagen hatte, hätte aus ihr erbaut werden können, er war brauchbar. Der Spieltisch war umgebaut worden. Bei kalter Temperatur und dauerndem Fliegergeräusch benötigte man für die Intonation viel Zeit. Die Orgel hat aber an Fülle und Frische wesentlich gewonnen und wird den Gesang führen und unterstützen. 1978 war der Zustand der Orgelempore und damit auch der Orgel durch massiven Holzwurmbefall so marode, dass im Zuge der Rekonstruktion der Kirche beide abgerissen werden mussten. Von der Orgel konnten nur die Prospektpfeifen aus Zinn gerettet werden, alles andere musste entsorgt werden. Mit der Errichtung einer neuen Orgel wurde die Fa. Sauer, Zittau, beauftragt. Inzwischen waren aber die in einer Garage gelagerten Zinnpfeifen der Jehmlich-Orgel einem Einbruchdiebstahl zum Opfer gefallen. Um überhaupt eine Orgelbegleitung des Gemeindegesanges zu ermöglichen, konnte Pfarrer Kuschnik die Kleinorgel der Schlosskapelle in Pillnitz leihweise nach Kamenz bringen lassen. Dieses kleine Instrument begleitete die Gottesdienste von 1982 bis 1991. Es war pneumatisch gesteuert. Das Angebot für eine neue Pfeifenorgel lag jenseits der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde. 1991 wurde eine elektronische Orgel der Fa. Ahlborn angeschafft. Das gleiche Instrument wie in der Schlosskapelle des Barockschlosses in Bad Muskau. Dieses Instrument mit 31 Registern und Koppeln sowie zwei Manualen und Pedal begleitet die Gemeinde nun seit reichlich 30 Jahren. |
| Windladen: | Kegelladen |
| Spieltraktur: | pneumatisch |
| Registertraktur: | pneumatisch |
| Registeranzahl: | 12 |
| Manuale: | 2, C-f³ |
| Pedal: | C-d1 |
| Spielhilfen, Koppeln: | Manualkoppel II-I
Pedalkoppel I Pedalkoppel II Unter-Octav-Koppel I-I Tutti als Register |
Disposition von 1943
| I.MANUAL | II.MANUAL | PEDAL |
Prinzipal 8’ Gambe 8’ Flöte 8‘ Octave 4‘ Oktave 2‘ Mixtur Zymbel |
Gedackt 8‘ Salicional 8‘ Rohrflöte 4‘ Blockflöte 2‘ |
Subbaß 16‘ Cello 8‘ |
Bibliographie
| Quellen/Sichtungen: | Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH, Pfarrei Maria Magdalena |
| Literatur: | L. Kunze: Die Orgeln der Pfarrkirche St. Maria Magdalena Kamenz. In: Pfarrbrief März, April, Mai 2023. |
| Weblinks: | Pfarrei Maria-Magdalena, Kamenz |