Großhartmannsdorf, Evangelisch-Lutherische Kirche

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Großhartmannsdorf, Dorfkirche, Silbermann-Orgel
Orgelbauer: Silbermann, Gottfried (Freiberg)
Baujahr: 1741
Geschichte der Orgel: Von 1737 bis 1741 entstand in Großhartmannsdorf ein Kirchenneubau. Bereits 1738 plante die Gemeinde einen Orgelneubau durch Gottfried Silbermann. Auftraggeber war Carl Adolph von Carlowitz. Der Kontrakt ist nicht mehr auffindbar.

Am 3. Dezember 1741 fanden die Abnahme der Orgel durch Domorganist Johann Christoph Erselius aus Freiberg und die Orgelweihe statt. Dazu hatte der Zittauer Musikdirektor Hartwig die Kirchenmusik komponiert.

Im Pfarrarchiv befindet sich eine Handschrift mit dem Titel „Züge, in dem Orgelwerke zu Großhartmannsdorf, bey der Reparatur 1780 umgeschrieben von J.G. Schenke“. Diese Registrierempfehlung geht mit Sicherheit auf Silbermann zurück.

Umbauten: 1780 erfolgte die erste umfangreiche Reparatur durch Adam Gottfried Oehme.

1835 Reparatur durch einen unbekannten Orgelbauer.

1840 wurde die Orgel neu intoniert und laut Flade in gleichschwebende Temperatur gebracht.

1942/43 Reparaturarbeiten und Einbau eines Elektroventilators durch Gebrüder Jehmlich (Otto & Rudolf) Dresden.

1952 Grundlegende Sanierung der Orgel durch die Orgelbaufirma Hermann Eule, Bautzen.

1963, 1967, 1972 weitere Arbeiten durch die Firma Eule.

1990 Generalüberholung durch Hermann Eule Orgelbau GmbH.

2010 Reinigung der Orgel und Bekämpfung des enormen Schimmelbefalls durch die Firma Eule.

Gehäuse: 1967 Freilegung der der originalen Gehäusefassung durch Pitzschler, Crimmitschau, unter Anleitung des Instituts für Denkmalpflege, Dresden.
Stimmtonhöhe: Chorton, gegenwärtig 466 Hz/a1
Temperatur (Stimmung): gegenwärtig gleichstufig
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Registeranzahl: 21
Manuale: 2
Pedal: 1
Spielhilfen, Koppeln: TREMULANT.

Schiebekoppel II/I

BASS„VENTIL. (Ventilkoppel I/P)

Klingel



Disposition

Hauptwerk, I.Manual, C,D-c3 Oberwerk, II.Manual, C,D-c3 Pedal C,D-c1
PRINCIPAL. 8.Fuß.

Rohr„Flöthe. 8.Fuß.

QVINTADENA. 8.Fuß.

OCTAVA. 4.Fuß.

Spitz„Flöthe. 4.Fuß.

QVINTA. 3.Fuß.

OCTAVA. 2.Fuß.

CORNETT. (3fach ab c1)

MIXTUR. 4.fach. (11/2')

Gedackt. 8.Fuß.

Rohr„Flöthe 4.Fuß.

NASAT. 3.Fuß.

OCTAVA. 2.Fuß.

Gemshorn. 2.Fuß.

TERTIA. (13/5')

QVINTA. 11/2.Fuß.

SUFFLET. 1.Fuß.

CIMBEL. 2.fach. (1')

SUB„BASS. 16.Fuß.

OCTAV„BASS. 8.Fuß.

POSAUNEN„BASS 16.Fuß.



Bibliographie

Anmerkungen: Eine Replik dieser Orgel wurde 1994 von Orgelbau Felsberg in Boudry (CH) erbaut.
Literatur: Auswahl

Böhmke, Jörg H.: Die Silbermann-Orgeln von Großhartmannsdorf und Helbigsdorf. Ars Organi 14, 1966, H. 28, 963-966.

Dähnert, Ulrich: Historische Orgeln in Sachsen. Ein Orgelinventar. Leipzig, VEB Deutscher Verlag für Musik,1980, S. 141-145 (Großhartmannsdorf).

Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen, Orgeldatenbank ORKASA.

Flade, Ernst: Gottfried Silbermann. Leipzig, VEB Deutsche Musikaliendruckerei, S. 144 (Großhartmannsdorf).

Greß, Frank-Harald: Dokumentation der Silbermann-Orgel Großhartmannsdorf. SLUB, Manuskript.

Greß, Frank-Harald: Die Orgeln Gottfried Silbermanns, Dresden, Michael Sandstein Verlag 2001, S. 109 (Großhartmannsdorf).

Greß, Frank-Harald: Die Silbermannorgel in Großhartmannsdorf. In: Stoiber, Franz Josef: „Schöne Orgeln“, Baugeschichte-Klang-Prospektgestaltung., Laaber-Verlag, 2019, S.110-115.

Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd.2, Sachsen und Umgebung, Pape-Verlag Berlin, 2012, S. 370 (Großhartmannsdorf).

Literaturdatenbank der Gesellschaft der Orgelfreunde

Müller, Werner: Gottfried Silbermann, Persönlichkeit und Werk. Eine Dokumentation. Leipzig, VEB Deutscher Verlag für Musik 1982, 1. Auflage, S. 312-319 (Großhartmannsdorf).

Rüger, Gottfried: Die Silbermann-Orgel in der Kirche zu Großhartmannsdorf bei Freiberg in Sachsen. Großhartmannsdorf (ev.-luth. Kirchgemeinde) 1991, 46 S.

Registrieranweisungen Gottfried Silbermanns für seine Orgeln in Großhartmannsdorf und Fraureuth. In: Silbermann - Geschichte und Legende einer Orgelbauerfamilie; (2006), Seite 84-87.

„Orgel-Kalender 2006 – Orgeln aus sechs Jahrhunderten“ Neues Buch Verlag, Nidderau, 2005

Discographie: Auswahl

Die Silbermann-Orgel in der Kirche zu Großhartmannsdorf: Reinhardt Menger spielt Werke von Walther, Krebs, Bach u.a., Laer: Fono-Schallplattengesellschaft, P, 1995.

Johann Sebastian Bach. Das Orgelwerk auf Silbermann-Orgeln Vol.7 (Die Orgel der Kirche in Großhartmannsdorf), Interpreten: Hans Otto und Robert Köbler, Berlin Classics, 1998.

Ewald Kooiman an den Orgeln in Freiberg/St. Petri, Tiefenau, Niederschöna und Großhartmannsdorf, Querstand 2002.

Weblinks: Auswahl

Webseite, Gottfried-Silbermann-Gesellschaft, Silbermann-Orgel, Großhartmannsdorf

Evangelisch-Lutherische-Emmauskirchgemeinde, Großhartmannsdorf, Silbermann-Orgel

Dorfkirche Großhartmannsdorf

Orgelforum Sachsen, Großhartmannsdorf, Silbermann-Orgel

Beschreibung auf orgbase.nl