Fláje (Fleyh), kostel sv. Jana Křtitele (Kirche Johannes des Täufers) (nicht erhalten)
Adresse: Fláje (Fleyh) war ein Dorf im mittleren Erzgebirge in Tschechien. Es hatte seinen Namen vom Fluss Flöha (Flájský potok), an dessen Oberlauf es lag. Seit dem Bau der Talsperre besteht Fláje nur noch aus sechs Häusern und ist ein Ortsteil der Gemeinde Český Jiřetín im Okres Most, Ústecký kraj.
Gebäude: Fláje (Fleyh), kostel sv. Jana Křtitele (Kirche Johannes des Täufers), steht jetzt in Český Jiřetín
| Orgelbauer: | Jehmlich, Friedrich Gotthelf (1779-1827), Neuwernsdorf, op.1 |
| Baujahr: | 1808 bei Jehmlich im Opusverzeichnis |
| Geschichte der Orgel: | Die Kirche des Heiligen Johannes des Täufers wurde im spätgotischen Stil in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut und am 23. Oktober 1670 eingeweiht. Darin befand sich eine Statue aus dem 15. Jahrhundert.
Im Jahr 1969 wurde die Kirche wegen des Baus der Talsperre Fláje nach Český Jiřetín umgesetzt. Sie ist heute der einzige komplett aus Holz errichtete Sakralbau im tschechisch-sächsischen Teil des Erzgebirges. Dort wurde sie am 24. November 1995 als Kulturdenkmal eröffnet und am 18. Mai 1996 eingeweiht. Zur Orgelgeschichte: In der Kirche stand eine Orgel vermutlich aus der Erbauungszeit der Kirche. Der Name des Orgelbauers und die Größe der Orgel sind nicht bekannt. 1750 erbaute Johann Ernst Lohse (1696-?) ein Pedalpositiv mit 7 Registern auf einem Manual. Im Jahr 1808 soll Gotthelf Friedrich Jehmlich (1779-1827) eine Orgel von 12 Registern auf 2 Manualen umgebaut haben. Diese Orgel wird bei Jehmlich als op.1 angegeben. Archivalien gibt es dazu nicht. Bei Rudolf Quoika: Der Orgelbau in Böhmen und Mähren. Mainz 1966, S.176 wurde eine Orgel in Fláje 1808 umgebaut, ebenso bei O. Türke: Die Künstlerfamilie Jehmlich. In: Centralblatt für Instrumentalmusik, Solo- und Chorgesang, 1897, S.604. In der Tschechischen Orgeldatenbank steht ebenfalls Friedrich Gotthelf Jehmlich für 1808. Laut Opusverzeichnis bei Jehmlich wurde der Umbau in Fleyh mit op.1 bezeichnet. Die Orgel besaß 12 Register auf 2 Manualen und Pedal. Im Archiv Jehmlich gibt es noch einen Anschlag für den Bau einer neuen Orgel für Fleyh mit 9 Registern auf einem Manual. Dieser ist undatiert und über eine Realisierung ist nichts bekannt. Für den Umbau einer Orgel durch Jehmlich 1808 gibt es bisher keinen archivalischen Nachweis. Am 26. Dezember 1815 wurde Herrn Gotthelf Friedrich Jehmlich von Franz Klippel, dem Lehrer und Organisten zu Fleyh bescheinigt, im Auftrag in hiesiger Kirche die fast ganz ruinierte Orgel nicht nur vollkommen hergestellt, sondern auch mit einem ganz neuen Blaßbalken versehen zu haben. Vermutlich war das das Positiv von Johann Ernst Lohse. Im Státní okresní archiv Most, Farní úřad Fláje NAD: 405, Inventar 7, steht, es wurde eine „Orgel mit 9 Registern 1858 gesetzt“. Der Erbauer der Orgel wird nicht genannt. Weiter mit Angaben aus der tschechischen Orgeldatenbank: Die Orgelbauer Markus und Zeidler aus Marienbad haben 1914 keine neue Orgel für Fleyh gebaut, sondern die vorhandene Orgel repariert. 1924 baute Ladislav Hauser (1897-1970) aus Teplitz-Turn eine neue Orgel in der Fleyher Kirche mit 16 Registern auf 2 Manualen.
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| Windladen: | Schleifladen |
| Spieltraktur: | mechanisch |
| Registertraktur: | mechanisch |
| Registeranzahl: | 12 |
| Manuale: | 2 |
| Pedal: | 1 |
Disposition 1914, Orgelbauer unbekannt, erbaut 1858
| MANUAL | PEDAL |
| Gedackt 8'
Gedackt 4' Principal 4' Gedacktflöte 4' Principal 2' Quint 1 1/3' Mixtur 3fach |
Subbass 16'
Octavbass 8' |
Bibliographie
| Literatur: | Horák, Tomas: Kontakte unter deutschen, österreichischen und böhmischen Orgelbauern vom 17. Bis zur ersten Hälfe des 19. Jahrhunderts. In: Die Böhmischen Länder als Orgellandschaft (Musik und Instrument). Festschrift Hans Nadler, 2005 Editio Bärenreiter Praha, S. 48 („Dagegen wurden für den bisher angegebenen Bau einer Orgel in Fleyh vom Dresdner Meister Johann Gotthold Jehmlich im Jahr 1808 keine Archivalien gefunden“)
Tomáš Horák, Informationen zur Orgel in Fláje von 2022. Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd.2, Sachsen und Umgebung, Pape-Verlag Berlin, 2012, S.135 Orgelneubau in Fley [Flaje] durch Ladislav Hauser 1924 (II/16). Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd.2, Sachsen und Umgebung, Pape-Verlag Berlin, 2012, S.234 Johann Ernest Lohse (Tischler und Organist) 1750 Fleyh [Flaje], Pedalpositiv, I/7. Franz Gotthelf Jehmlich, Sohn von Friedrich Gotthelf Jehmlich, wurde am 24. September 1810 in Fleyh geboren, siehe Begräbnisrede für Franz Gotthelf von 1827, Einsiedel (Archiv Jehmlich). Arbeitsbestätigung für Gotthelf Friedrich Jehmlich für die Orgelreparatur in der Fleyher Kirche 1815 durch Franz Klippel, Lehrer und Organist. Als Manuskript im Archiv Jehmlich. Quoika, Rudolf: Der Orgelbau in Böhmen und Mähren. Mainz 1966, S.176 „Die Orgel in Fláje wurde 1808 gebaut“. Türke, O.: Die Künstlerfamilie Jehmlich. In: Centralblatt für Instrumentalmusik, Solo- und Chorgesang, 1897, S.604 (Im Jahre 1808 führte er in Fley in Böhmen einen Orgelumbau, dann den ersten Neubau in Georgenthal in Böhmen.) Prag, Staatliches Zentralarchiv, Orgelkataster für Böhmen aus dem Jahr 1914, Fláje, Angaben zur Orgel eines unbekannten Orgelbauers mit Disposition übermittelt in einem Brief von Lubomír Tomší an Wilfried Mai, 1983. Varhany a varhanári v Ceské republice (Tschechische Orgeldatenbank) 2022. 1808 Gotthelf Jehmlich prV. |
| Weblinks: | Wikipedia, Fláje, Fleyh
Wikipedia, Römisch-katholische Pfarrei Český Jiřetín TU Chemnitz, Böhmen, Grenzgänger |