Biebertal/Fellingshausen, Ev. Kirche

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Prospekt Dezember 2025
Prospekt Dezember 2025
Prospekt Dezember 2025
Prospekt im August 1998
Orgelbauer: Werner Bosch, Niestetal
Baujahr: 1972
Geschichte der Orgel: Für die am 15. Februar 1900 (s. Wikipedia-Artikel) eingeweihte Kirche wurde eine neue Orgel durch die Werkstatt Förster & Nicolaus, Lich erbaut, die am 20. Juni 1902 abgenommen wurde.[1]. Ursprünglich waren sieben Register angeboten worden, entweder bereits während der Bauzeit oder bereits kurze Zeit darauf wurde die Disposition auf neun Register vergrößert (Darstellung siehe unten bei Förster & Nicolaus-Orgel von 1902).

Wikipedia erwähnt eine Instandsetzung der Orgel durch Förster & Nicolaus im Jahre 1930.

Nach Bösken soll am 29. Juni 1969 eine neue Orgel durch die Kölner Werkstatt Willi Peter mit zwei Manualen und elf Registern erbaut worden sein. Dies ist jedoch eine Fehlzuweisung Böskens, wie die Durchsicht eines dem User jrbecker vorliegenden Werkverzeichnisses dieser Werkstatt ergab: Demzufolge wurde diese Orgel für die Evangelische Kirche zu Fellinghausen (ohne "s") erbaut, das ein Ortsteil der Gemeinde Kreuztal ist!

Hier in Fellingshausen baute 1972 die Werkstatt Werner Bosch, Niestetal, eine neue mechanische Schleifladenorgel mit 6 Registern hinter den vorhandenen historischen Prospekt.

1998 wurde die Orgel durch Christoph Böttner, Frankenberg, gereinigt und auf um ein Register (Prinzipal 4') erweitert. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die bis dahin stummen Prospektpfeifen reaktiviert. Bei der in einem Zeitungsartikel[2] genannten Erweiterung auf 10 Register handelt es sich um Missverständnis des Berichterstatters, Arbeiten in diesem Umfang waren nie geplant. Durch diese Arbeiten verfügt die Orgel seitdem über einen durchgehenden Prinzipalchor 8'-4'-2', was bei der Größe der Kirche eine markante Verbesserung für die Tragfähigkeit des Klangs darstellte. Die Sesquialtera hat die Funktion einer um eine Terz erweiterte 2-fachen Mixtur, sodass die Orgel auch bei voller Kirche eine gutes Durchsetzungsvermögen aufweist.

Gehäuse: Das Gehäuse (und vielleicht auch Teile des Pfeifenwerks) wurden von der Vorgängerorgel (Förster & Nicolaus, Lich, 1902) übernommen.
Stimmtonhöhe: a¹ = 440 Hz
Temperatur (Stimmung): gleichstufig
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Registeranzahl: urspünglich 6, seit 1998: 7 Register
Manuale: 1 Manual, Tonumfang: C-f³
Pedal: Tonumfang: C-f¹
Spielhilfen, Koppeln: Normalkoppel: Pedalkoppel





Disposition gemäß Bezeichnung am Spieltisch[3]

Manualwerk Pedalwerk

Prästant 8'

Holzgedackt 8'

Prinzipal 4'[4]

Nachthorn 4'

Oktave 2'

Sesquialter III[5]

Subbaß 16'




urspüngliche Disposition

Manualwerk Pedalwerk

Prästant 8'

Holzgedackt 8'

Nachthorn 4'

Oktave 2'

Sesquialter III[5]

Subbaß 16'


Anmerkungen
  1. Bösken, Franz: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (vollständige Angaben s. Literatur) Band 2, Teil 1: A–K, S. 183
  2. s. Zeitungsartikel in der Gießener Allgemeinen Zeitung vom 26. März 2025
  3. Besichtigung durch den User jrbecker im August 1998, erneut besucht am 14. Dezember 2025.
  4. 1998 hinzugefügt
  5. 5,0 5,1 besteht aus den Chören 2 2/3', 2' und 1 3/5'



Bibliographie

Anmerkungen: Besichtigung durch den User jrbecker im August 1998 und am 14. Dezember 2025. Eine Reinigung der Orgel ist geplant, ein entsprechender Kirchenvorstandsbeschluss wurde bereits gefasst (Mitteilung aus der Kirchengemeinde am 14. Dezember 2025)
Literatur: Bösken, Franz: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (=Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte, Band 7,1), Band 2: Das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Wiesbaden. Teil 1: A–K, S. 183-184, Schott, Mainz, 1975, ISBN=3-7957-1307-2



Vorgängerinstrumente

Förster & Nicolaus-Orgel von 1902

Orgelbeschreibung

Orgelbauer: Förster & Nicolaus, Lich
Baujahr: 1902
Geschichte der Orgel: Die Orgel wurde laut Wikipedia 1930 durch die Erbauerwerkstatt instandgesetzt. 1972 wich sie der oben dargestellten Bosch-Orgel, die jedoch das Gehäuse von 1902 beibehielt.
Windladen: Kegelladen
Spieltraktur: pneumatisch
Registertraktur: pneumatisch
Registeranzahl: 9 Register
Manuale: 1 Manual
Spielhilfen, Koppeln: Spielhilfen sind bei Bösken nicht aufgeführt.





Offensichtlich ausgeführte Disposition nach Bösken, S. 184)

Manualwerk Pedal

Principal 8'

Gedackt 8'

Dolce 8'

Gambe 8'

Octave 4'

Flöte 4'

Rauschquinte 2 2/3'

Waldflöte 2'

Subbaß 16'




Ursprünglich geplante Disposition nach Bösken, S. 184)

Manualwerk Pedal

Principal 8'

Salicional 8'

Bordun 8'

Gambe 8'

Octave 4'

Flauto dolce 4'

Rauschquinte 2 2/3'

Subbaß 16'



Bibliographie

Literatur: Bösken, Franz: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (=Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte, Band 7,1), Band 2: Das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Wiesbaden. Teil 1: A–K, S. 183-184, Schott, Mainz, 1975, ISBN=3-7957-1307-2