Basel, Peterskirche

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Neidhart&Lhôte-Orgel der ev.-ref. Peterskirche Basel
Peterskirche basel organ.JPG
Orgelbauer: Neidhart & Lhôte/Neuchatel
Intonation: Christoph Linde
Baujahr: 1968
Geschichte der Orgel: (Quelle)

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts hing eine Orgel an der Nordwand des Mittelschiffs über dem dritten Pfeiler (von Westen her). Sie wurde 1528/29 entfernt und durch eine neue ersetzt.

1692 wurde eine “doppelte, neuverfertigte” Orgel in der Mitte der “Emporkirche” angebracht, die bereits 1711 durch Andreas Silbermann erneuert werden musste. Das Gehäuse stammte von J.J. Keller, der 1688 auch den Prospekt für die Leonhardskirche geschaffen hatte.

1712 Fertigstellung der Orgel durch Andreas Silbermann: “ein Werck, wie keines am gantzen Rheinstrom zu finden seyn solle”.

Der Zeitgeschmack des 19. Jahrhunderts ist dafür verantwortlich, dass heute ausser wenigen Pfeifen nichts mehr von dieser prachtvollen Orgel vorhanden ist.

1895 erstellte die Firma Goll, Luzern eine neue Orgel mit 26 Registern in einem neugotischen Gehäuse. Die eine Klangentfaltung hindernde Aufstellung des Pfeifenwerks, eine in allzu romantischem Geist gehaltene Disposition und die ausgediente Mechanik liessen es 1962 als zweckmässig erscheinen, ein vollständig neues Werk zu planen.

1968 Erstellung der neuen Orgel durch die Orgelbauwerkstatt Neidhart & Lhôte, Orgelbauwerkstatt aus St. Martin/Neuchâtel. Das Gehäuse mit den alten Prospektpfeifen stammt von Johann Andreas Silbermann und wurde 1770 für die Theodorskirche gebaut (ursprünglich 30 Register auf 3 Manualen und Pedal). 1916 wurde die Orgel dort abgebrochen und nach St. Imier verkauft, das Rückpositiv ging in Privatbesitz über. 1951 konnte das Historische Museum Basel beide Teile erwerben und stellte sie in der Barfüsserkirche auf. Dank den Verhandlungen zwischen der Denkmalpflege (Dr. A. Knoepfli und Fritz Lauber), den Museumsdirektoren Prof. Dr. H. Reinhardt und Dr. H. Lanz, und der auf grosser Erfahrung mit alten Orgeln beruhender Planung von Georges Lhôte konnte das wertvolle Gehäuse als Depositum gewonnen und in der Peterskirche spielbar gemacht werden.

1990 Revision durch Orgelbauer Roman Steiner, Fehren SO

Gehäuse: Johann Andreas Silbermann, 1770
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Registeranzahl: 33
Manuale: 3, C-g3
Pedal: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: Koppeln RP-HW BW-HW, HW-P RP-P BW-P; Tremulant



Disposition

I Rückpositiv II Hauptwerk III Brustwerk [1] Pedal
Metallgedeckt 8’

Prinzipal 4’

Rohrflöte 4’

Gemshorn 2’

Sesquialtera 22/3’+13/5

Scharff 4f 1’

Krummhorn 8’

Quintatön 16’

Prinzipal 8’ [2]

Rohrgedeckt 8’

Oktave 4’

Spitzflöte 4’

Quinte 22/3

Oktave 2’

Mixtur 5-6f 11/3’     

Cornett 5f 8’ (?) [3]

Trompete 8’

Clairon 4’

Holzgedeckt 8’

Blockflöte 4’

Prinzipal 2’

Larigot 11/3

Sifflöte 1’

Glockenzimbel 2f 1/2

Vox humana 8’

Prinzipal 16’

Subbass 16'

Oktavbass 8’

Oktave 4’

Mixtur 4f 22/3

Posaune 16’

Trompete 8’

Singend Cornett 2’


Anmerkungen
  1. schließbar
  2. J.A. Silbermann 1770
  3. widersprüchliche Angaben über ein Vorhandensein



Bibliographie

Anmerkungen: OSV: Victor Schlatter
Discographie: siehe orgbase.nl
Literatur: siehe orgbase.nl
Weblinks: Seite der Kirchengemeinde

Verein Orgelmusik St. Peter

Beschreibung auf orgel-basel.ch

Fotos bei orgues-et-vitraux.ch

Eintrag im 'Orgelverzeichnis Schweiz und Liechtenstein'

Eintrag bei orgbase.nl


Die Orgel im Dialog mit der Oboe / Heinz Holliger, Babette Mondry, Anita Leuzinger / 06.07.2020:


Thomas Tomkins (1572-1656): A Fancy for two to play, Babette Mondry, Ton Koopman: