Vettweiß/Kelz, St. Michael

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Orgelbauer: Orgelbauanstalt Stahlhuth
Baujahr: 1934
Geschichte der Orgel: Aus dem Bericht der Fa. Orgelbau Fasen nach Reinigung und Umbau der Orgel 2014:

Die Orgel mit 20 klingenden Registern wurde 1934 von der Orgelbaufirma Stahlhut aus Aachen erbaut und besaß zu Beginn der Arbeiten bis auf zwei Register (Dolce 8', ersetzt durch 2', Posaune 16') wohl noch die ursprüngliche Disposition. Der originale Spieltisch wurde nach Kriegsschäden wahrscheinlich um 1950 herum ersetzt. Die elektrische Anlage der Orgel funktionierte durch Verschleiß und z.T. minderwertiges Material nicht mehr zuverlässig. Aufgrund der textilisolierten Verdrahtung war ein Weiterbetrieb auch aus sicherheitstechnischen Überlegungen heraus nicht mehr zu verantworten. Die Verkabelung der Orgel wurde komplett ausgetauscht und den heutigen Sicherheitsvorschriften entsprechend ausgeführt. Die Ansteuerung erfolgt nun über ein Bussystem, wodurch die originalen Tasten- und Registerkontakte erhalten werden konnten.

Das Instrument war durch eine unglücklich gewählte Windladenaufstellung kaum stimmbar. Die Pfeifen von Praestant 4' -dem Haupt-Stimmregister- und der Mixtur im Hauptwerk waren im Durchgang zum Turmraum direkt unter der Gewölbekappe aufgestellt; mit der Folge, dass die Pfeifen durch starke Temperaturschwankungen ständig verstimmt waren, ein Nachstimmen aber durch die Aufstellung fast unmöglich gemacht wurde.

Die Windversorgung war im ungedämmten Turmraum untergebracht, wodurch temperaturbedingte Verstimmungen im Sommer und Winter unausweichlich waren. Hier wurde eine gedämmte Trennwand eingezogen, um alle Baugruppen der Orgel klimatisch dem Kirchenraum anzugliedern. Im neu entstandenen Raum ist nun die Windanlage und das Pedalwerk aufgestellt, die Wandöffnung zum Kirchenraum ist vollständig geöffnet worden.

Das Pedalwerk war aufgeteilt: die tiefen Pfeifen standen unerreichbar hinter der Hauptwerkslade im linken Gehäuseteil, der Diskant war noch hinter Praestant 4' und Mixtur ebenfalls unter dem Gewölbe aufgestellt. Dort konnten die Posaunenbecher nicht eingebaut werden.

Im Schwellwerk war eine Erweiterungs-Windlade (für die Oberkoppel) über der normalen Windlade montiert und machte den Diskantbereich der Schwellwerks- Pfeifen - zusätzlich erschwert durch das Schwellwerksgestänge und Windkanäle - sehr unzugänglich. Diese Extensionslade wurde ebenfalls versetzt. Der elektropneumatische Betätigungsapparat für die Schwellerjalousie wurde durch eine moderne elektrische Ansteuerung ersetzt.

Die festliche Wiedereinweihung des Instrumentes erfolgte am Sonntag, dem 24. August 2014 in einer Festmesse mit Weihbischof em. Karl Reger, Aachen. An der Orgel: Regionalkantor Hans-Josef Loevenich, Düren.

Die Arbeiten wurden begleitet und abgenommen von Bernd Godemann, Orgelsachverständiger des Bistums Aachen.

Umbauten: 2014 Reinigung und Umbau durch Orgelbau Fasen
Windladen: Kegelladen
Spieltraktur: elektro-pneumatisch
Registertraktur: elektro-pneumatisch
Registeranzahl: 20
Manuale: 2 C-g3
Pedal: 1 C-f1
Spielhilfen, Koppeln: II/I, II/P, I/P, Sub II/I, Super II/I, Super II/II, fr. Pedalkombination, 1 fr. Kombination, 4 feste Kombinationen (p-mf-f-t), Zungenabsteller, Registercrescendo




Disposition

Hauptwerk (I) Schwellwerk (II) Pedal

Quintadena 16'

Principal 8'

Offenflöte 8'

Dolce 8'

Praestant 4'

Mixtur 3-5f

Engl. Horn 8'

Rohrgedackt 8'

Salicional 8'

Schwebung 8'

Singend Prinzipal 4'

Blockflöte 2'

Nasat 2 2/3'

Terz 1 3/5'

Krummhorn 8'

Tremulant

Subbass 16'

Zartbass 16'

Oktavbass 8'

Choralbass 4'

Liebl. Posaune 16'



Bibliographie

Weblinks: Die Orgel auf der Homepage der Kirchenmusik im Kreis Düren