Erfurt/Hochheim, Johanneskirche
Adresse: Am Angerberg, Erfurt-Hochheim, Thüringen, 99094, Deutschland
Gebäude: Johanneskirche Erfurt-Hochheim, Evangelisch-Lutherische-Kirche
| Orgelbauer: | Ladegast & Sohn, op.99. Restaurierung Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH 2023-2025 |
| Baujahr: | 1883 |
| Geschichte der Orgel: | Die Kirche wurde aus Mitteln des Gustav-Adolf-Werks für die neuentstandene evangelische Gemeinde errichtet und am 22. November 1883 eingeweiht. Die neugotische Saalkirche wurde von Karl Weise (1844-1926) entworfen.
Die Kirche ist weitgehend aus der Erbauungszeit erhalten, nur der Chor wurde bei der Renovierung 1977 erneuert. Die Orgel mit 12 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, wurde 1883 von Friedrich Ladegast (1818-1905) gebaut und 1977 von Friedrich Löbling aus Erfurt umgebaut. Nachdem die Orgel über 100 Jahre der Gemeinde gedient hatte, wurde sie in den 90ger Jahren außer Dienst gestellt. Eine misslungene Sanierung in den 70gern und der durch langjährigen Gebrauch eingetretene Verschleiß hatten sie zum Verstummen gebracht. Seit dieser Zeit sorgt ein elektronisches Instrument für die musikalische Begleitung der Gottesdienste. Mitglieder der Gemeinde wollten sich nicht damit abfinden, dass das Instrument des bedeutenden Orgelbauers Friedrich Ladegast einfach dem Verfall überlassen bleibt. Ein Kreis von Orgelfreunden bemühte sich die Sanierung auf den Weg zu bringen. Es wurden Spenden gesammelt, Konzerte organisiert und Unterstützer mobilisiert. Nun wurde ein weiterer wichtiger Schritt getan. Der Gemeindekirchenrat des Kirchspiels Hochheim-Schmira hat sich das Sanierungsanliegen zu Eigen gemacht und 2021 beschlossen, dass die Orgel so bald wie möglich restauriert werden soll. Und sie hat mit der Orgelbaufirma Jehmlich aus Dresden auch eine Werkstatt gewonnen, die die Sanierung übernimmt. Die renommierte Orgelbaufirma, die schon mehrere Ladegastorgeln restauriert hat, hat sich in einem längeren Auswahlprozess nach mehreren Gutachten und vielen Gesprächen durchgesetzt. Im Zuge dieser Beratungen ist freilich auch der traurige Zustand der Orgel zutage getreten. Von der alten Substanz der Ladegast-Orgel ist ein großer Teil entweder verschlissen oder nicht mehr vorhanden. Eine Zahl mag das verdeutlichen: Von den 612 Pfeifen zum Zeitpunkt der Fertigstellung sind bis heute lediglich 240 aus dem ursprünglichen Bestand erhalten geblieben. Nun gilt es: Das Projekt Orgelsanierung ist groß und anspruchsvoll für eine Gemeinde wie Hochheim (aber das war es auch schon 1883). Wir müssen mit einem finanziellen Aufwand von ca. 170.000 € rechnen (und je länger wir warten, desto mehr wird es). Über 3 Jahre hat der Jehmlich Orgelbau Dresden das Instrument umfassend restauriert. Rund 55% des Pfeifenwerkes, sowie die strahlenförmige Pedaltraktur wurden rekonstruiert und das Instrument wieder an den originalen Standort im Turmraum zurückversetzt. Die restaurierte Ladegast-Orgel von 1883 wurde am 29.03.2026 (Palmsonntag) um 10:00 Uhr in einem Festgottesdienst eingeweiht. |
| Stimmtonhöhe: | 440 Hz bei 18 °C |
| Temperatur (Stimmung): | gleichstufig |
| Windladen: | Kegelladen |
| Spieltraktur: | mechanisch |
| Registertraktur: | mechanisch |
| Registeranzahl: | 12 |
| Manuale: | 2, C-f³ |
| Pedal: | : C-d1 |
Disposition nach der Restaurierung 2025
Disposition vor 2023
Dissposition 1937
Disposition 1883
Bibliographie
| Literatur: | Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd.2, Sachsen und Umgebung, Pape-Verlag Berlin, 2012. S.218 Erfurt-Hochheim, Friedrich Ladegast 1883, II/12.
Vermischtes: Orgelbau-Nachrichten. In: Zeitschrift für Instrumentenbau, 4. Band, 15, 21. Februar 1884, S.193 Im Wandel der Zeit: Die Ladegasts und die Orgel / Alexander Koschel. – Weißenfels: Orgelfachverlag Fagott, 2004. |
| Weblinks: | Wikipedia, Johanneskirche, Erfurt-Hochheim
Kirchenmusik Erfurt, Orgel in Hochheim |