Kufstein, Festung Kufstein, Heldenorgel
Adresse: 6330 Kufstein, Festung Kufstein, Tirol, Österreich
Gebäude: Festung Kufstein, Heldenorgel im Bürgerturm
Datei:Kufstein, Heldenorgel, Bürgerturm, Außenansicht (1).jpg Bürgerturm der Festung Kufstein, in dessen Ober- und Dachgeschoss sich die Heldenorgel befindet. |
Datei:Kufstein, Heldenorgel, Spieltischhäuschen, Außenansicht.jpg Spieltischhäuschen im Festungsneuhof und Bürgerturm |
Datei:Kufstein, Heldenorgel, Spieltischhäuschen, Außenansicht (4).jpg Das Spieltischhäuschen |
Datei:Kufstein, Heldenorgel, Spieltisch von 2009 (1).jpg Spieltisch seit 2009 |
| Orgelbauer: | Walcker Orgelbau |
| Baujahr: | 1971 • op.5270 |
| Geschichte der Orgel: | Die erste Heldenorgel wurde 1931 von der Firma Walcker geschaffen und in den Bürgerturm auf der Festung Kufstein eingebaut. Sie hatte 16 Hochdruck-Register zuzüglich auf zwei Manualen und Pedal und wurde 1970/71 durch das heutige Instrument derselben Firma ersetzt. Zunächst wurde 1970 lediglich das Positiv (damals als III. Manual) als Teilausbau fertiggestellt. Im Folgejahr wurden dann die restlichen Teilwerke auf Schleifladen mit vergrößertem Manual- bzw. Pedalumfang neu erbaut. Bei dieser Maßnahme wurde das Pfeifenwerk von 1931 teilweise wiederverwendet. In diesem Zustand umfasste die Heldenorgel bis 2008 4.307 Pfeifen, 46 Register auf vier Manualen. Der Winddruck beträgt 470 mmWS Winddruck (ca. 18.5").
2009 fand ein Umbau durch Orgelbau Eisenbarth (Passau) inklusive Erweiterung auf 65 Register statt. In diesem Zuge wurde auch ein neuer Spieltischs eingebaut und die elektrische Traktur auf Glasfaser umgestellt. Bei dieser Maßnahme wurde auch die Manualzuteilung von Schwellwerk und Positiv vertauscht. Der alte Spieltisch von 1971 ist seitdem hinter Glas im Innern der Orgelkammer im Bürgerturm ausgestellt. Die Heldenorgel wird täglich um 12:00 Uhr, in den Monaten Juli und August um 12:00 und um 18:00 Uhr zum Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege gespielt. Seit dem 30. Mai 1981, dem 50-Jahr-Jubiläum der Orgel, wird dabei auch aller Opfer von Gewalt gedacht. |
| Umbauten: | 2009 Erweiterung (*) und neuer Spieltisch (65/IV+P) durch Eisenbarth-Orgelbau |
| Windladen: | Schleifladen / Einzeltonladen |
| Spieltraktur: | opto-elektronisch (Glasfaser) |
| Registertraktur: | opto-elektronisch |
| Registeranzahl: | 48 (65) |
| Manuale: | 4 C-c4 |
| Pedal: | 1 C-g1 |
| Spielhilfen, Koppeln: | Koppeln:
Normalkoppeln: II/I, III/I, IV/I, III/II, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P Suboktavkoppeln: I/I, II/I, III/I, IV/I, II/II, III/II, IV/II, III/III, IV/III, IV/IV Superoktavkoppeln: I/I, II/I, III/I, IV/I, II/II, III/II, IV/II, III/III, IV/III, IV/IV, I/P, II/P, III/P, IV/P Spielhilfen (2009): 10.000 Setzerkombinationen, davon 5000 mit Schlüsselschalter sperrbar, USB-Anschluss, Tutti, Pleno I, Pleno II, Grundstimmen 8', Grundstimmen 8' + 4', Crescendowalzen (W1, W2), programierbares Spielaufzeichnungsgerät |
Disposition seit 2009 [1]
| I Hauptwerk | II Positiv | III Schwellwerk | IV Bombardewerk [2] | Pedal |
Spitzflöte 8' Gedeckt 8' Prinzipal 4' Blockflöte 4' Oktave 2' Quinte 11/3' Terzzimbel 4f 1/2' Kopftrompete 8' Tremolo |
Grossmixtur 8-11f 8' GM Prinzipal 8' GM Prinzipal 4' GM Quinte 2 2/3' GM Prinzipal 2' GM Mixtur 4-7f. Grosskornett 5f. 8' GK Flöte 8' GK Flöte 4' GK Quinte 22/3' GK Flöte 2' GK Terzflöte 13/5' Bombarde 32' Trompete 16' Trompete 8' Clarinet 8' [6] Trompete 4' |
Anmerkungen:
- ↑ Das Pfeifenwerk ist in drei separaten Kammern im Bürgerturm untergebracht, die unabhängig voneinander schwellbar sind: Linke Orgelkammer (Nord): Bombardewerk (IV), Mittlere Orgelkammer (Nord-Ost): Hauptwerk (I), Positiv (II) und Pedal, Rechte Orgelkammer (Ost): Schwellwerk (III).
- ↑ Die der Beschriftung am Spieltisch folgend mit GM bzw. GK bezeichneten Register sind die einzeln spielbaren Chöre bzw. Auszüge des Großkornetts (GK) bzw. der Großmixtur (GM).
- ↑ 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 3,11 Register aus der ersten Heldenorgel von Walcker (1931).
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 Neues Register von Eisenbarth (2009). Die beiden Hauptwerkzungen Basstuba 16' udn Tuba 8' sind jeweils eigenständig.
- ↑ 5,0 5,1 Transmission aus Hauptwerk (I)
- ↑ Am Spieltisch als Clarinet 8' bezeichnet, bei Eisenbarth Englischhorn 8' genannt.
- ↑ Röhrenglocken.
- ↑ Transmission aus dem Bombardewerk (IV).
- ↑ 9,0 9,1 Extension aus Contratuba 32' des Pedals (nicht des Hauptwerkes!). Die Tuben 32'-16'-8' sind horizontal angeordnet.
- ↑ Transmission aus dem Bombardewerk (IV), Trompete 8'.
- ↑ Transmission aus dem Bombardewerk (IV), Trompete 4'.
Disposition 1971-2008
| I Hauptwerk | II Schwellwerk | III Positiv | IV Blockwerk | Pedal |
Gedacktpommer 16' Principal 8' Rohrflöte 8' Principal 4' Nachthorn 4' Octave 2' Sesqialter 3f 22/3' Mixtur 7f 2' Scharff 5f 1' Trompete 8' |
Quintade 16' Weitprincipal 8' Doppelflöte 8' Gamba 8' Vox coelestis 8' Octave 4' Rohrflöte 4' Nasard 22/3' Principal 2' Gemshorn 2' Mixtur 6-8f 11/3' Fagott 16' Oboe 8' Tremulant |
Spitzflöte 8' Gedeckt 8' Principal 4' Blockflöte 4' Octave 2' Quinte 11/3' Terzcimbel 4f 1/2' Kopftrompete 8' Tremulant |
Spielhilfen (1971): 6 freie Kombinationen, Tutti, Manual 16' ab, Manual Zungen ab, Zungen ab, Zungenchor an/Labiale ab, Generalschweller
Anmerkungen:
Panoramaansicht der drei Orgelkammern:
links: Bombardewerk (IV)
mitte: Contratuba 32' und Kontrabass 16' (horizontal), darunter Hauptwerk (I) und Positiv (II)
rechts: Schwellwerk (III)
Datei:Kufstein, Heldenorgel, Gesamtansicht der Orgelkammern (1).jpg
Außenansicht der Festung Kufstein mit dem Bürgerturm und dem Spieltischhäusschen im Festungsneuhof:
- Kufstein, Heldenorgel, Bürgerturm, Außenansicht (4).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Spieltischhäuschen, Außenansicht (2).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Spieltischhäuschen, Außenansicht (1).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Spieltischhäuschen, Außenansicht (3).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Spieltischhäuschen, Außenansicht (4).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Bürgerturm, Außenansicht (2).jpg
Eingang Bürgerturm
- Kufstein, Heldenorgel, Bürgerturm, Außenansicht (3).jpg
Spieltisch von 2009:
- Kufstein, Heldenorgel, Spieltisch von 2009 (3).jpg
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- Kufstein, Heldenorgel, Spieltisch von 2009 (9).jpg
Spieltisch von 1971:
- Kufstein, Heldenorgel, Spieltisch von 1971 (1).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Spieltisch von 1971 (3).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Spieltisch von 1971 (4).jpg
Linke Orgelkammer (Bombardewerk IV):
- Kufstein, Heldenorgel, Linke Orgelkammer (IV. Manual) (1).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Linke Orgelkammer (IV. Manual) (2).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Linke Orgelkammer (IV. Manual) (3).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Linke Orgelkammer (IV. Manual) (4).jpg
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- Kufstein, Heldenorgel, Linke Orgelkammer (IV. Manual) (11).jpg
Mittlere Orgelkammer (Hauptwerk I, Positiv II und Pedal):
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Hauptwerk und Positiv) (1).jpg
Hauptwerk, dahinter Positiv, oben im Bild: Kontrabass 16' darüber Contrabtuba 32'
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Hauptwerk und Positiv) (2).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Hauptwerk und Positiv) (3).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Hauptwerk und Positiv) (4).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Hauptwerk und Positiv) (5).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Hauptwerk und Positiv) (6).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Hauptwerk und Positiv) (7).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Zungen, gekröpft und horizontal).jpg
Untere Ebene mit Spieltisch und Pedalzungen
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Großpedal) (1).jpg
Obere Ebene mit Contratuba 32' und Kontrabass 16'
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Großpedal) (2).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Mittlere Orgelkammer (Großpedal) (3).jpg
Windlade des Großpedals
Rechte Orgelkammer (Schwellwerk III):
- Kufstein, Heldenorgel, Rechts Orgelkammer (III Schwellwerk) (1).jpg
- Kufstein, Heldenorgel, Rechts Orgelkammer (III Schwellwerk) (2).jpg
Erste Heldenorgel 1931-1970
Orgelbeschreibung
Datei:Kufstein, Heldenorgel, Spieltisch von 1931 (1).jpg Zweimanualiger Spieltisch der ersten Heldenorgel von 1931 |
| Orgelbauer: | E. F. Walcker & Cie. |
| Baujahr: | 1931 • op.2308 |
| Geschichte der Orgel: | Die erste Heldenorgel wurde 1970/71 durch einen erheblich größeren technischen Neubau auf elektrischen Schleifladen durch die Firma Walcker ersetzt. Dabei wurde das Pfeifenmaterial wiederverwendet, jedoch zu einem völlig neuen Dispositionskonzept zusammengestellt. |
| Windladen: | Kegelladen |
| Spieltraktur: | elektropneumatisch |
| Registertraktur: | elektropneumatisch |
| Registeranzahl: | 16 (25) |
| Manuale: | 2 C-g3 |
| Pedal: | 1 C-f1 |
| Spielhilfen, Koppeln: | Koppeln (1931):
Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P, P/I Suboktavkoppeln: II/I, II/II Superoktavkoppeln: I/I, II/I, II/II, I/P, II/P Spielhilfen (1931): 2 freie Kombinationen, Tutti, Crescendowalze, Walze Ab, Zungen Ab, Zungen in den Manualen Ab, Handregister, Handregister Ab, Tremulant (ganze Orgel), Organola Selbstspielapparat Nebenregister: Röhrenglocken (c0-c1), unleserlich |
Disposition 1931 [1]
| I. Manual | II. Manual | Pedal |
Anmerkungen:
- ↑ Die gesamte Orgel war generalschwellbar. Ob die beiden Manualwerke wie heute separat schwellbar waren, ist derzeit nicht bekannt.
- ↑ C-f1 aus dem Pedalregister Subbass 16' entlehnt, ab fis1 eigenständig.
- ↑ Vermutlich setzte ab c0 der zweite, schwebende Chor ein. Ob eine separate Registrierung der Gamba möglich war, ist nicht geklärt.
- ↑ 4,0 4,1 Extension aus der Helltrompete 8'.
- ↑ Transmission aus dem II. Manual, Principal 8'.
- ↑ Transmission aus dem II. Manual, Oktave 4'.
- ↑ Transmission aus dem II. Manual, Mixtur 5-6f.
- ↑ C-H eigenständig, ab c0 Extention aus dem I. Manual, Trompete 8'.
- ↑ Transmission aus dem II. Manual, Tromba 16'.
- ↑ Transmission aus dem II. Manual, Helltrompete 8'.
- ↑ Transmission aus dem II. Manual, Clairon 4'.
Bibliographie
| Quellen/Sichtungen: | Eigene Sichtung sowie freundliche Mitteilung durch Wolfgang Eisenbarth - März 2025
Disposition von 1971: Günter Lade: Österreichische Freiluftorgeln in Geschichte und Gegenwart, S.47-48 Disposition von 1931: Walcker-Opusbuch Nr. 32; Seiten 556-566 |
| Weblinks: | Orgelbeschreibung der Festung Kufstein
Beschreibung, frühere Dispositionen und Bilder auf walcker.com historischer Zeitungsartikel über die Einweihung 1931 Orgelvorführung (Beitrag Regionalfernsehen) Kurzbericht über die Orgel in einem Bulletin der St. Galler Orgelfreunde (1997) |