Kufstein, Festung Kufstein, Heldenorgel

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Blick auf Festungsturm
Orgelbauer: Walcker Orgelbau
Baujahr: 1931 • op.2308
Geschichte der Orgel: Die Heldenorgel wurde von Orgelbauer Wilhelm Sauer (Inh. Oscar Walcker) aus Frankfurt a.d. Oder geschaffen und in den Bürgerturm auf der Festung Kufstein eingebaut. Sie hatte 16 Hochdruck-Register auf zwei Manualen und Pedal. Sie ist nach zwei Erweiterungen die größte Freiluftorgel der Welt.

1971 wurde das Instrument von der Erbauer-Firma erweitert und mit einer neuen Technik versehen. Bis 2008 umfasste sie 4.307 Pfeifen, 46 Register auf vier Manualen und diverse Spielhilfen. 2009 wurde eine Ergänzung auf 65 Register und der Neubau des Spieltischs sowie der elektrischen Traktur durch Orgelbau Eisenbarth (Passau) durchgeführt. Der alte Spieltisch von 1971 ist hinter Glas im Spieltischhaus ausgestellt.

Die Heldenorgel wird täglich um 12:00 Uhr, in den Monaten Juli und August um 12:00 und um 18:00 Uhr zum Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege gespielt. Seit dem 30. Mai 1981, dem 50-Jahr-Jubiläum der Orgel, wird dabei auch aller Opfer von Gewalt gedacht.

Umbauten: 1971 Erweiterung Fa. Walcker unter op.5270): 46/IV+P [1]

2009 Erweiterung (*) und neuer Spieltisch (65/IV+P) durch Eisenbarth-Orgelbau

Windladen: Kegelladen
Spieltraktur: elektropneumatisch
Registertraktur: elektropneumatisch
Registeranzahl: 50 (65) [ursprünglich: 16 (25)]
Manuale: 4 C-c4 [ursprünglich: 2 C-g3]
Pedal: C-g1 [ursprünglich: C-f1]
Spielhilfen, Koppeln: Koppeln:

Normalkoppeln: II/I, III/I, IV/I, III/II, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P

Suboktavkoppeln: I/I, II/I, III/I, IV/I, II/II, III/II, IV/II, III/III, IV/III, IV/IV

Superoktavkoppeln: I/I, II/I, III/I, IV/I, II/II, III/II, IV/II, III/III, IV/III, IV/IV, I/P, II/P, III/P, IV/P

Spielhilfen (2009): Setzeranlage mit 10000 Kombinationen, davon 5000 mit Schlüsselschalter sperrbar, USB-Anschluss, Crescendowalzen (W1, W2), programierbares Spielaufzeichnungsgerät

Spielhilfen (1971): 6 freie Kombinationen, Tutti, Manual 16' ab, Manual Zungen ab, Zungen ab, Zungenchor an/Labiale ab, Generalschweller

Röhrenglocken



Disposition seit 2009

I Hauptwerk II Positiv III Schwellwerk-Ost IV Schwellwerk-West[2] Pedal
Gedacktpommer 16'

Prinzipal 8'

Rohrflöte 8'

Prinzipal 4'

Nachthorn 4'

Sesqialter 3f 22/3'

Oktave 2'

Mixtur 7f. 2'

Scharff 5f. 1'

Tuba* 16'

Tuba* 8'

Trompete 8'

Spitzflöte 8'

Gedeckt 8'

Prinzipal 4'

Blockflöte 4'

Oktave 2'

Quinte 11/3'

Terzzimbel 4f. 1/2'

Kopftrompete 8'


Tremolo

Quintade 16'

Weitprinzipal 8'

Doppelflöte 8'

Gamba 8'

Vox celeste 8'

Oktave 4'

Rohrflöte 4'

Nasat 22/3'

Prinzipal 2'

Gemshorn 2'

Mixtur 6-8f. 11/3'

Fagott 16'

Oboe 8'


Tremolo

Grossmixtur 8-11f 8'

GM Prinzipal* 8'

GM Prinzipal* 4'

GM Quinte* 2 2/3'

GM Prinzipal* 2'

GM Mixtur* 4-7f.

Grosskornett 5f. 8'

GK Flöte* 8'

GK Flöte* 4'

GK Quinte* 22/3'

GK Flöte* 2'

GK Terzflöte* 13/5'

Bombarde 32'

Trompete 16'

Trompete 8'

Trompete 4'

Tuba* 16'[3]

Tuba* 8'[3]


Glockenspiel

Kontrabass 16'

Subbass 16'

Oktavbass 8'

Gedecktbass 8'

Choralbass 4'

Mixtur 6f. 22/3'

Bombarde 32'[4]

Posaune 16'

Helltrompete 8'

Clarine 4'

Tuba* 32'[5]

Tuba* 16'[3]

Tuba* 8'[3]

Anmerkungen
  1. Inwiefern die Maßnahme von 1971 einem technischen Neubau der Orgel gleichkommt und wie viel Material von 1931 tatsächlich noch erhalten ist, ist derzeit noch nicht abschließend beantwortet.
  2. Die kursiv dargestellten Register sind einzeln spielbare Chöre bzw. Auszüge des Großkornetts (GK) bzw. der Großmixtur (GM).
  3. Hochspringen nach: 3,0 3,1 3,2 3,3 Transmission aus Hauptwerk (I)
  4. Transmission aus Schwellwerk (IV)
  5. Extension aus Tuba 16'(I)


Disposition 1931 [1]

I. Manual II. Manual Pedal
Bordun 16' [2]

Principal major 8'

Doppelflöte 8'

Fugara 4'

Kornett 6-10f

Cymbel 3-4f

Trompete 8'

Principal 8'

Gamba–Vox coelestis 1-2f [3]

Oktave 4'

Quinte 22/3'

Oktave 2'

Mixtur 5-6f

Tromba 16' [4]

Helltrompete 8'

Clairon 4' [4]

Kontrabass 16'

Subbass 16'

Violon 8' [5]

Oktave 4' [6]

Mixtur 5-6f [7]

Tuba 16' [8]

Tromba 16' [9]

Helltrompete 8' [10]

Clairon 4' [11]


Koppeln (1931):

Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P, P/I

Suboktavkoppeln: II/I, II/II

Superpoktavkoppeln: I/I, II/I, II/II, I/P, II/P

Spielhilfen (1931): 2 freie Kombinationen, Tutti, Crescendowalze, Walze Ab, Zungen Ab, Zungen in den Manualen Ab, Handregister, Handregister Ab, Tremulant (ganze Orgel), Organola Selbstspielapparat

Nebenregister: Röhrenglocken (c0-c1), unleserlich

Anmerkungen
  1. Die gesamte Orgel ist generalschwellbar. Ob die beiden Manualwerke separat schwellbar waren, ist derzeit nicht bekannt.
  2. C-f1 aus dem Pedalregister Subbass 16' entlehnt, ab fis1 eigenständig.
  3. Vermutlich setzte ab c0 der zweite, schwebende Chor ein. Ob eine separate Registrierung der Gamba möglich war, ist nicht geklärt.
  4. Hochspringen nach: 4,0 4,1 Extension aus der Helltrompete 8'.
  5. Transmission aus dem II. Manual, Principal 8'.
  6. Transmission aus dem II. Manual, Oktave 4'.
  7. Transmission aus dem II. Manual, Mixtur 5-6f.
  8. C-H eigenständig, ab c0 Extention aus dem I. Manual, Trompete 8'.
  9. Transmission aus dem II. Manual, Tromba 16'.
  10. Transmission aus dem II. Manual, Helltrompete 8'.
  11. Transmission aus dem II. Manual, Clairon 4'.



Bibliographie

Anmerkungen: Der Winddruck beträgt 470 mmWS Winddruck (ca. 18.5")
Literatur: Walcker-Opusbuch Nr. 32; Seiten 556-566
Weblinks: Orgelbeschreibung der Festung Kufstein

Wikipedia

Beschreibung, frühere Dispositionen und Bilder auf walcker.com

historischer Zeitungsartikel über die Einweihung 1931

Orgelvorführung (Beitrag Regionalfernsehen)


Filmportrait der Heldenorgel