Meißen, Frauenkirche: Unterschied zwischen den Versionen

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{{Orgelbeschreibung
{{Orgelbeschreibung
|BILD 1=        |BILD 1-Text=
|BILD 1=Meißen Frauenkirche Jehmlich-Orgel.jpg         |BILD 1-Text=Meißen, Frauenkirche, Jehmlich-Orgel, Foto 2021.
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|BILD 2=Meißen Frauenkirche, Jehmlich-Orgel Porcellan-Brüstungswerk.jpg      |BILD 2-Text=Meißen Frauenkirche, Jehmlich-Orgel Porcellan-Brüstungswer. Foto: Michael Kronesser, 2025.
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|BILD 3= Meißen, Frauenkirche.6.jpg |BILD 3-Text= Spieltisch
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|BILD 4=Meißen Frauenkirche Jehmlich-Orgel Registerschild.png        |BILD 4-Text=Meißen, Frauenkirche, Jehmlich-Orgel, Registerschild. Foto: Michael Kronesser, 2025.
|ORT            =An der Frauenkirche, 01662 Meißen, Sachsen, Deutschland  
|ORT            =An der Frauenkirche, 01662 Meißen, Sachsen, Deutschland  
|GEBÄUDE        =Meißen, Frauenkirche, Evangelisch-Lutherische Kirche
|GEBÄUDE        =Meißen, Frauenkirche, Evangelisch-Lutherische Kirche
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|WEITERE ORGELN  =
|WEITERE ORGELN  =
|ANDERER NAME    =Kirche unserer lieben Frau  
|ANDERER NAME    =Kirche unserer lieben Frau  
|ERBAUER        =Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil), Dresden, op.447 (Neubau), als op.550 umdisponiert und erweitert)
|ERBAUER        =Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil), Dresden, op.447 (Neubau), als op.550 umdisponiert und erweitert. Restaurierung 2019-2021 durch Jehmlich Orgelbau Dresden, 2025 Ergänzung Porzellanpfeifen - Brüstungwerk.
|BAUJAHR        =1929/30 und 1937  
|BAUJAHR        =um 1670 Neubau durch Christoph Donati (1625-1706), 1929/30 Neubau Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil) und 1937 Umdisponierung Gebrüder Jehmlich (Otto & Rudolf)
|UMBAU          =
|UMBAU          =1
 
Restaurierung 2019-2021 durch Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH
|GEHÄUSE        =  
|GEHÄUSE        =  
|GESCHICHTE      =
|GESCHICHTE      =


Vorerst etwas zur Geschichte der Vorgängerorgeln, deren Erbauer und der Orgelbauer, die vorhandene Orgeln repariert und umgebaut haben:




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1609/10 baute Gottfried Fritzsche aus Meißen diese Orgel um.
1609/10 baute Gottfried Fritzsche aus Meißen diese Orgel um.
Nicolaus Kühnel reparierte 1632 und 1634 die Orgel.


Um 1670 errichtete Christoph Donati eine neue Orgel.
Um 1670 errichtete Christoph Donati eine neue Orgel.
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1726 und 1740 reparierte Johann Ernst Hähnel die Orgel.
1726 und 1740 reparierte Johann Ernst Hähnel die Orgel.


Johann Christian Pfützner reparierte die Orgel 1803/1804 und Christian Gotthelf Pfützner 1806 und 1840 baute er die Orgel um.  
Johann Christian Pfützner reparierte die Orgel 1803/1804 und Christian Gotthelf Pfützner 1806.  


Johann Christian Kayser reparierte 1810 die Orgel.
Friedrich Gotthelf Pfützner baute 1840 die Orgel um.
 
Johann Christian Kayser baute 1810 die Orgel um.


1882 wurde die Orgel erneut von Julius Friedrich Jahn umgebaut.
1882 wurde die Orgel erneut von Julius Friedrich Jahn umgebaut.
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1930 konnte das Instrument der Kirchgemeinde übergeben werden.
1930 konnte das Instrument der Kirchgemeinde übergeben werden.


„Bereits 1937 wurde die Orgel von der Firma Jehmlich als Opus 550 umdisponiert und erweitert nach Plänen von Stadtkantor Paul Emil Jähnig, Meißen und Dr. Ernst Schnorr von Carolsfeld aus Dresden.
''„Bereits 1937 wurde die Orgel von der Firma Jehmlich als Opus 550 umdisponiert und erweitert nach Plänen von Stadtkantor Paul Emil Jähnig, Meißen und Dr. Ernst Schnorr von Carolsfeld aus Dresden.
 
''Nach dem II. Weltkrieg nahm die Orgelbaufirma Jehmlich weitere Dispositionsänderungen vor. Mangelnde Pflege, Verschmutzung und Anobienbefall schränkten die Spielbarkeit der Orgel seit etlichen Jahrzehnten zunehmend ein.
 
''Neubaupläne des Kantors Carsten Voigt (Orgel mit fünf Standorten) kamen nicht zur Ausführung. 2015 wurde die Jehmlich-Orgel unter Denkmalschutz gestellt. 2017 erfolgte die Ausschreibung für eine Restaurierung und Rückführung auf den Zustand von 1937. 2017 bis 2021 führte der Jehmlich-Orgelbau Dresden eine umfassende Restaurierung aus und rekonstruierte die Disposition von 1937.
 
''Vorbereitet ist der Einbau eines Registers mit Porzellanpfeifen auf elektrischer Einzeltonlade an der Emporenbrüstung, das durch Kontakte an der Windlade des II. Manuals gesteuert wird. Außerdem ist eine elektronische Setzeranlage vorgesehen.“'' Frank-Harald Greß
 
 
2019-2021 Restaurierung durch Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH
 
2024 geplanter Einbau eines Porzellanregisters, das durch Spenden finanziert ist (vgl. [https://www.wochenkurier.info/landkreis-meissen/artikel/nur-noch-zwei-porzellanpfeifen-suchen-paten Pressemeldung)]. Das Register besteht aus zwölf Holzpfeifen, neun Zinnpfeifen und 37 Porzellanpfeifen.  


Nach dem II. Weltkrieg nahm die Orgelbaufirma Jehmlich weitere Dispositionsänderungen vor. Mangelnde Pflege, Verschmutzung und Anobienbefall schränkten die Spielbarkeit der Orgel seit etlichen Jahrzehnten zunehmend ein.
Vorbereitende Arbeiten für die Anbindung der Porzellanpfeifen an den Orgelbestand sind bereits im Zuge der Restaurierung erfolgt. Dazu wurde am Spieltisch ein handbemaltes Schild aus echtem „Meißner“ angebracht, das die Registerwippe kennzeichnet. Es wurde in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen handbemalt und kostenlos zur Verfügung gestellt. ([https://frauenkirche-meissen.de/porzellan/ Bild der neuen Registerwippe]). Damit wird das Instrument weltweit die erste Kirchenorgel mit einem Register aus Meißener Porzellan sein.


Neubaupläne des Kantors Carsten Voigt (Orgel mit fünf Standorten) kamen nicht zur Ausführung. 2015 wurde die Jehmlich-Orgel unter Denkmalschutz gestellt. 2017 erfolgte die Ausschreibung für eine Restaurierung und Rückführung auf den Zustand von 1937. 2017 bis 2021 führte der Jehmlich-Orgelbau Dresden eine umfassende Restaurierung aus und rekonstruierte die Disposition von 1937.
Als weitere Besonderheit existiert bei der Meißener Porzellanmanufaktur eine [https://jehmlich-orgelbau.de/orgelprojekte/meissen-porzellanorgel-ad/ Kleinorgel] mit einem Porzellanregister, nämlich einer ''Porzellanflöte 2'''.


Vorbereitet ist der Einbau eines Registers mit Porzellanpfeifen auf elektrischer Einzeltonlade an der Emporenbrüstung, dass durch Kontakte an der Windlade des II. Manuals gesteuert wird. Außerdem ist eine elektronische Setzeranlage vorgesehen.
Am 14. April 2025 konnten die Pfeifen aus Meißner Porzellan in das Brüstungswerk der Frauenkirche Meißen einsetzt werden. Danach erfolgte der technische Anschluss an die Jehmlich-Orgel (Baujahr 1929-37, III/56, Restaurierung 2019-2021) und die Stimmung des Porzellenpfeifenwerkes.  
Frank-Harald Greß
Die Orgel wurde am Pfingstsonntag, dem 8. Juni 2025, mit einem Gottesdienst eingeweiht.


   
   
|STIMMTONHÖHE    =  
|STIMMTONHÖHE    =435 Hz bei 15°C (440HZ bei 21,7°C)
|TEMPERATUR      =  
|TEMPERATUR      =gleichstufig
|WINDLADEN      =Kegelladen  
|WINDLADEN      =Kegelladen  
|SPIELTRAKTUR    =pneumatisch  
|SPIELTRAKTUR    =pneumatisch  
|REGISTERTRAKTUR =pneumatisch  
|REGISTERTRAKTUR =pneumatisch  
|REGISTER        =56 Register + 2 Transmissionen. Vorgesehen sind 57 Register.  
|REGISTER        =57 Register (+2 Tr.)
|MANUALE        =  
|MANUALE        =3 C-a<sup>3</sup>
|PEDAL          =  
|PEDAL          =C-f<sup>1</sup>
|SPIELHILFEN    =  
|SPIELHILFEN    =NEBENREGISTER UND SPIELHILFEN
 
Manualcoppel II-I, III-I,-III-II
 
Pedalkoppel I, II, III
 
Generalkoppel (alle Normalkoppeln)
 
3 freie, 3 feste Vorbereitungen (MF, F, FF)
 
Pedalumschaltung
 
Superoctavcoppel II-I, III-II, III-III
 
Pedaltenorcoppel III-P
 
Suboctavcoppel III-II, II-I
 
Crescendowalze, Schwelltritt (III.Manual)
 
Absteller: Druckregister, Coppeln, Rohrwerke, Crescendo
 
(1) Hist. Pfeifenwerk
 
(2) Hist. Pfeifen von Tamitius, Donati, Pfützner
 
(3) Hist. Pfeifen von Tamitius, Donati, Kayser, Jehmlich
 
(4) Hist. Pfeifen von Tamitius, Donati, Pfützner, Silbermann, Jehmlich
}}
}}


{{Disposition3
{{Disposition3
|ÜBERSCHRIFT    =Originale Disposition von 1937 nach Jehmlich
|ÜBERSCHRIFT    =Disposition ab 2025
|WERK 1          =I. Hauptwerk C-a<sup>3</sup>
|WERK 1          =I Hauptwerk
|REGISTER WERK 1 =
|REGISTER WERK 1 =


1. Bordun 16’
Bordun 16’
 
Principal 8’<ref>Prospekt C-a<sup>1</sup></ref>
 
Viola d’amour 8’ <ref name="R">Rekonstruktion </ref>
 
Rohrflöte 8’
 
Singend Gedeckt 8’
 
Rohrquinte 5<sup>1</sup>/<sub>3</sub>’
 
Oktave 4’
 
Nachthorn 4’
 
Bachflöte 4’
 
Quinte 2<sup>2</sup>/<sub>3</sub>’
 
Oktave 2’


2. Principal 8’
Schwegel 1’


3. Viola d’amour 8’ Reko
Cymbel 3fach


4. Rohrflöte 8’
Cornett 4fach


5. Singend Gedeckt 8’
Mixtur 4fach


6. Rohrquinte 5 1/3’
Trompete 8’ <ref name="RF">Rückführung </ref>


7. Oktave 4’
|WERK 2          =II Oberwerk<ref name="A">ausgebaut bis a<sup>4</sup></ref>
|REGISTER WERK 2 =
 
Quintadena 16’ *
8. Nachthorn 4’
Ital. Prinzipal 8’ * <ref>Prospekt C-a<sup>1</sup></ref>
Spitzflöte 8’ *


9. Bachflöte 4’
Quintadena 8’ *


10. Quinte 2 2/3’
Praestant 4’ *


11. Octave 2’
Gedeckt 4’


12. Schwegel 1’
Gemshorn 4’ *


13. Cymbel  3fach
Piccolo 2’
 
Superquinte 1<sup>1</sup>/<sub>3</sub>’
14. Cornett  4fach
Septime 1<sup>1</sup>/<sub>7</sub>’
15. Mixtur   4fach
Sifflöte 1’
 
None <sup>8</sup>/<sub>9</sub>’
 
Mixtur 4fach
 
Singend Regal 8’
 
Porzellanflöte 8' <ref>2025 eingebaut</ref>
 


16. Trompete 8’ Rückführung
|WERK 3          =III Schwellwerk<ref name="A"/>
|REGISTER WERK 3 =


Lieblich Gedeckt 16’ (1)


|WERK 2          =II. Oberwerk C-a<sup>3</sup> (*-a<sup>4</sup>)
Geigenprinzipal 8’ *
|REGISTER WERK 2 =
 
Portunalflöte 8’ *
 
Salicional 8’ *
 
Aeoline 8’ * <ref name="R"/>
 
Vox coelestis 8' * <ref name="R"/><ref>ab c<sup>0</sup></ref>


17. Quintadena 16’ *
Gedackt 8’ *(2)


18. Ital. Principal 8’ *
Principal 4’ *(3)


19. Spitzflöte 8’ *
Blockflöte 4’ *


20. Quintadena 8’ *
Rohrflöte 4’ *


21. Praestant 4’ *
Nassat 2<sup>2</sup>/<sub>3</sub>' (4)


22. Gedeckt 4’
Waldflöte 2’


23. Gemshorn 4’ *
Terz 1<sup>3</sup>/<sub>5</sub>’ (4)


24. Piccolo 2’
Scharf 5fach


25. Superquinte 1 1/3’
Krummhorn 8’ *


26. Septime 1 1/7’


27. Sifflöte 1’
|WERK 4          =Pedal
|REGISTER WERK 4 =


28. None 8/9’
Prinzipalbass 16’


29. Mixtur  4fach
Violon 16' <ref>Prospekt</ref>
30. Singend Regal 8’
Subbass 16’


''Gedecktbass 16''' <ref>Tr. III.Manual</ref>


|WERK 3         =
Bassquinte 10<sup>2</sup>/<sub>3</sub>’
|REGISTER WERK 3 =
 
|WERK 4          =
Bassoctave 8'
|REGISTER WERK 4 =
 
}}
Bassflöte 8' <ref name="R"/>
{{Disposition3
 
|ÜBERSCHRIFT    =Aktuelle Disposition von 2017 nach Jehmlich
Violoncello 8' <ref name="RF"/>
|WERK 1          =I. Hauptwerk C-a<sup>3</sup>  
|REGISTER WERK 1 =


Bassoctave 4'


Flachflöte 2'


Posaune 16'


''Sordun 8''' <ref> Tr. II. Manual</ref>


|WERK 2          =II. Oberwerk C-a<sup>3</sup> (*-a<sup>4</sup>)
Clarine 4'
|REGISTER WERK 2 =
|WERK 3          =
|REGISTER WERK 3 =
|WERK 4          =
|REGISTER WERK 4 =
}}
}}
; Anmerkungen
<references/>
<gallery>
28631-Meißen-1954-Frauenkirche, Orgel-Brück & Sohn Kunstverlag.jpg|Die Orgel im Jahr 1954 auf einer Ansichtskarte
Neue sächsische Kirchengalerie – Die Ephorie Meissen 043a.jpg|Ansicht um 1902 mit der von Jahn umgebauten Orgel im Hintergrund
</gallery>
{{Verweise
{{Verweise
|ANMERKUNGEN    =
|ANMERKUNGEN    = Sichtung Februar 2025 Lukas B.


Das Schwellwerk steht auf der Westempore in der höher gelegenen Turmkammer. Der Spieltisch ist freistehend mit Blickrichtung zur Orgel.
Das Schwellwerk steht auf der Westempore in der höher gelegenen Turmkammer. Der Spieltisch ist freistehend mit Blickrichtung zur Orgel.
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Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH
Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH


Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd.2, Sachsen und Umgebung“, Pape-Verlag Berlin, 2012, darin S.223 Johann Anton Lehmann, Orgelumsetzung 1544; S.268 Martin Nether repariert 1602 die Orgel; Orgelumbau S.98 durch Gottfried Fritzsche 1609/10; S. 215 Orgelreparaturen 1632/1634 durch Nicolaus Kühnel; S.65 Orgelneubau um 1670 durch Christoph Donati;  S. 389 Orgelreparatur 1720 durch Johann GottfriedTamitius; S.286 Orgelreparatur 1803/1804 durch Johann Christian Pfützner und 1806 durch Christian Gotthelf Pfützner; S.181 Orgelreparatur 1810 durch Johann Christian Kayser; S. 287 Orgelumbau 1840 durch Friedrich Gotthelf Pfützner, S.164, 1882 Orgelumbau durch Julius Jahn; S. 171 Neubau und Umbau 1930-1937 durch Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil).
Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd.2, Sachsen und Umgebung“, Pape-Verlag Berlin, 2012, darin S.223 Johann Anton Lehmann, Orgelumsetzung 1544; S.268 Martin Nether repariert 1602 die Orgel; Orgelumbau S.98 durch Gottfried Fritzsche 1609/10; S. 215 Orgelreparaturen 1632/1634 durch Nicolaus Kühnel; S.65 Orgelneubau um 1670 durch Christoph Donati;  S. 389 Orgelreparatur 1720 durch Johann Gottfried Tamitius; S.286/287 Orgelreparatur 1803/1804 durch Johann Christian Pfützner und 1806 und 1840 Umbau durch Christian Gotthelf Pfützner; S.181 Orgelumbau 1810 durch Johann Christian Kayser; S.164, 1882 Orgelumbau durch Julius Jahn; S. 171 Neubau und Umbau 1930-1937 durch Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil).


Oehme, Fritz: Handbuch über ältere, neuere und neueste Orgelwerke im Königreich Sachsen, Leipzig, Edition Peters, Reprints, 1978, Bd.1, S.75, Disposition der im Jahre 1882 von dem Orgelbaumeister Julius Jahn aus Dresden restaurierten Orgel.
Oehme, Fritz: Handbuch über ältere, neuere und neueste Orgelwerke im Königreich Sachsen, Leipzig, Edition Peters, Reprints, 1978, Bd.1, S.75, Disposition der im Jahre 1882 von dem Orgelbaumeister Julius Jahn aus Dresden restaurierten Orgel.
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[https://dewiki.de/Lexikon/Frauenkirche_(Mei%C3%9Fen) dewiki, Lexikon, Meißen, Frauenkirche]
[https://dewiki.de/Lexikon/Frauenkirche_(Mei%C3%9Fen) dewiki, Lexikon, Meißen, Frauenkirche]
[https://frauenkirche-meissen.de/2021/07/29/gelungene-restaurierung/ Beschreibung der Orgelrestaurierung auf den Seiten der Frauenkirche]
[https://www.saechsische.de/meissen/porzellan-orgel-meissen-auftrag-erteilt-5934318-plus.html Bericht über das Porzellanregister] (Nov. 2023)
[https://www.facebook.com/jehmlichorgelbau facebook, Jehmlich Orgelbau, Meißen, Frauenkirche]
[https://frauenkirche-meissen.de/tag/orgel/ Frauenkirche Meißen, Orgel]




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[[Kategorie:Landkreis Meißen]]
[[Kategorie:Landkreis Meißen]]
[[Kategorie:Sachsen]]
[[Kategorie:Sachsen]]
[[Kategorie:Seiten mit defekten Dateilinks]]

Aktuelle Version vom 1. November 2025, 15:30 Uhr


Datei:Meißen Frauenkirche Jehmlich-Orgel.jpg
Meißen, Frauenkirche, Jehmlich-Orgel, Foto 2021.
Datei:Meißen Frauenkirche, Jehmlich-Orgel Porcellan-Brüstungswerk.jpg
Meißen Frauenkirche, Jehmlich-Orgel Porcellan-Brüstungswer. Foto: Michael Kronesser, 2025.
Datei:Meißen Frauenkirche Jehmlich-Orgel Registerschild.png
Meißen, Frauenkirche, Jehmlich-Orgel, Registerschild. Foto: Michael Kronesser, 2025.
Alternativer Name: Kirche unserer lieben Frau
Orgelbauer: Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil), Dresden, op.447 (Neubau), als op.550 umdisponiert und erweitert. Restaurierung 2019-2021 durch Jehmlich Orgelbau Dresden, 2025 Ergänzung Porzellanpfeifen - Brüstungwerk.
Baujahr: um 1670 Neubau durch Christoph Donati (1625-1706), 1929/30 Neubau Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil) und 1937 Umdisponierung Gebrüder Jehmlich (Otto & Rudolf)
Geschichte der Orgel: Johann Anton Lehmann setzte 1544 eine Orgel aus dem Dom in die Frauenkirche um.

1602 reparierte Martin Nether die Orgel.

1609/10 baute Gottfried Fritzsche aus Meißen diese Orgel um.

Nicolaus Kühnel reparierte 1632 und 1634 die Orgel.

Um 1670 errichtete Christoph Donati eine neue Orgel.

Diese reparierte 1720 Johann Gottfried Tamitius.

1726 und 1740 reparierte Johann Ernst Hähnel die Orgel.

Johann Christian Pfützner reparierte die Orgel 1803/1804 und Christian Gotthelf Pfützner 1806.

Friedrich Gotthelf Pfützner baute 1840 die Orgel um.

Johann Christian Kayser baute 1810 die Orgel um.

1882 wurde die Orgel erneut von Julius Friedrich Jahn umgebaut.

Für einen Orgelneubau entschied man sich 1929. Den Auftrag erhielt die Dresdner Firma Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil), die für den Neubau historische Pfeifenregister von Donati, Tamitius, Kayser und Pfützner mit verwendete.

1930 konnte das Instrument der Kirchgemeinde übergeben werden.

„Bereits 1937 wurde die Orgel von der Firma Jehmlich als Opus 550 umdisponiert und erweitert nach Plänen von Stadtkantor Paul Emil Jähnig, Meißen und Dr. Ernst Schnorr von Carolsfeld aus Dresden.

Nach dem II. Weltkrieg nahm die Orgelbaufirma Jehmlich weitere Dispositionsänderungen vor. Mangelnde Pflege, Verschmutzung und Anobienbefall schränkten die Spielbarkeit der Orgel seit etlichen Jahrzehnten zunehmend ein.

Neubaupläne des Kantors Carsten Voigt (Orgel mit fünf Standorten) kamen nicht zur Ausführung. 2015 wurde die Jehmlich-Orgel unter Denkmalschutz gestellt. 2017 erfolgte die Ausschreibung für eine Restaurierung und Rückführung auf den Zustand von 1937. 2017 bis 2021 führte der Jehmlich-Orgelbau Dresden eine umfassende Restaurierung aus und rekonstruierte die Disposition von 1937.

Vorbereitet ist der Einbau eines Registers mit Porzellanpfeifen auf elektrischer Einzeltonlade an der Emporenbrüstung, das durch Kontakte an der Windlade des II. Manuals gesteuert wird. Außerdem ist eine elektronische Setzeranlage vorgesehen.“ Frank-Harald Greß


2019-2021 Restaurierung durch Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH

2024 geplanter Einbau eines Porzellanregisters, das durch Spenden finanziert ist (vgl. Pressemeldung). Das Register besteht aus zwölf Holzpfeifen, neun Zinnpfeifen und 37 Porzellanpfeifen.

Vorbereitende Arbeiten für die Anbindung der Porzellanpfeifen an den Orgelbestand sind bereits im Zuge der Restaurierung erfolgt. Dazu wurde am Spieltisch ein handbemaltes Schild aus echtem „Meißner“ angebracht, das die Registerwippe kennzeichnet. Es wurde in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen handbemalt und kostenlos zur Verfügung gestellt. (Bild der neuen Registerwippe). Damit wird das Instrument weltweit die erste Kirchenorgel mit einem Register aus Meißener Porzellan sein.

Als weitere Besonderheit existiert bei der Meißener Porzellanmanufaktur eine Kleinorgel mit einem Porzellanregister, nämlich einer Porzellanflöte 2'.

Am 14. April 2025 konnten die Pfeifen aus Meißner Porzellan in das Brüstungswerk der Frauenkirche Meißen einsetzt werden. Danach erfolgte der technische Anschluss an die Jehmlich-Orgel (Baujahr 1929-37, III/56, Restaurierung 2019-2021) und die Stimmung des Porzellenpfeifenwerkes. Die Orgel wurde am Pfingstsonntag, dem 8. Juni 2025, mit einem Gottesdienst eingeweiht.

Umbauten: 1
Stimmtonhöhe: 435 Hz bei 15°C (440HZ bei 21,7°C)
Temperatur (Stimmung): gleichstufig
Windladen: Kegelladen
Spieltraktur: pneumatisch
Registertraktur: pneumatisch
Registeranzahl: 57 Register (+2 Tr.)
Manuale: 3 C-a3
Pedal: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: NEBENREGISTER UND SPIELHILFEN

Manualcoppel II-I, III-I,-III-II

Pedalkoppel I, II, III

Generalkoppel (alle Normalkoppeln)

3 freie, 3 feste Vorbereitungen (MF, F, FF)

Pedalumschaltung

Superoctavcoppel II-I, III-II, III-III

Pedaltenorcoppel III-P

Suboctavcoppel III-II, II-I

Crescendowalze, Schwelltritt (III.Manual)

Absteller: Druckregister, Coppeln, Rohrwerke, Crescendo

(1) Hist. Pfeifenwerk

(2) Hist. Pfeifen von Tamitius, Donati, Pfützner

(3) Hist. Pfeifen von Tamitius, Donati, Kayser, Jehmlich

(4) Hist. Pfeifen von Tamitius, Donati, Pfützner, Silbermann, Jehmlich




Disposition ab 2025

I Hauptwerk II Oberwerk[1] III Schwellwerk[1] Pedal

Bordun 16’

Principal 8’[2]

Viola d’amour 8’ [3]

Rohrflöte 8’

Singend Gedeckt 8’

Rohrquinte 51/3

Oktave 4’

Nachthorn 4’

Bachflöte 4’

Quinte 22/3

Oktave 2’

Schwegel 1’

Cymbel 3fach

Cornett 4fach

Mixtur 4fach

Trompete 8’ [4]

Quintadena 16’ *

Ital. Prinzipal 8’ * [5]

Spitzflöte 8’ *

Quintadena 8’ *

Praestant 4’ *

Gedeckt 4’

Gemshorn 4’ *

Piccolo 2’

Superquinte 11/3

Septime 11/7

Sifflöte 1’

None 8/9

Mixtur 4fach

Singend Regal 8’

Porzellanflöte 8' [6]

Lieblich Gedeckt 16’ (1)

Geigenprinzipal 8’ *

Portunalflöte 8’ *

Salicional 8’ *

Aeoline 8’ * [3]

Vox coelestis 8' * [3][7]

Gedackt 8’ *(2)

Principal 4’ *(3)

Blockflöte 4’ *

Rohrflöte 4’ *

Nassat 22/3' (4)

Waldflöte 2’

Terz 13/5’ (4)

Scharf 5fach

Krummhorn 8’ *

Prinzipalbass 16’

Violon 16' [8]

Subbass 16’

Gedecktbass 16' [9]

Bassquinte 102/3

Bassoctave 8'

Bassflöte 8' [3]

Violoncello 8' [4]

Bassoctave 4'

Flachflöte 2'

Posaune 16'

Sordun 8' [10]

Clarine 4'

Anmerkungen
  1. 1,0 1,1 ausgebaut bis a4
  2. Prospekt C-a1
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Rekonstruktion
  4. 4,0 4,1 Rückführung
  5. Prospekt C-a1
  6. 2025 eingebaut
  7. ab c0
  8. Prospekt
  9. Tr. III.Manual
  10. Tr. II. Manual


Bibliographie

Anmerkungen: Sichtung Februar 2025 Lukas B.

Das Schwellwerk steht auf der Westempore in der höher gelegenen Turmkammer. Der Spieltisch ist freistehend mit Blickrichtung zur Orgel.

Literatur: Ahrens, Christian: Der Festschmaus anläßlich der Weihe der Fritzsche-Orgel in der Meißner Frauenkirche anno 1610. In: Beiträge der Kolloquien 1998 – 2001 / Forschungs- und Gedenkstätte Heinrich-Schütz-Haus [Köstritz]. – Bad Köstritz: Forschungs- und Gedenkstätte Heinrich-Schütz-Haus. - (Beiträge zur musikalischen Quellenforschung) 2002, S.153-158.

Dähnert, Ulrich: Historische Orgeln in Sachsen, VEB Deutscher Verlag für Musik Leipzig, 1980. S.204.

Eichler, Ulrich: Johann Ernst Hähnel. In: Ars Organi. Gesellschaft der Orgelfreunde. 64. Jg. (2016), Heft 3, S.133-136.

Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen, Orgeldatenbank ORKASA

Greß, Frank Harald: Informationen zu den Orgeln der Frauenkirche in Meißen, 2021. SLUB Dresden, Vorlass Frank-Harald Greß.

Jähnig, Emil Paul: Das Orgelwerk in der Frauenkirche zu Meißen. In: Zeitschrift für Instrumentenbau, Bd.58 1937/38, Leipzig: de Wit, 1938, S.6-7.

Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH

Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Bd.2, Sachsen und Umgebung“, Pape-Verlag Berlin, 2012, darin S.223 Johann Anton Lehmann, Orgelumsetzung 1544; S.268 Martin Nether repariert 1602 die Orgel; Orgelumbau S.98 durch Gottfried Fritzsche 1609/10; S. 215 Orgelreparaturen 1632/1634 durch Nicolaus Kühnel; S.65 Orgelneubau um 1670 durch Christoph Donati; S. 389 Orgelreparatur 1720 durch Johann Gottfried Tamitius; S.286/287 Orgelreparatur 1803/1804 durch Johann Christian Pfützner und 1806 und 1840 Umbau durch Christian Gotthelf Pfützner; S.181 Orgelumbau 1810 durch Johann Christian Kayser; S.164, 1882 Orgelumbau durch Julius Jahn; S. 171 Neubau und Umbau 1930-1937 durch Gebrüder Jehmlich (Bruno & Emil).

Oehme, Fritz: Handbuch über ältere, neuere und neueste Orgelwerke im Königreich Sachsen, Leipzig, Edition Peters, Reprints, 1978, Bd.1, S.75, Disposition der im Jahre 1882 von dem Orgelbaumeister Julius Jahn aus Dresden restaurierten Orgel.

Weblinks: Wikipedia, Meißen, Frauenkirche

Meißen, Frauenkirche

dewiki, Lexikon, Meißen, Frauenkirche

Beschreibung der Orgelrestaurierung auf den Seiten der Frauenkirche

Bericht über das Porzellanregister (Nov. 2023)

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