Biebertal/Krumbach, evang. Kirche: Unterschied zwischen den Versionen

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{{Orgelbeschreibung
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|BILD 1= Krumbach Kirche (37).jpg        |BILD 1-Text= Prospekt
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|ORT            = Marburger Straße 10, 35444 Biebertal/Krumbach, Hessen, Deutschland       
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|GEBÄUDE        = evangelische Kirche
|LANDKARTE      = 50.668836, 8.599158
|LANDKARTE      = 50.668836, 8.599158
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|WEITERE ORGELN  =  
|ANDERER NAME    =  
|ANDERER NAME    =  
|ERBAUER        = E.F. Walcker & Cie.
|ERBAUER        = E.F. Walcker & Cie.
|BAUJAHR        = 1928
|BAUJAHR        = 1928 als Opus 2213
|UMBAU          =  
|UMBAU          = Die Orgel wurde zu einem noch nicht ermittelten Zeitpunkt (wahrscheinlich in den 1960er/-70er Jahren) im Sinne der Orgelbewegung verändert. Dabei wurde die Voix Celeste zu einem flötig klingenden 2'-Register umgearbeitet, außerdem folgende Änderungen an den technischen Einrichtungen vorgenommen:
- Die Lade für die Erweiterung der ausgebauten Oberoktavkoppel für das II. Manual wurde stillgelegt oder entfernt, bei den ursprünglich bis g<sup>4</sup> ausgebauten Registern endet die Wirkung der Koppel bei g<sup>2</sup>(=Ton g<sup>3</sup> des Registers).
 
- Die Schwelljalousien für das II. Manual wurden sillgelegt oder ausgebaut, da auch der dazugehörige Schwelltritt im Spieltisch entfernt wurde, spricht dies für einen Ausbau. (Der genaue Sachverhalt ist noch zu klären.)
|GEHÄUSE        =  
|GEHÄUSE        =  
|GESCHICHTE      =  
|GESCHICHTE      = Gemäß dem Walcker-Opusbuch (s. unten) wurde die Orgel am 12. April 1928 bestellt, als Lieferzeit ist "bis Oktober 1928" genannt, als Ablieferungstermin der 30. November 1928 eingetragen. Die Orgel verfügte demnach von Anfang an über ein "Walcker'sches Orgelgebläse "Aeolus" mit Drehstrommotor/3 Phasen, 220 Volt, 50 Perioden für die ganze Orgel. Hierzu eine Schöpfer- und Tretvorrichtung."
|STIMMTONHÖHE    =  
 
|TEMPERATUR      =  
Bemerkenswert für die Bauzeit des Instrumentes ist dieser Quelle zufolge, dass keine einzige Pfeife mit einer 40%igen Zinnlegierung verbaut wurde, sondern alle kleineren Zinnpfeifen (525 St.) in einer 75%igen Legierung geliefert wurden. 105 Pfeifen sind aus Holz, 84 aus Zink.
|STIMMTONHÖHE    = a<sup>1</sup> = 441,4 Hz im I. Manual und 438,4 Hz im II. Manual bei gottesdienstlich geheizter Kirche<ref>Gemessen vor einem Gottesdienst, Thermometer war nicht verfügbar. Die Kirche war angenehm geheizt, das I. Manual hat über den Prospekt direkte Verbindung zum Kirchenraum, dahinter liegt der schmale Durchgang zum Spieltisch, es folgt das Pedalregister, das II: Manual steht dann leicht erhöht im nicht beheizten Turmraum.</ref>
|TEMPERATUR      = gleichstufig
|WINDLADEN      = Kegelladen
|WINDLADEN      = Kegelladen
|SPIELTRAKTUR    = pneumatisch
|SPIELTRAKTUR    = pneumatisch
|REGISTERTRAKTUR = pneumatisch
|REGISTERTRAKTUR = pneumatisch
|REGISTER        = 11
|REGISTER        = 12, davon 1 Windabschwächung und 1 Transmission
|MANUALE        = 2, C-
|MANUALE        = 2, Tonumfang: C - g<sup>3</sup><ref>Bei der Besichtigung durch jrbecker lag in der Traktur des II. Manuals ein technischer Defekt im Spieltisch vor, sodass das II. Manual nur bis fis<sup>3</sup> spielbar war, dieser Hinweis konnte dem an der Orgel liegenden Wartungsheft der Werkstatt Förster & Nicolaus entnommen werden.</ref>, Oberoktavkoppel im II. Manual ursprünglich bei 4 Registern bis g<sup>4</sup> ausgebaut<ref>Bei der Besichtigung durch jrbecker war die hierfür erforderliche zusätzliche Windlade mit den Pfeifen für die oberste Oktave der Oberoktavkoppel stillgelegt oder sogar entfernt.</ref>
|PEDAL          = C-
|PEDAL          = Tonumfang: C-f<sup>1</sup>
|SPIELHILFEN    =  
|SPIELHILFEN    = Normalkoppeln: II/I, I/Ped, II/Ped
 
Unteroktavkoppel II/II<ref name="oct">Zusatz im Walcker-Opusbuch: "durch II an I auch in I wirkend"</ref>
 
Oberoktavkoppel II/II<ref name="oct"></ref>
 
Handregister, Handregister ab
 
Freie Kombination
 
Festkombinationen: Piano, Mezzoforte, Tutti
 
Crescendo-Walze mit Anzeiger<ref>Die Walze war bei der Besichtigung durch jrbecker in Betrieb, sie ist nicht abschaltbar, d. h. eine entsprechende Walzendrehung "übersteuert" eine eingestellt Handregistrierung. Allerdings war der Anzeiger für die Walze zum Zeitpunkt der Besichtigung defekt, er verharrte in der in den Fotos sichtbaren Stellung.</ref>
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{{Disposition2
{{Disposition2
|ÜBERSCHRIFT    =
|ÜBERSCHRIFT    = Nach der Beschriftung des Spieltischs, Stand 15. März 2026
|WERK 1          =I. Manual
|WERK 1          = I. Manual
|REGISTER WERK 1 =Principal 8′
|REGISTER WERK 1 =Principal 8′
Dulciana 8′ 


Gedackt 8′   
Gedackt 8′   


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Dulciana 8′  


|WERK 2          =II. Manual
Octave I-IV 4′<ref>nach den Angaben im Opusbuch 1-4fach, auch sind hier insgesamt 144 Pfeifen angegeben: 12 aus Zink und 132 aus 75%-igem Zinn. Die Zusammensetzung konnte bei einem ersten Besuch des Instruments am 15. März 2026 noch nicht abschließend geklärt werden. Im Opusbuch sind auf der Seite 173 zwar Eintragungen zur Zusammensetzung sichtbar, jedoch ist die Schriftstärke so dünn bzw. schwach, dass der Aufbau des Registers nicht erkennbar ist. Das Register beginnt bei C als 4', weitere Chöre treten bei h<sup>0</sup> und gis<sup>2</sup> hinzu, bei letztem Punkt auch ein 8'. Die Sichtung der Opusbücher Nr. 30 und 31 durch den User jrbecker ergab, dass dieses Register von Walcker seinerzeit häufig in kleinere Orgeln eingebaut wurde, vier Beispiele sind: <br>
|REGISTER WERK 2 =Hornflöte 8′ 
* op. 2190 (Roxheim/Pfalz, ev. Kirche, abgeliefert 18.02.1928, Opusbuch Nr. 30, S. 514ff.),<br>
Salicional 8′ 
* op. 2199 (Bergen/Norwegen, Fana Kirche, abgeliefert 1928, Opusbuch Nr. 31, S. 8ff.),<br>
* op. 2203 (Vikebjyd/Norwegen, Kirche, abgeliefert 04.06.1928, Opusbuch Nr. 31, S. 42ff.) und<br>
* op. 2229 (Oberstein, Felsenkirche, abgeliefert 30.04.1929, Opusbuch Nr. 31, S. 364ff.)<br>
Bei all diesen Orgeln ist der Aufbau des Registers identisch und zudem in den Opusbüchern gut lesbar, daher ist davon auszugehen, dass auch hier in Krumbach die Zusammensetzung wie in diesen vier weiteren Beispielen ist: C: 4', h<sup>0</sup> 4'+2 <sup>2</sup>/<Sub>3</Sub>′, dis<sup>1</sup>: 4'+2 <sup>2</sup>/<Sub>3</Sub>′+2', fis<sup>1</sup>: 4'+2 <sup>2</sup>/<Sub>3</Sub>′+2'+1 <sup>1</sup>/<Sub>3</Sub>′, gis<sup>2</sup>: 8'+4'+2 <sup>2</sup>/<Sub>3</Sub>′+2'</ref>
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Rauschquinte 2 <sup>2</sup>/<Sub>3</Sub>′<ref>Das Register ist 1-3fach: es beginnt bei C als 2', bei c<sup>0</sup> tritt der 2 <sup>2</sup>/<Sub>3</Sub>′-Chor hinzu, bei g<sup>2</sup> tritt ein 4'-Chor hinzu.</ref>
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|WERK 3          =Pedal
|REGISTER WERK 3 =Subbass 16′
|REGISTER WERK 3 =Subbass 16′
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''Sanftbass 16′''<ref>Windabschwächung Subbass 16'</ref>


''Octavbass 8′''<ref>Transmission aus Principal 8' des I. Manuals - lt. Opusbuch Walcker ursprünglich als eigenes Register mit 12 Holz- und 18 Zinkpfeifen geplant, mit Eintrag vom 25.05.1928 ist jedoch der Hinweis zur Transmission aus Pr. 8' hinzugefügt, die Pfeifenzahl hinter dem Register gestrichen und auch die Gesamtpfeifenzahl von 744 auf 714 reduziert. Die Ausführung als Transmission wurde beim Besuch durch jrbecker bestätigt.</ref>
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}}
; Anmerkungen
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Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Prospekt 1.jpg|Prospekt der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Prospekt 2.jpg|Prospekt der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Prospekt 3.jpg|Prospekt der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Kirche - Innenraum 02.jpg|Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Kirche - Innenraum 03.jpg|Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Spieltisch 2.jpg|Spieltisch der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Spieltisch 3.jpg|Spieltisch der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Spieltisch 4.jpg|Spieltisch der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Spieltisch 5.jpg|Fenster für Organisten zur Kanzel/Kirche
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Register 1.jpg|Registerwippen der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Register 2.jpg|Registerwippen der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Register 3.jpg|Registerwippen der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Firmenschild links.jpg|Firmenschild links an der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
Biebertal-Krumbach - ev Kirche - Orgel - Firmenschild rechts.jpg|Firmenschild rechts an der Walcker-Orgel in der ev. Kirche zu Krumbach
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{{Verweise
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|ANMERKUNGEN    =
|ANMERKUNGEN    =
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|QUELLEN        = Eigene Sichtung User jrbecker am 15. März 2026
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|LITERATUR      = [https://www.wa-bw.de/digitalisate/walcker-orgelbau/ Walcker-Opusbuch] Nr. 31, S. 172 - 178.
|WEBLINKS        =    
 
Bösken, Franz: ''Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (=Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte'', Band 7,1), Band 2: ''Das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Wiesbaden.'' Teil 1: ''A–K'', S. 532, Schott, Mainz, 1975, ISBN=3-7957-1307-2
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|WEBLINKS        = [https://biebertal-heuchelheim-evangelisch.de Website der Kirchengemeinde]
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[[Kategorie:1920-1939]]
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[[Kategorie:Landkreis Gießen]]
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[[Kategorie:Walcker (Ludwigsburg)]]

Aktuelle Version vom 6. April 2026, 18:54 Uhr


Prospekt
Blick zu Kanzel, Altar und Orgel
Blick aus dem Schiff zu Altar, Kanzel, Orgel
Spieltisch
Orgelbauer: E.F. Walcker & Cie.
Baujahr: 1928 als Opus 2213
Geschichte der Orgel: Gemäß dem Walcker-Opusbuch (s. unten) wurde die Orgel am 12. April 1928 bestellt, als Lieferzeit ist "bis Oktober 1928" genannt, als Ablieferungstermin der 30. November 1928 eingetragen. Die Orgel verfügte demnach von Anfang an über ein "Walcker'sches Orgelgebläse "Aeolus" mit Drehstrommotor/3 Phasen, 220 Volt, 50 Perioden für die ganze Orgel. Hierzu eine Schöpfer- und Tretvorrichtung."

Bemerkenswert für die Bauzeit des Instrumentes ist dieser Quelle zufolge, dass keine einzige Pfeife mit einer 40%igen Zinnlegierung verbaut wurde, sondern alle kleineren Zinnpfeifen (525 St.) in einer 75%igen Legierung geliefert wurden. 105 Pfeifen sind aus Holz, 84 aus Zink.

Umbauten: Die Orgel wurde zu einem noch nicht ermittelten Zeitpunkt (wahrscheinlich in den 1960er/-70er Jahren) im Sinne der Orgelbewegung verändert. Dabei wurde die Voix Celeste zu einem flötig klingenden 2'-Register umgearbeitet, außerdem folgende Änderungen an den technischen Einrichtungen vorgenommen:

- Die Lade für die Erweiterung der ausgebauten Oberoktavkoppel für das II. Manual wurde stillgelegt oder entfernt, bei den ursprünglich bis g4 ausgebauten Registern endet die Wirkung der Koppel bei g2(=Ton g3 des Registers).

- Die Schwelljalousien für das II. Manual wurden sillgelegt oder ausgebaut, da auch der dazugehörige Schwelltritt im Spieltisch entfernt wurde, spricht dies für einen Ausbau. (Der genaue Sachverhalt ist noch zu klären.)

Stimmtonhöhe: a1 = 441,4 Hz im I. Manual und 438,4 Hz im II. Manual bei gottesdienstlich geheizter Kirche[1]
Temperatur (Stimmung): gleichstufig
Windladen: Kegelladen
Spieltraktur: pneumatisch
Registertraktur: pneumatisch
Registeranzahl: 12, davon 1 Windabschwächung und 1 Transmission
Manuale: 2, Tonumfang: C - g3[2], Oberoktavkoppel im II. Manual ursprünglich bei 4 Registern bis g4 ausgebaut[3]
Pedal: Tonumfang: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: Normalkoppeln: II/I, I/Ped, II/Ped

Unteroktavkoppel II/II[4]

Oberoktavkoppel II/II[4]

Handregister, Handregister ab

Freie Kombination

Festkombinationen: Piano, Mezzoforte, Tutti

Crescendo-Walze mit Anzeiger[5]




Nach der Beschriftung des Spieltischs, Stand 15. März 2026

I. Manual II. Manual[6] Pedal

Principal 8′

Gedackt 8′

Dulciana 8′

Octave I-IV 4′[7]

Hornflöte 8'[8]

Salicional 8′[8]

Voix celeste 2′[8][9][10]

Spitzflöte 4′[8]

Rauschquinte 2 2/3[11]

Subbass 16′

Sanftbass 16′[12]

Octavbass 8′[13]


Anmerkungen
  1. Gemessen vor einem Gottesdienst, Thermometer war nicht verfügbar. Die Kirche war angenehm geheizt, das I. Manual hat über den Prospekt direkte Verbindung zum Kirchenraum, dahinter liegt der schmale Durchgang zum Spieltisch, es folgt das Pedalregister, das II: Manual steht dann leicht erhöht im nicht beheizten Turmraum.
  2. Bei der Besichtigung durch jrbecker lag in der Traktur des II. Manuals ein technischer Defekt im Spieltisch vor, sodass das II. Manual nur bis fis3 spielbar war, dieser Hinweis konnte dem an der Orgel liegenden Wartungsheft der Werkstatt Förster & Nicolaus entnommen werden.
  3. Bei der Besichtigung durch jrbecker war die hierfür erforderliche zusätzliche Windlade mit den Pfeifen für die oberste Oktave der Oberoktavkoppel stillgelegt oder sogar entfernt.
  4. 4,0 4,1 Zusatz im Walcker-Opusbuch: "durch II an I auch in I wirkend"
  5. Die Walze war bei der Besichtigung durch jrbecker in Betrieb, sie ist nicht abschaltbar, d. h. eine entsprechende Walzendrehung "übersteuert" eine eingestellt Handregistrierung. Allerdings war der Anzeiger für die Walze zum Zeitpunkt der Besichtigung defekt, er verharrte in der in den Fotos sichtbaren Stellung.
  6. ursprünglich schwellbar, Schwelltritt im Spieltisch wurde ausgebaut, wahrscheinlich auch die Jalousien.
  7. nach den Angaben im Opusbuch 1-4fach, auch sind hier insgesamt 144 Pfeifen angegeben: 12 aus Zink und 132 aus 75%-igem Zinn. Die Zusammensetzung konnte bei einem ersten Besuch des Instruments am 15. März 2026 noch nicht abschließend geklärt werden. Im Opusbuch sind auf der Seite 173 zwar Eintragungen zur Zusammensetzung sichtbar, jedoch ist die Schriftstärke so dünn bzw. schwach, dass der Aufbau des Registers nicht erkennbar ist. Das Register beginnt bei C als 4', weitere Chöre treten bei h0 und gis2 hinzu, bei letztem Punkt auch ein 8'. Die Sichtung der Opusbücher Nr. 30 und 31 durch den User jrbecker ergab, dass dieses Register von Walcker seinerzeit häufig in kleinere Orgeln eingebaut wurde, vier Beispiele sind:
    • op. 2190 (Roxheim/Pfalz, ev. Kirche, abgeliefert 18.02.1928, Opusbuch Nr. 30, S. 514ff.),
    • op. 2199 (Bergen/Norwegen, Fana Kirche, abgeliefert 1928, Opusbuch Nr. 31, S. 8ff.),
    • op. 2203 (Vikebjyd/Norwegen, Kirche, abgeliefert 04.06.1928, Opusbuch Nr. 31, S. 42ff.) und
    • op. 2229 (Oberstein, Felsenkirche, abgeliefert 30.04.1929, Opusbuch Nr. 31, S. 364ff.)
    Bei all diesen Orgeln ist der Aufbau des Registers identisch und zudem in den Opusbüchern gut lesbar, daher ist davon auszugehen, dass auch hier in Krumbach die Zusammensetzung wie in diesen vier weiteren Beispielen ist: C: 4', h0 4'+2 2/3′, dis1: 4'+2 2/3′+2', fis1: 4'+2 2/3′+2'+1 1/3′, gis2: 8'+4'+2 2/3′+2'
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 ursprünglich ausgebaut bis g4
  9. ab c0
  10. Das Register wurde zu einer 2'-Flöte umgearbeitet oder durch eine solche ersetzt. Die Beschriftung "Voix celeste" auf der Registerwippe wurde beibehalten, nur die Fußtonlage geändert.
  11. Das Register ist 1-3fach: es beginnt bei C als 2', bei c0 tritt der 2 2/3′-Chor hinzu, bei g2 tritt ein 4'-Chor hinzu.
  12. Windabschwächung Subbass 16'
  13. Transmission aus Principal 8' des I. Manuals - lt. Opusbuch Walcker ursprünglich als eigenes Register mit 12 Holz- und 18 Zinkpfeifen geplant, mit Eintrag vom 25.05.1928 ist jedoch der Hinweis zur Transmission aus Pr. 8' hinzugefügt, die Pfeifenzahl hinter dem Register gestrichen und auch die Gesamtpfeifenzahl von 744 auf 714 reduziert. Die Ausführung als Transmission wurde beim Besuch durch jrbecker bestätigt.



Bibliographie

Quellen/Sichtungen: Eigene Sichtung User jrbecker am 15. März 2026
Literatur: Walcker-Opusbuch Nr. 31, S. 172 - 178.

Bösken, Franz: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (=Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte, Band 7,1), Band 2: Das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Wiesbaden. Teil 1: A–K, S. 532, Schott, Mainz, 1975, ISBN=3-7957-1307-2

Weblinks: Website der Kirchengemeinde