Gernsheim, Hausorgel Clemens Matthias Wunderle: Unterschied zwischen den Versionen

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|GESCHICHTE      = Das Instrument besteht zu einem Teil aus dem Pfeifenwerk der früheren Orgel der katholischen Pfarrkirche St. Ludwig (Darmstadt), welche von der Firma Förster & Nicolaus 1955 für diese Kirche erbaut (elektropneumat. Kegelladen II/20) und 2005 durch ein neues Werk der Firma Winterhalter ersetzt wurde sowie aus Registern der Orgel der ev. Kirchengemeinde Wirges im Westerwald (Förster & Nicolaus 1954, I/6). Die Orgel besitzt sowohl eine mechanische als auch eine elektrische Spiel- und Registertraktur (Schleifladen) und bildet den Hauptteil einer mehrteiligen Orgelanlage, welche insgesamt von einem separaten elektrischen Hauptspieltisch (II/P) gespielt werden kann, der auch über eine Setzeranlage verfügt.
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|GESCHICHTE      = Das Hauptinstrument (II/14, Bild rechts) ist Bestandteil einer umfangreichen und außergewöhnlichen (Haus-)Orgelanlage. Es besteht zu einem Teil aus dem Pfeifenwerk der früheren Orgel der katholischen Pfarrkirche St. Ludwig in Darmstadt (II/20, elektropneumatische Kegelladen), welche von der Firma Förster & Nicolaus 1955 für diese Kirche erbaut und 2005 durch ein neues Werk der Firma Winterhalter ersetzt wurde. Einige weitere Register stammen aus der Orgel der evangelischen Kirchengemeinde Wirges im Westerwald (I/6), welche 1954 ebenfalls durch die Firma Förster & Nicolaus erbaut wurde (2006 auch zugunsten einer neuen Orgel aufgegeben).
  
Die weiteren Teilwerke wurden sukzessiv ergänzt durch Förster & Nicolaus (Bombardwerk); Orgelbau Berghöfer, Marburg (Fernwerk, Trompeteria) und Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth (Subbass und Chorpositiv). Das Pfeifenmaterial dieser Werke ist teilweise aus hochwertigen Gebrauchtregistern zusammengestellt. Diese stehen auf Einzeltonladen mit Ventilscheibenmagneten (24V). Auch der Spieltisch stammt von einer früheren Kirchenorgel und wurde für die neue Funktion entsprechend umgearbeitet. Ein derart komplexes System benötigt eine entsprechend umfangreiche elektronische Steuerung. Bau und Entwicklung der Steuerung mitsamt der Überarbeitung des Spieltischs lag in den Händen der Firma Andreas Seul, Orgel- und Spieltischbau, Hüttenberg.
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Dieses Orgelwerk bildet eine Einheit und besitzt sowohl eine mechanische als auch eine elektrische Spiel- und Registertraktur (Schleifladen). Die klangliche Gesamtaussage orientiert sich deutlich an dem Konzept der ehemaligen Orgel von St. Ludwig in Darmstadt (s. Weblink). Das Instrument eignet sich mit seinen Farbstimmen und Zungen gut zur Wiedergabe von Musik des Barock bis hin zur Moderne, vermag jedoch im Zusammenspiel mit den anderen Werken auch bei romantischen oder symphonischen Kompositionen seinen schlüssigen Beitrag zu leisten. Die Intonation aller Register ist klar und durchsichtig angelegt, ohne dabei spitz oder aufdringlich zu wirken. Somit bildet diese Orgel das Zentrum einer mehrteiligen Anlage, welche insgesamt von einem separaten elektrischen Hauptspieltisch (II/P) mit Setzeranlage gespielt werden kann.
  
Die Bombarde 16' des Bombardwerks und die Trompete 8' der Trompeteria sind in französischer Bauweise gefertigt. Das Bombardwerk enthält als Besonderheit die Bombarde 16' aus der früheren OESA-Orgel der Kathedrale Basílica del Pilar in Saragossa.  
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Die weiteren Teilwerke (nur vom elektrischen Spieltisch spielbar) wurden sukzessiv ergänzt durch Förster & Nicolaus, Lich (Bombardwerk); Orgelbau Berghöfer, Marburg (Fernwerk und Trompeteria) und Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth (Subbass und Chorpositiv). Das Pfeifenmaterial dieser Werke ist teilweise aus hochwertigen Gebrauchtregistern aufgegebener Orgeln zusammengestellt. Die klanglich-dispositionelle Gestaltung wurde von Clemens Matthias Wunderle entwickelt. Im Zusammenspiel aller Orgelwerke eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten zur Improvisation und zur Wiedergabe einer großen Bandbreite der Orgelliteratur.
  
Hauptorgel, Chorpositiv und Trompeteria befinden sich in einem Raum, in welchem auch der Hauptspieltisch seinen Platz hat. Fern- und Bombardwerk, sowie der eigenständige Subbass 16', aus welchem der akustische 32' gebildet wird, sind in einem separaten Raum aufgestellt. Insgesamt besitzt die Orgelanlage 25 klingenden Register sowie zwei Effektregister. Mithilfe der Auszüge auf den Einzeltonladen werden 35 Register gewonnen. Die Hauptorgel ist von einem Gehäuse umgeben. Bei den übrigen Werken sind die Register frei sichtbar auf den Laden angeordnet.  
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Das ''Bombardwerk'' ist naturgemäß kräftig und ausdrucksstark angelegt. Die Bombarde 16' bringt die notwendige fundamentale Stärke, während die Tromp. harmonique 8' stark und selbstbewusst führt.
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Die ''Trompeteria'' ist vergleichbar mit einer spanischen Trompete (hier vertikal aufgestellt) in enger Mensur. Dieses Werk klingt schmetternd-frisch und kräftig. Das ''Fernwerk'' ist deutlich der Romantik gewidmet. Die dort vorhandene Schwebung trägt wesentlich zur Prägung bei. Die beiden Zungen fügen sich passend ein und dienen sowohl dem solistischen Spiel als auch dem Gesamtklang. Das ''Chorpositiv'' unterstützt mit dem Holzprinzipal und den Flöten eine warme und angenehme Grundtönigkeit. Es bietet mit der "Vox Mirabilis" zusätzlich ein durchaus unkonventionelles Nonenkornett. Die Unda Maris 8' (Meereswoge) stellt eine weitere und seltene Charakterstimme dar. Um der Gesamtkonzeption das nötige Fundament zu verleihen, gibt es neben dem Untersatz 16' der Hauptorgel zusätzlich einen eigenständigen Subbass 16', aus welchem akustisch auch ein 32' gebildet werden kann.
  
Die Verteilung der Manualwerke im Hauptspieltisch ist: Manual I - Hauptwerk der Hauptorgel, Bombardwerk, Trompeteria; Manual II - Oberwerk der Hauptorgel, Fernwerk, Chorpositiv.  
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Die Register der Teilwerke stehen auf Einzeltonladen mit Ventilscheibenmagneten (24V). Der Spieltisch stammt von einer früheren Kirchenorgel und wurde für die neue Funktion entsprechend umgearbeitet. Ein derart komplexes System erfordert eine umfangreiche Steuerungstechnik. Entwicklung und Anfertigung der Steuerung mitsamt der Überarbeitung des Spieltischs lagen in den Händen der Firma Andreas Seul, Orgel- und Spieltischbau, Hüttenberg.
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Hauptorgel, Chorpositiv und Trompeteria befinden sich in einem Raum, in welchem auch der Hauptspieltisch seinen Platz hat. Fern- und Bombardwerk sowie der Subbass 16' sind in einem separaten Raum aufgestellt. Insgesamt besitzt die Orgelanlage 25 klingende Register nebst zweier Effektregister. Mithilfe der Auszüge auf den Einzeltonladen werden 35 Register gewonnen. Die Hauptorgel ist von einem Gehäuse umgeben. Bei den übrigen Werken sind die Register frei sichtbar auf den Laden angeordnet.
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Die Verteilung der Manualwerke im Hauptspieltisch ist: Manual I - Hauptwerk der Hauptorgel, Bombardwerk, Trompeteria; Manual II - Oberwerk der Hauptorgel, Fernwerk, Chorpositiv.
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Das Bombardwerk enthält als Besonderheit die Bombarde 16' aus der früheren OESA-Orgel (Organeria Española S.A.) der Kathedrale Basílica del Pilar in Saragossa, Spanien. Dieses Instrument wich 2007 einem Neubau der Firma Klais. Ein weiterer bedeutender Bestandteil dieser früheren Kathedralorgel, die große spanische Trompeteria, wurde 2015 der Orgel der katholischen Kirche St. Jakobus in Rüdesheim hinzugefügt (s. Weblink).
  
 
Winddruck (mmWS): Hauptorgel: HW 57, OW und P: 65 / Bombardwerk: 85 / Fernwerk: 77 / Trompeteria: 65 / Chorpositiv: 60. Jedes Werk hat eine eigene Windversorgung mit separatem Balg (die Windzufuhr des Subbass erfolgt über das Bombardwerk). Insgesamt verfügt die Orgelanlage über fünf Gebläsemaschinen.
 
Winddruck (mmWS): Hauptorgel: HW 57, OW und P: 65 / Bombardwerk: 85 / Fernwerk: 77 / Trompeteria: 65 / Chorpositiv: 60. Jedes Werk hat eine eigene Windversorgung mit separatem Balg (die Windzufuhr des Subbass erfolgt über das Bombardwerk). Insgesamt verfügt die Orgelanlage über fünf Gebläsemaschinen.
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Blockflöte 2'
 
Blockflöte 2'
  
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Krummhorn 8'
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[https://de.wikipedia.org/wiki/St._Ludwig_(Darmstadt)#F%C3%B6rster_&_Nicolaus,_1955 Wikipedia: St. Ludwig, Darmstadt (Orgel 1955)]
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[https://de.wikipedia.org/wiki/St._Ludwig_(Darmstadt)#F%C3%B6rster_&_Nicolaus,_1955 Wikipedia: St. Ludwig, Darmstadt (Orgel 1955)]
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[https://de.wikipedia.org/wiki/St._Jakobus_(R%C3%BCdesheim)#Orgel Wikipedia: Orgel Rüdesheim, St. Jakobus]
 
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Aktuelle Version vom 27. März 2025, 17:42 Uhr


Hauptorgel, Gesamtansicht
Hauptorgel, Innenansicht (links HW, rechts OW, Mitte P)
Hauptorgel, Seitenansicht
Hauptorgel, mechanische Spielanlage
Orgelbauer: Förster & Nicolaus, Lich / Berghöfer, Marburg / Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth / Andreas Seul, Orgel- und Spieltischbau, Hüttenberg
Baujahr: 1955 / 2008 / 2025 (Fertigstellung und Anschluss von Subbass und Chorpositiv)
Geschichte der Orgel: Das Hauptinstrument (II/14, Bild rechts) ist Bestandteil einer umfangreichen und außergewöhnlichen (Haus-)Orgelanlage. Es besteht zu einem Teil aus dem Pfeifenwerk der früheren Orgel der katholischen Pfarrkirche St. Ludwig in Darmstadt (II/20, elektropneumatische Kegelladen), welche von der Firma Förster & Nicolaus 1955 für diese Kirche erbaut und 2005 durch ein neues Werk der Firma Winterhalter ersetzt wurde. Einige weitere Register stammen aus der Orgel der evangelischen Kirchengemeinde Wirges im Westerwald (I/6), welche 1954 ebenfalls durch die Firma Förster & Nicolaus erbaut wurde (2006 auch zugunsten einer neuen Orgel aufgegeben).

Dieses Orgelwerk bildet eine Einheit und besitzt sowohl eine mechanische als auch eine elektrische Spiel- und Registertraktur (Schleifladen). Die klangliche Gesamtaussage orientiert sich deutlich an dem Konzept der ehemaligen Orgel von St. Ludwig in Darmstadt (s. Weblink). Das Instrument eignet sich mit seinen Farbstimmen und Zungen gut zur Wiedergabe von Musik des Barock bis hin zur Moderne, vermag jedoch im Zusammenspiel mit den anderen Werken auch bei romantischen oder symphonischen Kompositionen seinen schlüssigen Beitrag zu leisten. Die Intonation aller Register ist klar und durchsichtig angelegt, ohne dabei spitz oder aufdringlich zu wirken. Somit bildet diese Orgel das Zentrum einer mehrteiligen Anlage, welche insgesamt von einem separaten elektrischen Hauptspieltisch (II/P) mit Setzeranlage gespielt werden kann.

Die weiteren Teilwerke (nur vom elektrischen Spieltisch spielbar) wurden sukzessiv ergänzt durch Förster & Nicolaus, Lich (Bombardwerk); Orgelbau Berghöfer, Marburg (Fernwerk und Trompeteria) und Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth (Subbass und Chorpositiv). Das Pfeifenmaterial dieser Werke ist teilweise aus hochwertigen Gebrauchtregistern aufgegebener Orgeln zusammengestellt. Die klanglich-dispositionelle Gestaltung wurde von Clemens Matthias Wunderle entwickelt. Im Zusammenspiel aller Orgelwerke eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten zur Improvisation und zur Wiedergabe einer großen Bandbreite der Orgelliteratur.

Das Bombardwerk ist naturgemäß kräftig und ausdrucksstark angelegt. Die Bombarde 16' bringt die notwendige fundamentale Stärke, während die Tromp. harmonique 8' stark und selbstbewusst führt. Die Trompeteria ist vergleichbar mit einer spanischen Trompete (hier vertikal aufgestellt) in enger Mensur. Dieses Werk klingt schmetternd-frisch und kräftig. Das Fernwerk ist deutlich der Romantik gewidmet. Die dort vorhandene Schwebung trägt wesentlich zur Prägung bei. Die beiden Zungen fügen sich passend ein und dienen sowohl dem solistischen Spiel als auch dem Gesamtklang. Das Chorpositiv unterstützt mit dem Holzprinzipal und den Flöten eine warme und angenehme Grundtönigkeit. Es bietet mit der "Vox Mirabilis" zusätzlich ein durchaus unkonventionelles Nonenkornett. Die Unda Maris 8' (Meereswoge) stellt eine weitere und seltene Charakterstimme dar. Um der Gesamtkonzeption das nötige Fundament zu verleihen, gibt es neben dem Untersatz 16' der Hauptorgel zusätzlich einen eigenständigen Subbass 16', aus welchem akustisch auch ein 32' gebildet werden kann.

Die Register der Teilwerke stehen auf Einzeltonladen mit Ventilscheibenmagneten (24V). Der Spieltisch stammt von einer früheren Kirchenorgel und wurde für die neue Funktion entsprechend umgearbeitet. Ein derart komplexes System erfordert eine umfangreiche Steuerungstechnik. Entwicklung und Anfertigung der Steuerung mitsamt der Überarbeitung des Spieltischs lagen in den Händen der Firma Andreas Seul, Orgel- und Spieltischbau, Hüttenberg.

Hauptorgel, Chorpositiv und Trompeteria befinden sich in einem Raum, in welchem auch der Hauptspieltisch seinen Platz hat. Fern- und Bombardwerk sowie der Subbass 16' sind in einem separaten Raum aufgestellt. Insgesamt besitzt die Orgelanlage 25 klingende Register nebst zweier Effektregister. Mithilfe der Auszüge auf den Einzeltonladen werden 35 Register gewonnen. Die Hauptorgel ist von einem Gehäuse umgeben. Bei den übrigen Werken sind die Register frei sichtbar auf den Laden angeordnet.

Die Verteilung der Manualwerke im Hauptspieltisch ist: Manual I - Hauptwerk der Hauptorgel, Bombardwerk, Trompeteria; Manual II - Oberwerk der Hauptorgel, Fernwerk, Chorpositiv.

Das Bombardwerk enthält als Besonderheit die Bombarde 16' aus der früheren OESA-Orgel (Organeria Española S.A.) der Kathedrale Basílica del Pilar in Saragossa, Spanien. Dieses Instrument wich 2007 einem Neubau der Firma Klais. Ein weiterer bedeutender Bestandteil dieser früheren Kathedralorgel, die große spanische Trompeteria, wurde 2015 der Orgel der katholischen Kirche St. Jakobus in Rüdesheim hinzugefügt (s. Weblink).

Winddruck (mmWS): Hauptorgel: HW 57, OW und P: 65 / Bombardwerk: 85 / Fernwerk: 77 / Trompeteria: 65 / Chorpositiv: 60. Jedes Werk hat eine eigene Windversorgung mit separatem Balg (die Windzufuhr des Subbass erfolgt über das Bombardwerk). Insgesamt verfügt die Orgelanlage über fünf Gebläsemaschinen.

Stimmtonhöhe: a1 = 441 Hz
Temperatur (Stimmung): gleichstufig
Windladen: Schleiflade / Einzeltonlade
Spieltraktur: mechanisch / elektrisch
Registertraktur: mechanisch / elektrisch
Registeranzahl: 25 (35) + 2 Effektregister
Manuale: 2, C-g3
Pedal: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: Normalkoppeln, Sub- und Superkoppeln



Disposition am Hauptspieltisch

I Hauptwerk II Oberwerk Pedal
Holzflöte 8'

Prinzipal 4'

Blockflöte 2'

Mixtur 3 fach 1'

Krummhorn 8'

Kuckuck

Zimbelstern


I Bombardwerk

Bombarde 16' [1]

Tromp. harm. 8' [2]

Clairon 4' [3]


I Trompeteria

Trompete 8' [4]

Quinttrompete 51/3' [5]

Fanfare 4' [6]

Metallgedackt 8'

Rohrflöte 4'

Spitzflöte 2'

Sifflet 1'

Sesquialtera 2 fach [7]

Hirtenregal 8'

Tremulant


II Chorpositiv

Holzprinzipal 8' [8]

Hohlflöte 8' [9]

Unda Maris 8' [10]

Holzprästant 4' [11]

Offenflöte 4' [12]

Vox Mirabilis 4 fach [13]


II Fernwerk

Geigenprinzipal 8' [14]

Schwebung 8' [15]

Oktave 4'

Nachthorn 2'

Horndulzian 8'

Schalmey 4'

Untersatz 16'

Rohrgedackt 4'

Liebl. Posaune 16' [16]


Fernwerk Pedal

Untersatz 32' [17]

Subbass 16'

Posaune 16' [18]

Anmerkung
  1. C-H halbe Länge, ab c0 volle Länge, ab f#2 in französischer Bauweise
  2. Eigenständiges Register in 8'-Länge (volle Länge). Ausgebaut bis g5
  3. Extension der Tromp. harm. 8'
  4. Eigenständiges Register, ab c0 in französischer Bauweise, volle Länge. Ausgebaut bis g5
  5. Extension der Trompete 8'
  6. Extension der Trompete 8'
  7. Zusammensetzung: C: 4/5' + 2/3' | G#: 11/3' + 4/5' | e0 : 13/5' + 11/3' | c1 : 22/3' + 13/5'
  8. C-H gedeckt
  9. C-H von Holzprinzipal 8'
  10. ab c0, als Gemshorn ausgeführt (tiefer schwebend)
  11. Extension von Holzprinzipal 8'
  12. Extension von Hohlflöte 8'
  13. "Mirabilis" = Anspielung auf den Namen Wunderle. Zusammensetzung: C: 2' + 11/3' + 4/5' + 4/9' | f0: 22/3' + 2' + 13/5' + 8/9' | c#3: 31/5' + 22/3' + 2' + 17/9'
  14. C-H gedeckt
  15. ab c0, als Salicional ausgeführt (höher schwebend)
  16. halbe Länge
  17. C-H akustisch aus Subbass (Quintschaltung)
  18. Transmission der Bombarde 16' aus dem Bombardwerk

Disposition nach Werkstandorten

Hauptorgel

I Hauptwerk II Oberwerk Pedal
Holzflöte 8'

Prinzipal 4'

Blockflöte 2'

Mixtur 3 fach

Krummhorn 8'


Kuckuck

Zimbelstern

Metallgedackt 8'

Rohrflöte 4'

Spitzflöte 2'

Sifflet 1'

Sesquialtera 2 fach

Hirtenregal 8'


Tremulant

Untersatz 16'

Rohrgedackt 4'

Liebl. Posaune 16'




Fernwerk

Manual Pedal
Geigenprinzipal 8'

Schwebung 8'

Oktave 4'

Nachthorn 2'

Horndulzian 8'

Schalmey 4'

Untersatz 32'

Subbass 16'

Posaune 16'




Bombardwerk

Bombarde 16'

Tromp. harm. 8'

Clairon 4'




Trompeteria

Trompete 8'

Quinttrompete 51/3'

Fanfare 4'




Chorpositiv

Holzprinzipal 8'

Hohlflöte 8'

Unda Maris 8'

Holzprästant 4'

Offenflöte 4'

Vox Mirabilis 4 fach




Anmerkungen

Klangbeispiele der Orgelanlage

Tutti der Hauptorgel (Choralvorspiel zu GL 329 von C. Wunderle )

Hauptorgel Solostimmen (Flor Peeters, 1903-1986, Herr Jesus hat ein Gärtchen, 2. Variation), gespielt von C. Wunderle

Hauptorgel Hirtenregal 8' mit Tremulant (Flor Peeters, 1903-1986, Herr Jesus hat ein Gärtchen, 4. Variation), gespielt von C. Wunderle

Fernwerk und Hauptorgel (L. Vierne, Berceuse), gespielt von C. Wunderle

Bombardwerk Klangbeispiel, gespielt von C. Wunderle

Generaltutti-Klangbeispiel der Orgelanlage, gespielt von C. Wunderle


Verweise

Bibliographie

Weblinks: Wikipedia: Liste von Hausorgeln

Wikipedia: St. Ludwig, Darmstadt (Orgel 1955)

Wikipedia: Orgel Rüdesheim, St. Jakobus