Gernsheim, Hausorgel Clemens Matthias Wunderle: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Verteilung der Manualwerke im Hauptspieltisch ist: Manual I - Hauptwerk der Hauptorgel, Bombardwerk, Trompeteria; Manual II - Oberwerk der Hauptorgel, Fernwerk, Chorpositiv. | Die Verteilung der Manualwerke im Hauptspieltisch ist: Manual I - Hauptwerk der Hauptorgel, Bombardwerk, Trompeteria; Manual II - Oberwerk der Hauptorgel, Fernwerk, Chorpositiv. | ||
− | Das Bombardwerk enthält als Besonderheit die Bombarde 16' aus der früheren OESA-Orgel der Kathedrale Basílica del Pilar in Saragossa, Spanien. Dieses Instrument wurde 2007 zugunsten eines neuen Instruments der Firma Klais aufgegeben. Ein weiterer bedeutender Bestandteil dieser früheren Kathedralorgel, die große spanische Trompeteria, wurde 2015 der Orgel der kath. Pfarrkirche St. Jakobus in Rüdesheim | + | Das Bombardwerk enthält als Besonderheit die Bombarde 16' aus der früheren OESA-Orgel der Kathedrale Basílica del Pilar in Saragossa, Spanien. Dieses Instrument wurde 2007 zugunsten eines neuen Instruments der Firma Klais aufgegeben. Ein weiterer bedeutender Bestandteil dieser früheren Kathedralorgel, die große spanische Trompeteria, wurde 2015 der Orgel der kath. Pfarrkirche St. Jakobus in Rüdesheim hinzugefügt (s. Weblinks). |
Winddruck (mmWS): Hauptorgel: HW 57, OW und P: 65 / Bombardwerk: 85 / Fernwerk: 77 / Trompeteria: 65 / Chorpositiv: 60. Jedes Werk hat eine eigene Windversorgung mit separatem Balg (die Windzufuhr des Subbass erfolgt über das Bombardwerk). Insgesamt verfügt die Orgelanlage über fünf Gebläsemaschinen. | Winddruck (mmWS): Hauptorgel: HW 57, OW und P: 65 / Bombardwerk: 85 / Fernwerk: 77 / Trompeteria: 65 / Chorpositiv: 60. Jedes Werk hat eine eigene Windversorgung mit separatem Balg (die Windzufuhr des Subbass erfolgt über das Bombardwerk). Insgesamt verfügt die Orgelanlage über fünf Gebläsemaschinen. |
Version vom 7. Januar 2025, 21:18 Uhr
Adresse: 64579 Gernsheim am Rhein (Kreis Groß-Gerau)
Gebäude: Hausorgel




















Orgelbauer: | Förster & Nicolaus, Lich / Berghöfer, Marburg / Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth / Andreas Seul, Orgel- und Spieltischbau, Hüttenberg |
Baujahr: | 1955 / 2008 / 2025 (Fertigstellung und Anschluss von Subbass und Chorpositiv) |
Geschichte der Orgel: | Das Hauptinstrument besteht zu einem Teil aus dem Pfeifenwerk der früheren Orgel der katholischen Pfarrkirche St. Ludwig (Darmstadt), welche von der Firma Förster & Nicolaus 1955 für diese Kirche erbaut (elektropneumat. Kegelladen II/20) und 2005 durch ein neues Werk der Firma Winterhalter ersetzt wurde sowie aus Registern der Orgel der ev. Kirchengemeinde Wirges im Westerwald (Förster & Nicolaus 1954, I/6). Die Orgel besitzt sowohl eine mechanische als auch eine elektrische Spiel- und Registertraktur (Schleifladen) und bildet das klangliche Zentrum einer mehrteiligen Orgelanlage, welche insgesamt von einem separaten elektrischen Hauptspieltisch (II/P) gespielt werden kann, der auch über eine Setzeranlage verfügt.
Die weiteren Teilwerke wurden sukzessiv ergänzt durch Förster & Nicolaus (Bombardwerk); Orgelbau Berghöfer, Marburg (Fernwerk, Trompeteria) und Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth (Subbass und Chorpositiv). Das Pfeifenmaterial dieser Werke ist teilweise aus hochwertigen Gebrauchtregistern zusammengestellt. Diese stehen auf Einzeltonladen mit Ventilscheibenmagneten (24V). Auch der Spieltisch stammt von einer früheren Kirchenorgel und wurde für die neue Funktion entsprechend umgearbeitet. Ein derart komplexes System erfordert eine umfangreiche Steuerungstechnik. Entwicklung und Anfertigung der Steuerung mitsamt der Überarbeitung des Spieltischs lagen in den Händen der Firma Andreas Seul, Orgel- und Spieltischbau, Hüttenberg. Hauptorgel, Chorpositiv und Trompeteria befinden sich in einem Raum, in welchem auch der Hauptspieltisch seinen Platz hat. Fern- und Bombardwerk sowie der eigenständige Subbass 16', aus welchem der akustische 32' gebildet wird, sind in einem separaten Raum aufgestellt. Insgesamt besitzt die Orgelanlage 25 klingenden Register sowie zwei Effektregister. Mithilfe der Auszüge auf den Einzeltonladen werden 35 Register gewonnen. Die Hauptorgel ist von einem Gehäuse umgeben. Bei den übrigen Werken sind die Register frei sichtbar auf den Laden angeordnet. Die Verteilung der Manualwerke im Hauptspieltisch ist: Manual I - Hauptwerk der Hauptorgel, Bombardwerk, Trompeteria; Manual II - Oberwerk der Hauptorgel, Fernwerk, Chorpositiv. Das Bombardwerk enthält als Besonderheit die Bombarde 16' aus der früheren OESA-Orgel der Kathedrale Basílica del Pilar in Saragossa, Spanien. Dieses Instrument wurde 2007 zugunsten eines neuen Instruments der Firma Klais aufgegeben. Ein weiterer bedeutender Bestandteil dieser früheren Kathedralorgel, die große spanische Trompeteria, wurde 2015 der Orgel der kath. Pfarrkirche St. Jakobus in Rüdesheim hinzugefügt (s. Weblinks). Winddruck (mmWS): Hauptorgel: HW 57, OW und P: 65 / Bombardwerk: 85 / Fernwerk: 77 / Trompeteria: 65 / Chorpositiv: 60. Jedes Werk hat eine eigene Windversorgung mit separatem Balg (die Windzufuhr des Subbass erfolgt über das Bombardwerk). Insgesamt verfügt die Orgelanlage über fünf Gebläsemaschinen. |
Stimmtonhöhe: | a1 = 441 Hz |
Temperatur (Stimmung): | gleichstufig |
Windladen: | Schleiflade / Einzeltonlade |
Spieltraktur: | mechanisch / elektrisch |
Registertraktur: | mechanisch / elektrisch |
Registeranzahl: | 25 (35) + 2 Effektregister |
Manuale: | 2, C-g3 |
Pedal: | C-f1 |
Spielhilfen, Koppeln: | Normalkoppeln, Sub- und Superkoppeln |
Disposition am Hauptspieltisch
I Hauptwerk | II Oberwerk | Pedal |
Holzflöte 8'
Prinzipal 4' Blockflöte 2' Mixtur 3 fach Krummhorn 8' Kuckuck Zimbelstern
Bombarde 16' [1] Tromp. harm. 8' [2] Clairon 4' [3]
Trompete 8' [4] Quinttrompete 51/3' [5] Fanfare 4' [6] |
Metallgedackt 8'
Rohrflöte 4' Spitzflöte 2' Sifflet 1' Sesquialtera 2 fach [7] Hirtenregal 8' Tremulant
Holzprinzipal 8' [8] Hohlflöte 8' [9] Unda Maris 8' [10] Holzprästant 4' [11] Offenflöte 4' [12] Vox Mirabilis 4 fach [13]
Geigenprinzipal 8' [14] Schwebung 8' [15] Oktave 4' Nachthorn 2' Horndulzian 8' Schalmey 4' |
Untersatz 16'
Rohrgedackt 4' Liebl. Posaune 16' [16]
Untersatz 32' [17] Subbass 16' Posaune 16' [18] |
- Anmerkung
- ↑ C-H halbe Länge, ab c0 volle Länge, ab f#2 in französischer Bauweise
- ↑ Eigenständiges Register, volle Länge. Ausgebaut bis g4
- ↑ Extension der Tromp. harm. 8'
- ↑ Eigenständiges Register, ab c0 in französischer Bauweise, volle Länge. Ausgebaut bis g4
- ↑ Extension der Trompete 8'
- ↑ Extension der Trompete 8'
- ↑ Zusammensetzung: C: 4/5' + 2/3' | G#: 11/3' + 4/5' | e0 : 13/5' + 11/3' | c1 : 22/3' + 13/5'
- ↑ C-H gedeckt
- ↑ C-H von Holzprinzipal 8'
- ↑ ab c0, als Gemshorn ausgeführt (tiefer schwebend)
- ↑ Extension von Holzprinzipal 8'
- ↑ Extension von Hohlflöte 8'
- ↑ "Mirabilis" = Anspielung auf den Namen Wunderle. Zusammensetzung: C: 2' + 11/3' + 4/5' + 4/9' | f0: 22/3' + 2' + 13/5' + 8/9' | c#3: 31/5' + 22/3' + 2' + 17/9'
- ↑ C-H gedeckt
- ↑ ab c0, als Salicional ausgeführt (höher schwebend)
- ↑ halbe Länge
- ↑ C-H akustisch aus Subbass (Quintschaltung)
- ↑ Transmission der Bombarde 16' aus dem Bombardwerk
Disposition nach Werkstandorten
Hauptorgel
I Hauptwerk | II Oberwerk | Pedal |
Holzflöte 8'
Prinzipal 4' Blockflöte 2' Mixtur 3 fach Krummhorn 8'
Zimbelstern |
Metallgedackt 8'
Rohrflöte 4' Spitzflöte 2' Sifflet 1' Sesquialtera 2 fach Hirtenregal 8'
|
Untersatz 16'
Rohrgedackt 4' Liebl. Posaune 16' |
Fernwerk
Manual | Pedal |
Geigenprinzipal 8'
Schwebung 8' Oktave 4' Nachthorn 2' Horndulzian 8' Schalmey 4' |
Untersatz 32'
Subbass 16' Posaune 16' |
Bombardwerk
Bombarde 16'
Tromp. harm. 8' Clairon 4' |
Trompeteria
Trompete 8'
Quinttrompete 51/3' Fanfare 4' |
Chorpositiv
Holzprinzipal 8'
Hohlflöte 8' Unda Maris 8' Holzprästant 4' Offenflöte 4' Vox Mirabilis 4 fach |
- Anmerkungen
Klangbeispiele der Orgelanlage
Tutti der Hauptorgel (Choralvorspiel zu GL 329 von C. Wunderle )
Hauptorgel Solostimmen (Flor Peeters, 1903-1986, Herr Jesus hat ein Gärtchen, 2. Variation), gespielt von C. Wunderle
Hauptorgel Hirtenregal 8' mit Tremulant (Flor Peeters, 1903-1986, Herr Jesus hat ein Gärtchen, 4. Variation), gespielt von C. Wunderle
Fernwerk und Hauptorgel (L. Vierne, Berceuse), gespielt von C. Wunderle
Bombardwerk Klangbeispiel, gespielt von C. Wunderle
Generaltutti-Klangbeispiel der Orgelanlage, gespielt von C. Wunderle
Verweise
Bibliographie
Weblinks: | Wikipedia: Liste von Hausorgeln |