Gernsheim, Hausorgel Clemens Matthias Wunderle: Unterschied zwischen den Versionen

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Hauptorgel, Chorpositiv und Trompeteria befinden sich in einem Raum, in welchem auch der Hauptspieltisch seinen Platz hat. Fern- und Bombardwerk sowie der eigenständige Subbass 16', aus welchem der akustische 32' gebildet wird, sind in einem separaten Raum aufgestellt. Insgesamt besitzt die Orgelanlage 25 klingenden Register sowie zwei Effektregister. Mithilfe der Auszüge auf den Einzeltonladen werden 35 Register gewonnen. Die Hauptorgel ist von einem Gehäuse umgeben. Bei den übrigen Werken sind die Register frei sichtbar auf den Laden angeordnet.  
 
Hauptorgel, Chorpositiv und Trompeteria befinden sich in einem Raum, in welchem auch der Hauptspieltisch seinen Platz hat. Fern- und Bombardwerk sowie der eigenständige Subbass 16', aus welchem der akustische 32' gebildet wird, sind in einem separaten Raum aufgestellt. Insgesamt besitzt die Orgelanlage 25 klingenden Register sowie zwei Effektregister. Mithilfe der Auszüge auf den Einzeltonladen werden 35 Register gewonnen. Die Hauptorgel ist von einem Gehäuse umgeben. Bei den übrigen Werken sind die Register frei sichtbar auf den Laden angeordnet.  
  
Die Verteilung der Manualwerke im Hauptspieltisch ist: Manual I - Hauptwerk der Hauptorgel, Bombardwerk, Trompeteria; Manual II - Oberwerk der Hauptorgel, Fernwerk, Chorpositiv. Die Bombarde 16' des Bombardwerks und die Trompete 8' der Trompeteria sind in französischer Bauweise gefertigt. Das Bombardwerk enthält zudem als Besonderheit die Bombarde 16' der früheren OESA-Orgel der Kathedrale Basílica del Pilar in Saragossa. Dieses Instrument wurde 2007 zugunsten eines neuen Instruments der Firma Klais aufgegeben. Ein weiterer bedeutender Bestandteil dieser früheren Orgel, die vollständige spanische Trompeteria, wurde 2015 der Orgel der kath. Pfarrkirche St. Jakobus, Rüdesheim, hinzugefügt.  
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Die Verteilung der Manualwerke im Hauptspieltisch ist: Manual I - Hauptwerk der Hauptorgel, Bombardwerk, Trompeteria; Manual II - Oberwerk der Hauptorgel, Fernwerk, Chorpositiv.
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Das Bombardwerk enthält als Besonderheit die Bombarde 16' aus der früheren OESA-Orgel der Kathedrale Basílica del Pilar in Saragossa. Dieses Instrument wurde 2007 zugunsten eines neuen Instruments der Firma Klais aufgegeben. Die Bombarde 16' des Bombardwerks und die Trompete 8' der Trompeteria sind in französischer Bauweise gefertigt. Ein weiterer bedeutender Bestandteil dieser früheren Kathedralorgel, die vollständige spanische Trompeteria, wurde 2015 der Orgel der kath. Pfarrkirche St. Jakobus, Rüdesheim, hinzugefügt.  
  
 
Winddruck (mmWS): Hauptorgel: HW 57, OW und P: 65 / Bombardwerk: 85 / Fernwerk: 77 / Trompeteria: 65 / Chorpositiv: 60. Jedes Werk hat eine eigene Windversorgung mit separatem Balg (die Windzufuhr des Subbass erfolgt über das Bombardwerk). Insgesamt verfügt die Orgelanlage über fünf Gebläsemaschinen.
 
Winddruck (mmWS): Hauptorgel: HW 57, OW und P: 65 / Bombardwerk: 85 / Fernwerk: 77 / Trompeteria: 65 / Chorpositiv: 60. Jedes Werk hat eine eigene Windversorgung mit separatem Balg (die Windzufuhr des Subbass erfolgt über das Bombardwerk). Insgesamt verfügt die Orgelanlage über fünf Gebläsemaschinen.

Version vom 7. Januar 2025, 18:25 Uhr


Hauptorgel, Gesamtansicht
Hauptorgel, Innenansicht (links HW, rechts OW, Mitte P)
Hauptorgel, Seitenansicht
Hauptorgel, mechanische Spielanlage
Orgelbauer: Förster & Nicolaus, Lich / Berghöfer, Marburg / Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth / Andreas Seul, Orgel- und Spieltischbau, Hüttenberg
Baujahr: 1955 / 2008 / 2025 (Fertigstellung und Anschluss von Subbass und Chorpositiv)
Geschichte der Orgel: Das Hauptinstrument besteht zu einem Teil aus dem Pfeifenwerk der früheren Orgel der katholischen Pfarrkirche St. Ludwig (Darmstadt), welche von der Firma Förster & Nicolaus 1955 für diese Kirche erbaut (elektropneumat. Kegelladen II/20) und 2005 durch ein neues Werk der Firma Winterhalter ersetzt wurde sowie aus Registern der Orgel der ev. Kirchengemeinde Wirges im Westerwald (Förster & Nicolaus 1954, I/6). Die Orgel besitzt sowohl eine mechanische als auch eine elektrische Spiel- und Registertraktur (Schleifladen) und bildet das klangliche Zentrum einer mehrteiligen Orgelanlage, welche insgesamt von einem separaten elektrischen Hauptspieltisch (II/P) gespielt werden kann, der auch über eine Setzeranlage verfügt.

Die weiteren Teilwerke wurden sukzessiv ergänzt durch Förster & Nicolaus (Bombardwerk); Orgelbau Berghöfer, Marburg (Fernwerk, Trompeteria) und Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth (Subbass und Chorpositiv). Das Pfeifenmaterial dieser Werke ist teilweise aus hochwertigen Gebrauchtregistern zusammengestellt. Diese stehen auf Einzeltonladen mit Ventilscheibenmagneten (24V). Auch der Spieltisch stammt von einer früheren Kirchenorgel und wurde für die neue Funktion entsprechend umgearbeitet. Ein derart komplexes System benötigt auch eine umfangreiche elektronische Steuerungstechnik. Entwicklung und Bau der Steuerung mitsamt der Überarbeitung des Spieltischs lagen in den Händen der Firma Andreas Seul, Orgel- und Spieltischbau, Hüttenberg.

Hauptorgel, Chorpositiv und Trompeteria befinden sich in einem Raum, in welchem auch der Hauptspieltisch seinen Platz hat. Fern- und Bombardwerk sowie der eigenständige Subbass 16', aus welchem der akustische 32' gebildet wird, sind in einem separaten Raum aufgestellt. Insgesamt besitzt die Orgelanlage 25 klingenden Register sowie zwei Effektregister. Mithilfe der Auszüge auf den Einzeltonladen werden 35 Register gewonnen. Die Hauptorgel ist von einem Gehäuse umgeben. Bei den übrigen Werken sind die Register frei sichtbar auf den Laden angeordnet.

Die Verteilung der Manualwerke im Hauptspieltisch ist: Manual I - Hauptwerk der Hauptorgel, Bombardwerk, Trompeteria; Manual II - Oberwerk der Hauptorgel, Fernwerk, Chorpositiv.

Das Bombardwerk enthält als Besonderheit die Bombarde 16' aus der früheren OESA-Orgel der Kathedrale Basílica del Pilar in Saragossa. Dieses Instrument wurde 2007 zugunsten eines neuen Instruments der Firma Klais aufgegeben. Die Bombarde 16' des Bombardwerks und die Trompete 8' der Trompeteria sind in französischer Bauweise gefertigt. Ein weiterer bedeutender Bestandteil dieser früheren Kathedralorgel, die vollständige spanische Trompeteria, wurde 2015 der Orgel der kath. Pfarrkirche St. Jakobus, Rüdesheim, hinzugefügt.

Winddruck (mmWS): Hauptorgel: HW 57, OW und P: 65 / Bombardwerk: 85 / Fernwerk: 77 / Trompeteria: 65 / Chorpositiv: 60. Jedes Werk hat eine eigene Windversorgung mit separatem Balg (die Windzufuhr des Subbass erfolgt über das Bombardwerk). Insgesamt verfügt die Orgelanlage über fünf Gebläsemaschinen.

Stimmtonhöhe: a1 = 441 Hz
Temperatur (Stimmung): gleichstufig
Windladen: Schleiflade / Einzeltonlade
Spieltraktur: mechanisch / elektrisch
Registertraktur: mechanisch / elektrisch
Registeranzahl: 25 (35) + 2 Effektregister
Manuale: 2, C-g3
Pedal: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: Normalkoppeln, Sub- und Superkoppeln



Disposition am Hauptspieltisch

I Hauptwerk II Oberwerk Pedal
Holzflöte 8'

Prinzipal 4'

Blockflöte 2'

Mixtur 3 fach

Krummhorn 8'

Kuckuck

Zimbelstern


I Bombardwerk

Bombarde 16' [1]

Tromp. harm. 8' [2]

Clairon 4' [3]


I Trompeteria

Trompete 8' [4]

Quinttrompete 51/3' [5]

Fanfare 4' [6]

Metallgedackt 8'

Rohrflöte 4'

Spitzflöte 2'

Sifflet 1'

Sesquialtera 2 fach [7]

Hirtenregal 8'

Tremulant


II Chorpositiv

Holzprinzipal 8' [8]

Hohlflöte 8' [9]

Unda Maris 8' [10]

Holzprästant 4' [11]

Offenflöte 4' [12]

Vox Mirabilis 4 fach [13]


II Fernwerk

Geigenprinzipal 8' [14]

Schwebung 8' [15]

Oktave 4'

Nachthorn 2'

Horndulzian 8'

Schalmey 4'

Untersatz 16'

Rohrgedackt 4'

Liebl. Posaune 16' [16]


Fernwerk Pedal

Untersatz 32' [17]

Subbass 16'

Posaune 16' [18]

Anmerkung
  1. C-H halbe Länge, ab c0 volle Länge
  2. Eigenständiges Register, volle Länge. Ausgebaut bis g4
  3. Extension der Tromp. harm. 8'
  4. Eigenständiges Register, volle Länge. Ausgebaut bis g4
  5. Extension der Trompete 8'
  6. Extension der Trompete 8'
  7. Zusammensetzung: C: 4/5' + 2/3' | G#: 11/3' + 4/5' | e0 : 13/5' + 11/3' | c1 : 22/3' + 13/5'
  8. C-H gedeckt
  9. C-H von Holzprinzipal 8'
  10. ab c0, als Gemshorn ausgeführt (tiefer schwebend)
  11. Extension von Holzprinzipal 8'
  12. Extension von Hohlflöte 8'
  13. "Mirabilis" = Anspielung auf den Namen Wunderle. Zusammensetzung: C: 2' + 11/3' + 4/5' + 4/9' | f0: 22/3' + 2' + 13/5' + 8/9' | c#3: 31/5' + 22/3' + 2' + 17/9'
  14. C-H gedeckt
  15. ab c0, als Salicional ausgeführt (höher schwebend)
  16. halbe Länge
  17. C-H akustisch aus Subbass (Quintschaltung)
  18. Transmission der Bombarde 16' aus dem Bombardwerk

Disposition nach Werkstandorten

Hauptorgel

I Hauptwerk II Oberwerk Pedal
Holzflöte 8'

Prinzipal 4'

Blockflöte 2'

Mixtur 3 fach

Krummhorn 8'


Kuckuck

Zimbelstern

Metallgedackt 8'

Rohrflöte 4'

Spitzflöte 2'

Sifflet 1'

Sesquialtera 2 fach

Hirtenregal 8'


Tremulant

Untersatz 16'

Rohrgedackt 4'

Liebl. Posaune 16'




Fernwerk

Manual Pedal
Geigenprinzipal 8'

Schwebung 8'

Oktave 4'

Nachthorn 2'

Horndulzian 8'

Schalmey 4'

Untersatz 32'

Subbass 16'

Posaune 16'




Bombardwerk

Bombarde 16'

Tromp. harm. 8'

Clairon 4'




Trompeteria

Trompete 8'

Quinttrompete 51/3'

Fanfare 4'




Chorpositiv

Holzprinzipal 8'

Hohlflöte 8'

Unda Maris 8'

Holzprästant 4'

Offenflöte 4'

Vox Mirabilis 4 fach




Anmerkungen

Klangbeispiele der Orgelanlage

Tutti der Hauptorgel (Choralvorspiel zu GL 329 von C. Wunderle )

Hauptorgel Solostimmen (Flor Peeters, 1903-1986, Herr Jesus hat ein Gärtchen, 2. Variation), gespielt von C. Wunderle

Hauptorgel Hirtenregal 8' mit Tremulant (Flor Peeters, 1903-1986, Herr Jesus hat ein Gärtchen, 4. Variation), gespielt von C. Wunderle

Fernwerk und Hauptorgel (L. Vierne, Berceuse), gespielt von C. Wunderle

Bombardwerk Klangbeispiel, gespielt von C. Wunderle

Generaltutti-Klangbeispiel der Orgelanlage, gespielt von C. Wunderle


Verweise

Bibliographie

Weblinks: Wikipedia: Liste von Hausorgeln

Wikipedia: St. Ludwig, Darmstadt (Orgel 1955)

Wikipedia: Orgel Rüdesheim, St. Jakobus