Blieskastel, Schlosskirche St. Anna und St. Philipp

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Standort

Orgellandkarte

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Adresse: 66440 Blieskastel, Saarland, Deutschland
Gebäude: Katholische Pfarr- und Schlosskirche St. Anna und St. Philipp

Orgelbeschreibung

Klais-Orgel der Schlosskirche Blieskastel
Spieltisch der Klais-Orgel
Orgelbauer: Hugo Mayer Orgelbau/Johannes Klais Orgelbau
Baujahr: 1972/2018
Geschichte der Orgel: 1972 Neubau durch Mayer.
2018 Umfassender Umbau durch Klais (neue mechanische Trakturen für die Manuale; Elektrifizierung des Pedals; Wiederverwendung der Manualwindladen und eines Großteils des Pfeifenwerkes). Die Einweihung fand am 28. Oktober 2018 statt.
Gehäuse: Verschneider (1772)/Steinmeyer (1905)[1]
Temperatur (Stimmung): gleichstufig
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch (Manuale)/elektrisch (Pedal)
Registertraktur: elektrisch
Registeranzahl: 31 (33)
Manuale: 3 Manuale, C-g3
Pedal: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: Koppeln: III-I, I-II, III-II, I-P, II-P, III-P. Superoktavkoppel: III-P. Setzeranlage, Sequenzer vor und zurück. Schwelltritt für III. Manual.



Disposition

I. Rückpositiv II. Hauptwerk III. Schwellwerk Pedal
Holzgedackt 8' [2]

Praestant 4'

Principal 2' [2]

Sesquialter 2f 2 2/3'

Larigot 2f 11/3' [2] [3]

Vox humana 8'

Tremulant

Bourdon 16'

Praestant 8'

Rohrflöte 8' [2]

Quintade 8' [2] [4]

Octave 4' [2] [5]

Kleingedackt 4' [2]

Principalquinte 2 2/3' [2]

Superoctave 2' [2] [6]

Mixtur 4f 1 1/3' [2]

Trompete 8' [2]

Holzflöte 8' [2]

Salicional 8'

Schwebung 8'

Fugara 4'

Querflöte 4' [2]

Nazard 22/3' [2]

Waldflöte 2' [2]

Terz 13/5' [2] [7]

Trompete harmonique 8' [sic!]

Hautbois 8' [2]

Tremulant

Untersatz 32' [8]

Subbass 16' [2]

Octavbass 8' [2]

Metallgedackt 8' [2]

Octave 4' [2]

Posaune 16'

Trompete 8' [9]


Anmerkungen:
Bestandsaufnahme im Dezember 2018

  1. Im zweiten Angebot von Steinmeyer von 1904 heißt es: Verwendung des vorhandenen Gehäuses der alten Orgel: Untergehäuse: Anfertigung neuer Friese, Sockelfüllungen, welche des Positives wegen bisher entbehrlich waren. (Siehe: Lamla, Michael: Anmerkungen zu den Orgeln der katholischen Pfarrkirche Blieskastel. In: Saarpfalz. Blätter für Geschichte und Volkskunde. Homburg, 1988, Heft 4. S. 32.)
    Das Angebot ist diesbezüglich eindeutig! Bernhard H. Bonkhoff will dies nicht wahrhaben und argumentiert vom pfälzischen Orgelbau ausgehend. Er stellt dem Blieskasteler Gehäuse den Prospekt der Johann Georg Geib-Orgel aus dem Jahre 1765 in Göllheim gegenüber: Die seitlich weglaufenden Gehäuselinien sind für den pfälzischen Orgelbau des 18. Jahrhunderts völlig untypisch. Dabei weiß er jedoch nicht, dass es sich ursprünglich um ein Gehäuse von Michel Verschneider handelte. Er geht von einer Brüstungsorgel (mit Hauptwerk und Unterwerk) aus und schließt damit, dass es sich um ein Gehäuse handelt in mehr oder weniger barockem Geist nachgeahmt. (Siehe: Bonkhoff, Bernhard H. : Die Orgel der Kath. Pfarrkirche Blieskastel. Eine Entgegnung. In: Saarpfalz. Blätter für Geschichte und Volkskunde. Homburg, 1989, Heft 1. S. 38–39.)
    Lamla wiederum widerlegt, dass es sich um ein Unterwerk gehandelt habe, und bringt Beispiele aus Lothringen (u.a. St-Avold, Thionville und Gros-Réderching), die nahelegen, dass es sich gerade nicht um eine neubarocke Komposition des Hauses Steinmeyer unter Wiederverwendung alter Teile handelt. (Siehe: Lamla, Michael: Eine Antwort auf eine Entgegnung: zur Orgel der katholischen Pfarrkirche Blieskastel. In: Saarpfalz. Blätter für Geschichte und Volkskunde. Homburg, 1989, Heft 3. S. 59-61.)
    Doch auch damit ist Bonkhoff nicht einverstanden: Ob dieses Gehäuse noch in Teilen in dem jetzt noch vorhandenen Orgelgehäuse in der Blieskasteler Schloßkirche erhalten ist, erscheint fraglich. (Siehe: Bonkhoff, Bernhard H.: Historische Orgeln im Saarland. Regensburg, 2015. S.20.)
    Leider sind scheinbar keine Gehäuse von Michel Verschneider erhalten, die Ähnlichkeit zu Orgeln von Jean-Frédéric Verschneider ist jedoch manchmal überraschend, z.B. zu Fénetrange (1828), Mittersheim (1829), Wadern (1830), Henridorff (1830) und Brouviller (1834).
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 2,12 2,13 2,14 2,15 2,16 2,17 2,18 2,19 2,20 Mayer (1972).
  3. Ursprünglich Quinte 11/3'.
  4. Ursprünglich im III. Manual.
  5. Ursprünglich Principal 4'.
  6. Ursprünglich Octave 2'.
  7. Ursprünglich Terzflöte 13/5'.
  8. Quintschaltung Subbass 16'.
  9. Extension von Posaune 16'.


Mayer-Orgel 1972–2018

Orgelbeschreibung

Ehemalige Mayer-Orgel
Blieskastel, Schlosskirche, Orgel.JPG
Orgelbauer: Hugo Mayer Orgelbau
Baujahr: 1972
Geschichte der Orgel: Die Mayer-Orgel ging 2018 in einem technischen Neubau durch Klais auf.
Gehäuse: Verschneider (1772)/Steinmeyer (1905)
Temperatur (Stimmung): gleichstufig
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: elektrisch
Registeranzahl: 32
Manuale: 3 Manuale, C-g3
Pedal: C-f1
Spielhilfen, Koppeln: Koppeln: III-I-, I-II, III-II, I-P, II-P, III-P. Handregister, drei freie Kombinationen, zwei freie Pedalkombinationen. Tutti, Einzelabsteller für die Zungenregister. Crescendowalze. Schwelltritt für III. Manual.




Disposition

I. Rückpositiv II. Hauptwerk III. Schwellwerk Pedal
Holzgedackt 8'

Blockflöte 4'

Principal 2'

Quinte 1 1/3'

Cymbel 3f. 1/3'

Cromorne 8'

Tremulant

Rohrpommer 16'

Prästant 8'

Rohrflöte 8'

Principal 4'

Kleingedackt 4'

Principalquinte 2 2/3'

Octave 2'

Mixtur 4f. 1 1/3'

Trompete 8'

Holzflöte 8'

Quintade 8'

Italienisch Principal 4'

Querflöte 4'

Nazard 2 2/3'

Waldflöte 2'

Terzflöte 1 3/5'

Scharff 4f. 1'

Bombarde 16'

Hautbois 8'

Tremulant

Subbaß 16'

Rohrpommer 16' [1]

Octavbaß 8'

Metallgedackt 8'

Octave 4'

Hintersatz 5f. 2 2/3'

Posaune 16'

Trompete 8'


Anmerkungen:
Bestandsaufnahme im Juli 2006

  1. Transmission Rohrpommer 16' II. Manual.

Steinmeyer-Orgel 1905-1972

Orgelbeschreibung

Orgelbauer: Steinmeyer
Baujahr: 1905
Geschichte der Orgel: 1905 Bau einer neuen Orgel durch Steinmeyer
1921 Reinigung und Einbau eines elektrischen Gebläses[1]
Gehäuse: Verschneider (1772)/Steinmeyer (1905)
Das Gehäuse erhält eine Farbfassung im „Alt-Eichenton“. Das Positivgehäuse wird als Rückpositiv zum Notenschrank umgebaut, der Abstand zwischen Haupt- und Positivgehäuse deutlich vergrößert.
1955 wurde die heutige Farbfassung angebracht.
Registeranzahl: 23 (24)
Manuale: C-g3
Pedal: C-d1
Spielhilfen, Koppeln: II/I, II/P, I/P, Super II, Sub II/I, Super II/I, eine Freie Kombination, fünf feststehende Kombinationen, automatisches Pianopedal, Rollschweller; Kalkantenruf, drei Zeigerwerke für Generalcrescendo, Schwellwerk und Windstand



Disposition[1]

I. Hauptwerk II. Schwellwerk Pedal
Bourdon 16' [2]

Principal 8‘ [3]

Seraphonflöte 8‘ [4]

Gedeckt 8‘ [5]

Viola di Gamba 8‘ [6]

Dolce 8‘ [7]

Octave 4‘ [8]

Rohrflöte 4‘ [9]

Mixtur 3-4f. 22/3' [10]

Trompete 8‘ [11]

Geigenprinzipal 8‘ [12]

Aeoline 8‘ [13]

Vox coelstis 8‘ [14]

Tibia 8‘ [15]

Salicional 8‘ [16]

Lieblich Gedeckt 8‘ [17]

Fugara 4‘ [18]

Traversflöte 4‘ [19]

Violonbass 16‘ [20]

Subbass 16' [21]

Bourdon16‘ [22]

Octavbaß 8‘[20]

Cello 8‘[20]

Posaune 16' [23]

Anmerkungen:

  1. 1,0 1,1 Lamla, Michael. Anmerkungen zu den Orgeln der katholischen Pfarrkirche Blieskastel. In: Saarpfalz. Blätter für Geschichte und Volkskunde. Homburg, 1988, Heft 4. S.19-37.
  2. “Holz, obere Oktaven Birnbaumholz“
  3. „englisches Zinn“
  4. „Fichten- und Birnbaumholz“
  5. „Föhren- und Birnbaumholz, ab d2 Naturguß“
  6. „C-H Zink, mit Aluminiumbronzeüberzug, Fortsetzung Probzinn“
  7. „C-H Fichte, Fortsetzung Naturguß“
  8. „Probzinn“
  9. „Naturguß“
  10. „Probzinn, Naturguß“
  11. „Naturguß, Zungen aus Aluminiumbronze, Krücken und Kehlen aus Messing“
  12. „C-H Resonanzholz, Fortsetzung Probzinn“
  13. „C-H Zink, mit Aluminiumbronzeüberzug, Fortsetzung Probzinn“
  14. „bei kl. c beginnend, mit der Aeoline verbunden und dazu schwebend gestimmt; Probzinn“
  15. „C-H Fichtenholz, Fortsetzung Naturguß“
  16. „C-H Fichtenholz, Fortsetzung Naturguß“
  17. „Föhren- und Birnbaumholz, ab d2 Naturguß“
  18. „Naturguß“
  19. „Naturguß, ab c1 überblasend“
  20. 20,0 20,1 20,2 „Fichtenholz“
  21. „Holz“
  22. „Transmission“
  23. „Holz, Zungen aus Aluminiumbronze, Krücken und Kehlen aus Messing, Nüsse aus Zinn“

Stumm-Orgel 1824-1905

Orgelbeschreibung

Orgelbauer: Franz Heinrich und Carl Stumm
Baujahr: 1824
Geschichte der Orgel: 1708 Erwähnung eines Organisten[1]
1771/1772 Neubau einer Orgel durch Michel Verschneider (Sarreguemines, Lothringen) mit Hauptwerk und Positiv für die Kirche St. Sebastian in Blieskastel.
1811 Übertragung dieser Orgel in die Schlosskirche[2] durch Karl Ludwig Baumann (Zweibrücken). Dabei wurde das Positiv stillgelegt. Außerdem führte Baumann eine „Simplification“ im Sinne Abbé Voglers durch[1], weshalb die Orgel schon wenige Jahre später als „unbrauchbar“ eingestuft wurde.
1824 Neubau durch Stumm im vorhandenen Gehäuse unter Wiederverwendung von Principal 8‘, den beiden Pedalregistern und der Pedalwindlade. Das Positivgehäuse mit Principal 2‘ blieb einerseits erhalten, andererseits weiterhin außer Funktion.
Gehäuse: Verschneider (1771)
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch, seitenspielig
Registertraktur: mechanisch
Registeranzahl: 14 (15)
Manuale: C-f3
Pedal: C-f0
Spielhilfen, Koppeln: Pedalkoppel



Disposition[1]

Manual Positiv[3] Pedal
Principal 8‘ [4]

Bourdon 8' [5]

Flauto traver 8' [6]

Viol: di Gamba 8‘

Octav 4'

flaute 4'

Quint 3'

Octav 2'

Terz 13/5'

mixtur 3fach 1‘

Trompete 8' [7] [8]

Grumhorn 8‘ [9]

Tremulant

Principal 2' [4] Subbass 16‘ [4]

Octavbass 8‘ [4]

Anmerkungen:

  1. 1,0 1,1 1,2 Lamla, Michael. Anmerkungen zu den Orgeln der katholischen Pfarrkirche Blieskastel. In: Saarpfalz. Blätter für Geschichte und Volkskunde. Homburg, 1988, Heft 4. S.19-37.
  2. Diese war 1778 als Klosterkirche der Franziskaner-Rekollekten eingeweiht und nach Aufhebung der Kirche St. Sebastian 1809 neue Pfarrkirche geworden.
  3. Nicht klingend, nur Attrappe und ohne Klaviatur.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Vermutlich von Verschneider.
  5. “der Bass von Holz im discant metall“
  6. “im discant von Birnbaumen Holz“
  7. “auf zwey Züge gesetzt“
  8. Lamla, Michael: Eine Antwort auf eine Entgegnung: zur Orgel der katholischen Pfarrkirche Blieskastel. In: Saarpfalz. Blätter für Geschichte und Volkskunde. Homburg, 1989, Heft 3. S. 61.
  9. “im discant“



Bibliographie

Weblinks: Webseite der Pfarrei

Wikipedia-Artikel über die Schlosskirche Blieskastel

Wikipedia-Artikel über das Schloss Blieskastel